Afghanistan

Mendelssohn

Well-Known Member
Nur mal so ... eingeschleuste Servicekräfte haben sich als Talibansoldaten zu einem verabredeten Termin zu Erkennen gegeben und die Stadt dann übernommen. Wer hat sie eingeschleust? Wo wurden sie rekrutiert? Wer hat sie rekrutiert? Woher kommen die Taliban in Afghanistan überhaupt? Sie haben dort überhaupt keine roots. Ziemlich gut belegt sind aber die shiitischen roots in Afghanistan, und dass die Shiiten der Hauptgegner der Taliban sind. Aus meiner Sicht ist noch nicht ausgemacht, dass der Iran die Füße still hält - und Indien vermutlich auch nicht.
 

Bintje

Well-Known Member
Aus dem Biden-Thread, weil es in meinem TV-Tipp ausschließlich um Afghanistan geht:

Haben die Amerikaner in Afghanistan gezündelt?
Soweit ich mich erinnere, war Afghanistan vor der amerikanischen Invasion ein einziger Scheiterhaufen.

So weit ich mich erinnere, steckte Afghanistan bis zum Hals in Unrat, Korruption und Bürgerkrieg, bis die Taliban da brutale, aber Ordnung und Waffenstillstand hineinbrachten. Mit den Amerikanern kam die Korruption wieder.

Was unterscheidet eine brutale Ordnung vom Bürgerkrieg, wenn die Opferzahlen ungefähr gleich sind?
Dass die Alliierten die Anschläge in Afghanistan nicht in den Griff bekamen, hängt u.a. damit zusammen, dass ihren Soldaten nicht alles erlaubt ist und eben keine "Säuberungen" durchgeführt werden können wie von Milzen ohne Bindung an Grundrechte und internationales Gesetz.
Dass mit den Amerikanern die Korruption wiederkam, würde bedeuten, dass es vor den Amerikanern irgendwann einmal eine Zeit in Afghanistan gegeben hätte, in der nicht Clans und Vettern sich die Geschäfte, die politische Macht und die Frauen aufgeteilt hätten. Den Beweis wirst du schuldig bleiben müssen, weil es so ein Zeit nie gab. Mit den Amerikanern und ihren Alliierten kamen vor allem Devisen ins Land, aber nicht die Korruption. Diese ist Teil einer jeden islamischen Republik, in der Zinsen als gotteslästerlich gelten, weshalb das mehrwertschaffende Kapital nach London oder Zürich verfrachtet werden muss.

Bitte schaut Euch mal, falls noch nicht gesehen, die vierteilige Doku-Serie "Afghanistan - Das verwundete Land" an.

Ich sehe sie gerade zum wiederholten Mal auf Phoenix (davor lief sie auf 3Sat, Arte usw.) und bin nachdenklich, teils tief berührt von den zeithistorischen Bildern, Szenen und vielstimmigen Erzählungen aus Afghanistan seit den 1960'er Jahren. Hier abrufbar in der Mediathek:


Afghanistan. Das verwundete Land​

1. Teil: Das Königreich
2. Teil: Die Sowjetarmee
3. Teil: Mudjahedin und Taliban
4. Teil: Die NATO-Truppen

"In den 1960er-Jahren herrscht Frieden in Afghanistan. Der König des Landes, Mohammed Sahir Schah, fördert die Demokratie und die Rechte der Frauen. In Kabul werden Modenschauen und Schönheitswettbewerbe abgehalten. Die ersten Touristen kommen. Ähnlich wie in Paris oder Frankfurt haben auch die Studierenden der Universität Kabul revolutionäre Träume. Einige wünschen sich den Sozialismus, andere sprechen von einer islamischen Revolution. Ihr Konflikt breitet sich in der Gesellschaft aus und treibt die Nation an den Rand eines Bürgerkriegs. Die Monarchie geht unter, die kommunistische Partei ergreift die Macht und will Afghanistan radikal verändern. Tausende Afghanen protestieren.

Außergewöhnliches Filmmaterial aus den 1960er- und 1970er-Jahren zeigt ein schönes, verloren gegangenes Afghanistan. Erzählt wird, wie utopische Träume in einen nicht enden wollenden Krieg münden. Unter den Protagonisten: "Miss Afghanistan 1972", der Bruder der letzten afghanischen Königin, Gulbuddin Hekmatjar, Gründer der ersten islamistischen Partei, und Sima Samar, erste Frauenministerin, deren Mann Opfer der brutalen Unterdrückung durch das kommunistische Regime wurde.

Die Konflikte in und um Afghanistan haben die Welt immens beeinflusst. Diese vierteilige Serie zeigt meist ungesehene Archivbilder. Vor der Kamera berichten vor allem afghanische Frauen und Männer, aber auch Menschen aus dem Westen über ihre persönlichen Erfahrungen. Sie sprechen aus sehr verschiedenen Perspektiven, und sie nehmen das Publikum mit auf eine Reise vom Paradies in die Hölle."


Quelle:
Sehr, sehr sehenswert!
Ich glaube, vielmehr hoffe, dass diese Serie differenziertere Bilder über das Land und seine Menschen vermitteln kann - fern unserer gepflegten Klischees.
 
Zuletzt bearbeitet:

Alubehütet

Well-Known Member
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(Zur Erklärung: Es ein Scherz von Piloten, eigenartige Linien zu fliegen, die dann auf Flightradar24 seltsam schweinisch aussehen.)
 

Alubehütet

Well-Known Member
Bodenschätze: Afghanistan könnte Bodenschätze im Wert von 3 Billionen $ haben; Tendenz mit den Börsenkursen z.T. steil steigend. Insbesondere wird Afghanistan das Saudi-Arabien des Silithiums. Darüber, und wer alles schon mit den Hufen scharrt:
 

sommersonne

Well-Known Member
Ich bin erstaunt über die gewaltige Zahl an afghanischen Hilfskräften die die Länder hatten, die da unten waren. Gab es in den USA, Deutschland und den anderen Ländern keine Köche und anderes Personal? Ich verstehe ja Fahrer oder Führer wegen der Ortskenntnis und Dolmetscher, aber sonst?
 
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