Die Amerikanisierung ist ein individual- und sozialpsychologischer Prozess, der fortwährend stattfindet-gerade versärkt- siehe TTIP als nur ein Beispiel.
Zugespitzt wird folgende Mentalität vermittelt:
Wettbewerb geht über Solidarität- Profit ist wichtiger als der Mensch- Mobbing schon an Schulen ist ganz normal, sind sie zu stark, bist Du zu schwach- Familie ist alles- der Einzelkämpfer gestaltet die Welt, nicht das zusammenarbeitende Kollektiv- unbegrenzter Reichtum ist gut, the winner takes it all- Calvinismus- Sozialdarwinismus- Technokratische anstatt humanistische Bildung- Governance statt Government- eine gute show ist immer besser als die Tatsachen- Werbung und reizüberflutendes Fernsehen fürs Inn- und Ausland für alle Zielgruppen- Heterogenität besteht begrenzt im Privatbereich und wird im Zweifel ökonomischen Interessen untergeordnet- wie eigentlich alles andere auch- die Parteien sind kapitlaistisch- lobbyistisch gesteuerte Machtsysteme mit unterschiedlichem Profil, das meiste, was dabei rauskommt sind die typischen amerikanischen Show- Reden mit sentimentaler Rhetorik. Die Menschen werden offensichtlich für Kinder gehalten, die man zu Tränen rühren muss.
Auch hier in Deutschland ist das substanzlose Appelieren inzwischen Standard- nur ohne Tränen, in den siebzigern gab es das aber so noch nicht.
Die amerikanische Gesellschaft ist eine Ellbogengesellschaft. Sie fusst auf privaten Konflikten, auf der Konkurrenz der Bürger, die um Macht und Wohlstand miteinander ringen.
Das sozialdarwinistische System dominiert in allen gesellschaftlichen Bereichen (Zwischen Staat und den Staaten, den Reichen untereinander, den gesellschaftlichen Gruppen usw.). Diese Machtkämpfe werden in tradierten gesellschaftlichen Rollen und Gewändern showmässig ausgetragen. (Republikaner gegen Demokraten usw.) Diese scheinbaren Unterschiede ändern nichts an den ungeschriebenen Regeln und umfassenden kapitalistisch- lobbyistisch begründeten Sachzwängen für alle. Aus diesem Machtkorsett kommt idR keiner raus.
Natürlich, gerade in den USA ist aufgrund des Individualismus manches möglich, was woanders nicht stattfindet- Privatinitiativen entstehen und erreichen bestimmte Gerichtsentscheidungen oder politische Massnahmen . Unterm Strich sind das aber nur Schlaglichter, die den gesellschaftlichen lobbykratischen Machtprozess nicht stoppen. Der Mittelstand in den USA ist längst verschwunden. Lohndumping, Fracking, Privatfernsehen, gekauftes Recht, gewalttätiges Hegemoniestreben in der Aussenpolitik usw. usw. die Liste der Einseitigkeiten und Fehlentwicklungen aufgrund der fehlenden sozialen Komponente ist lang.