Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

TheCore

Moderator
8 Juli 2006
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zuhause
In der ARD wird morgen Nacht ein Dokumentarfilm zum Völkermord an den Armeniern gezeigt, basierend auf Akten des Auswärtigen Amtes. Nur ein Hinweis - keine Empfehlung; wie ich der Vorschau in den Tagesthemen entnehme, wäre mir eine distanziertere Aufbereitungsweise wahrscheinlich lieber gewesen.
Am nächsten Dienstag kann man den Film um 20:15 Uhr sehen, mit anschließender Diskussion in der "Phoenix Runde".
 

turkish talk

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19 Januar 2005
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AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

In der heutigen SZ-Ausgabe war ein Artikel darüber.

Willi Winkler schrieb:
"Es wird erhebliche Unruhe geben, und es kann gut sein, dass die türkische bei der deutschen Regierung protestieren wird, weil mit diesem Film die Ehre des türkischen Volkes verletzt werde"

"Dem türksichen Volk erweist Aghet bestimmt keine Ehre, doch wird dieser Film die Ehre des armenischen Volkes, vor allem der mehr als 800 000 Toten, wieder herstellen. Aghet entreißt die Opfer dem Totenreich der Geschichte. Nebenbei, und das ist keine Kleinigkeit, gereicht er der ARD zur Ehre, weil sie sich diesen Film - Quote hin, Protest her - zugetraut hat. So muss öffentlich-rechtliches Fernsehen sein, sonst kann es gleich einpacken"

Das ist jetzt mal abgetippt, sobald ich den Artikel online finde, kommt hier der Verweis. Ich werde mich heute um 23:30 Uhr vor den Fernseher setzen.
Kleiner Tipp für die nächsten Tage: Bitte sachlich bleiben!

Gruß

Update: Wer es heute verpasst, am Dienstag, 13.04.10, 20.15 Uhr ist die Wiederholung auf Phoenix mit anschließender Diskussionsrunde.
Noch ein Update: Hier ist ein Artikel der FAZ zum Thema.
 
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fee_peri

Guest
AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

In der heutigen SZ-Ausgabe war ein Artikel darüber.

Willi Winkler schrieb:
"Es wird erhebliche Unruhe geben, und es kann gut sein, dass die türkische bei der deutschen Regierung protestieren wird, weil mit diesem Film die Ehre des türkischen Volkes verletzt werde"

"Dem türksichen Volk erweist Aghet bestimmt keine Ehre, doch wird dieser Film die Ehre des armenischen Volkes, vor allem der mehr als 800 000 Toten, wieder herstellen. Aghet entreißt die Opfer dem Totenreich der Geschichte. Nebenbei, und das ist keine Kleinigkeit, gereicht er der ARD zur Ehre, weil sie sich diesen Film - Quote hin, Protest her - zugetraut hat. So muss öffentlich-rechtliches Fernsehen sein, sonst kann es gleich einpacken"

Das ist jetzt mal abgetippt, sobald ich den Artikel online finde, kommt hier der Verweis. Ich werde mich heute um 23:30 Uhr vor den Fernseher setzen.
Kleiner Tipp für die nächsten Tage: Bitte sachlich bleiben!

Gruß

Update: Wer es heute verpasst, am Dienstag, 13.04.10, 20.15 Uhr ist die Wiederholung auf Phoenix mit anschließender Diskussionsrunde.
Noch ein Update: Hier ist ein Artikel der FAZ zum Thema.



wenn ein deutscher Mini - Film, die Ehre der Armenier herstellen soll
na dann Prost...
bestehe auch auf einen Azerbajcan Massaker Film
Und Erzincan / Erzurum (Türkei) - MAssacker film
die von den Armeniern verübt worden sind.....

So sollte ein öffentlich - rechtliches Fernsehen sein :wink:

Ansonsten werde ich den Film heute auch anschauen, ist gut wenn die sich damit außeinandersetzen..
Am meisten werden mich die Quellenangaben intressieren! :)
 
C

civelek

Guest
AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

wenn ein deutscher Mini - Film, die Ehre der Armenier herstellen soll
na dann Prost...
bestehe auch auf einen Azerbajcan Massaker Film
Und Erzincan / Erzurum (Türkei) - MAssacker film
die von den Armeniern verübt worden sind.....

So sollte ein öffentlich - rechtliches Fernsehen sein :wink:

Ansonsten werde ich den Film heute auch anschauen, ist gut wenn die sich damit außeinandersetzen..
Am meisten werden mich die Quellenangaben intressieren! :)

es gibt gute dokus noch auf den öffis. sat 1 zeigt nur noch die größte pizza der welt und dafür fliegt man dann um die welt.

macht einen auf jeden fall traurig diese doku über diesen großen unfall ^^
unplausibel finde ich die quellen auch nicht gerade. an der bogazici uni gibt es auch bücher wo selbst mit bildern, protokollen und berichten "beweise" da wären - sie sind auch nicht an allen türkischen unis aus den regalen genommen, wie hier gerne behauptet wird.
imo sind die beweise für den genozid stichhaltiger als die leugnungsversuche oder beweise der gegenseite
 
M

mängelexemplar

Guest
AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

Im Grunde fand ich es sehr gut gemacht.
Es ist halt eben auch ein Fakt wie viele Massaker, die geschehen sind in naher Vergangenheit.
Aus diesem Grund finde ich es notwendig, dass ein Schritt zum besseren Miteinander gemacht wird. Leugnen fänd ich, als Armenier, sehr hart und schmerzvoll. Ein eingestehen der Sachen und eine Entschuldigung wäre sicher angebracht. Also ein gegenseitiges entschuldigen und verständigen. Auf diese Art und Weise wird es eben nicht gehen.
Aber das es immer noch Unruhen und Hass wegen der Geschichte gibt ist ein Signal was man nicht ungehört lassen sollte.
Wahrscheinlich hat jedes Volk seine "dunkele Vergangenheit", aber mit der muss man sich irgendwann beschäftigen, wenn es bedarf.

Also ich kann wohl sehr gut den Frust und sicher auch Hass der Armenier verstehen, sicher ist auch viel Hass einfach durch Erziehung durch Familie und Staat anerzogen worden. Sonst würd kein Kind auf einer Demo schreien, dass er Türken hasse. Er kennt sie ja nicht mal.
Ich als Türkin wäre zu jener Zeit und jetzt gegen so ein Massaker. Deshalb find ich es auch sehr belastend und schade, dass die Rede immer von den Türken ist. Das verallgemeinert alles so unheimlich.

Naja, aber die Doku fand ich dennoch sehr gut gemacht (mit bisschen Drama durch die Schauspieler, ja)
 

Pitane

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31 Juli 2008
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AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

ich habe von dieser Duko zwar nur 20 Minuten gesehen, aber das was ich gesehen habe war grausam, bestialisch, menschenverachtend und das unter den Augen der deutschen Militärs, den deutschen Verbündeten.
Was gibt es da zu leugnen!
 

vanararat1966

Moderator
24 Januar 2006
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AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

Ich bin weder Türke noch Armenier und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Doku nicht gesehen habe, weil ich vor Sendezeit eingeschlafen bin. Mit der Geschichte Armeniens habe ich mich aus anderen Gründen intensiv befasst.
Ich habe weiter das Glück in einem Land aufgewachsen zu sein, dass direkt keine Völkermorde aus der Vergangenheit mitschleppt (indirekt schon, wie ich meine).

Es ist so, eine Tatsache, dass immer das Kollketiv für Verfehlungen gerade stehen muss, ganze Völker, ganze Generationen. Die Weltgeschichte ist voll davon. Hass ist anerzogen und wird über Generationen weiter gegeben.

Wie hier und andersowo geschrieben, was geschehen ist, ist ein Fakt, eine Tatsache. Ich bin der Meinung, vergessen darf man es nie, niemals. Aber es ist Zeit, dass man - wie Mängelexemplar schreibt - aufeinander zugeht, sich damit auseinandersetzt, gemeinsam trauert und aufarbeitet. Denn die heutige Generation hat damit definitiv nichts zu tun. Aber da ist die Politik im eigenen Land, mit einer diktatorisch angehauchten Führung, die offenbar nur proforma Willens ist, etwas zu ändern. Meiner Ansicht nach, als Aussenstehende.

Wie also können junge Menschen behaupten, jemanden aus einer anderen Volkszugehörigkeit zu "hassen", zu verachten, nur aufgrund dessen Staats- und Volkszugehörigkeit, aufgrund eines Krieges, in denen vielleicht ihre Grossväter oder Urgrossväter haben kämpfen müssen? Nicht einmal gebildete, studierte Menschen in der Lage sind, zu differenzieren? Mir selber passiert - mit einem Arzt aus Istanbul - mit dem ich mich ab und an unterhalten hatte, bis zu jenem Tag, als Armenien ein Thema war - und dies nur im Zusammenhang mit Literatur und Musik. Von einer Lehrerin und einem Kinderarzt wurde mir nahe gelegt, ihnen gegenüber nicht von "Ararat" zu reden, sondern von "Ağrı Dağı" (dies ebenfalls im Zusammenhang mit Literatur, nichts anderes).

Wie können Menschen über Nacht zum Schluss kommen, der Nachbar ist des Teufels und muss mit der Machete abgeschlachtet werden (Ruanda)?
Ich habe einmal einen Doku über den KKK (Ku-Klux-Klan) der Neuzeit, aus den 90-er Jahren, gesehen, diese verfolgt mich heute noch. Die Kinder haben die Hasstiraden Tag für Tag zu hören bekommen. Ohne je einen "schwarzen Mann" gesehen oder gesprochen zu haben, war es für sie klar, dass es so ist, wie es ihnen gesagt wird. Gehirnwäsche. Genauso wie das Kind in "Palästina" weiss, dass Israel böse ist, das israelische Kind, dass die Araber böse sind. Genauso wie das nordkoreanische Kind weiss, dass es hungern muss, weil es das böse Amerika gibt. Genauso wie es gewissen Organisationen gelungen ist, den Islam für Bomben und Terror einzuspannen.

Es scheint irgend wie einfacher auf dieser Welt, Hass zu verbreiten und insbesondere am Leben zu erhalten. Ideologien des Hasses, Verachtung von Menschen und ganzen Volksgruppen. Einfacher, als Vergebung und ein Neubeginn, einfach als die Vergangenheit ruhen zu lassen, aber nicht zu vergessen.

Ging es nicht auch um das Joghurt gestern, mit dem Bild eines Türken auf einem griechischen Joghurtbecher? Ob der Mann sich tatsächlich deshalb aufgeregt hat, weil er sich auf einem griechischen Joghurtbecher wiederfand, wie es der Artikel vermittelt? Ein Joghurt wird zur Staatsaffäre - will ich damit ausdrücken.

Es bleibt die Hoffnung, nur die Hoffnung.

VanArarat
 
M

mar

Guest
AW: Aghet – ein Völkermord, ARD, 09.04.2010 um 23:30 Uhr

PROGRAMMHINWEIS PHOENIX RUNDE Aghet – Ein Völkermord Die Diskussion Dienstag, 13. April 2010, 21.45 Uhr
Die türkische Regierung behauptet, es habe einen
Völkermord an den Armeniern nie gegeben. Viele Armenier fordern, der
türkische Staat solle ihn endlich öffentlich anerkennen. Was sind die
politischen Motive, dieses Eingeständnis zu verweigern? Was macht es
den Türken so schwer, von einem Völkermord zu sprechen?

Alexander Kähler diskutiert in der PHOENIX Runde mit Bahattin Kaya
(Türkische Gemeinde in Deutschland), Hans-Lukas Kieser (Historiker,
Uni Zürich), Ahmet Külahci (Hürriyet), Karen Krüger (FAZ) und einem
Vertreter der armenischen Gemeinden in Deutschland.

Wiederholung um 0.00 Uhr und Mittwoch, 14. April 2010, 09.15 Uhr

Bereits um 20.15 Uhr zeigt PHOENIX den Dokumentarfilm “Aghet – Ein
Völkermord” von Eric Friedler.

ich habe den film gesehen und fast nur geweint. wie kann eine regierung nach solchen bildern und tatsachenberichten von augenzeugen noch sagen, dass es den mord an 1,5 millionen menschen nie gegeben hat? wie lange noch verhindert das nichtaufarbeiten dieser grausamkeiten einen gesunden blick auf eine zukunft ? wie lange noch werden menschen noch heute bedroht, wenn in zeitungen und filmen , auf der strasse oder einfach im gespräch mit nachbarn das thema auf armenien kommt? jedem einzelnen türkischen demonstrant, der nach dem mord an hrant dink auf die strasse ging, gebührt ein hohes mass an respekt und dank. diese menschen stellen die ehre des türkischen volkes wieder her, wenn es um diesen mord und völkermord geht.

ps: ich fand nicht, das der film reißerisch oder theatralisch der schauspieler wegen war. sie haben lediglich den part übernommen, aus den dokumenten vorzulesen. am meisten haben mich die originalaufnahmen und fotos aufgewühlt.