Das, was sie für „Glaube“ halten, kommt erst später. Schon ihre Eltern haben nie anderes erlebt als Krieg, Angst und Gewalt. Gewalt, die im Patriarchat immer auch häusliche ist. Die sind auch von ihren Vätern verprügelt worden. Internet? Ausser ihre Mutter und ihre Schwestern haben sie noch nie Frauen gesehen. Nur blaue Säcke. Internet ist da zuerst Pornographie, die sie verabscheuen, und die sie zugleich anzieht. Wofür sie sich wiederum verabscheuen. Internet vermittelt ihnen eine vollkommen andere Welt da draußen, in der sie sich vermutlich nie zurecht fänden. Da bietet Islamofaschismus Ordnung, Orientierung, klare Regeln. Gleichzeitig ungeheure Macht für 14, 15jährige Rotzlöffel, die sich mit ihrer Koranbildung einbilden, schlauer zu sein als alle anderen, als die Älteren. Macht, die noch eine ganz andere wird, stehen sie mit 17, 18 auf der „richtigen“ Seite des Gewehrlaufs. Mit der Macht, zu töten.
Wir kennen in Deutschland das Phänomen nach dem ersten Weltkrieg: Freikorps, Landser. Junge Menschen, die vom sinnlosen Gemetzel jahrelanger Feldschlachten um 200 m Gelände so traumatisiert waren und verstört, daß sie nicht mehr aus dem Krieg herauskamen. Paramilitärs bildeten, die quer durch Europa zogen, um überall Kommunisten zu jagen oder gar faschistische Aufstände zu unterstützen (Kapp-Putsch). Die spätere SA wird sich auch aus solch verstörten, kaputten Existenzen rekrutieren.