@ Sekptiker
Der bestehende "Mythos" ist nach wie vor die Sklavenbefreiung als Kriegsgrund.
Zur den 10 Jahren Aussenpolitik ab 1990:
Die Sowjetunion zerfiel nicht von heute auf morgen, sondern in einem mehrjährigen Prozess
Es gab auch noch keine EU, sondern europäische Länder mit Politiken, in denen es auch noch linke Positionen gab. Alles sortierte sich innen- und aussenpolitisch neu. Gegenüber der GUS gab es auch noch einen gewissen Schein zu wahren. Abgesehen davon gingen viele davon aus, dass die GUS unter Jelzin ganz ohne Zutun in die "pax americana" quasi hineintrudelt. Ohne Putin wäre es vielleicht so gekommen.
1990- 2000 war auch die Zeit, in der in Europa das soziale Element aus der Politik und den Medien verschwand, der Neoliberalismus zum Mainstream wurde und die beschleunigte Umverteilung von unten nach oben seinen Lauf nahm. Die SPD verlor ihr Profil und die Grünen wandelten sich von einer ökologischen Friedens- zur Kriegspartei.
1990-1991 führte USA den Angriffskrieg gegen den Irak, dessen Überfall auf Kuwait an sich nicht besser oder schlechter war als der von den USA zuvor unterstützte Angriff Iraks auf den Iran- alles klar?
Gegen den Irak wurden Sanktionen beschlossen, mit katastrophalen Folgen für die schiitische Bevölkerung, während die herrschenden Sunniten sich problemlos an der Macht hielten- wie das in Diktaturen so üblich ist. Soweit auch klar?
1993 gab es Bombadierungen in der eingerichteten Flugverbotszone im Irak
1994-1995 Die USA bombadieren serbische Städte
1996 Die USA bombadieren Irak mit Marschflugkörpern, als Raktion auf die irakische Offensive in den Kurdengebieten
1994-1996 US-Truppen sind in Haiti aktiv, um die Einsetzung des aus dem Exil zurückgekehrten Präsidenten zu sichern
1998 Bombardements angeblicher Waffenfabriken in Sudan und Afghanistan
1999 Kosovokrieg- Natokrieg ohne UN- Sicherheitsmandat
Zwischen 1990 und 2000 wurden entsprechend der Geostrategie im nahen und mittleren Osten zahlreiche Militärbasen errichtet- während die Stationierungen in Europa nach dem Wegfall der EU drastisch abgespeckt werden konnten, was die Militärausgabe auch zunächst in die richtige Richtung führte, nämlich nach unten. Was ab dem Anschlag in 2001 geschah, dessen echte, ehrliche Aufklärung faktisch unterbunden wurde, das brauche ich nicht zu erwähnen.
Die US-Strategen denken und planen langfristig- das ist der Sinn der aussenpolitischen Strategie eines Empires. Das machten/machen die Briten ebenso.
Die Europäer könnten einen friedlichen Gegenentwurf zur kriegerischen angloamerikansichen Machtpolitik planen, machen sie aber leider nicht. Zahlreiche Unterstützer der USA sowie die ganzen Profiteure in den lobbyistischen Netzwerken aus Politk, Medien, Wissenschaft verhindern allerdings auch nach Kräften die Einigung oder einen Wandel in den europäischen Ländern. In den USA selbst wird ja auch nichts besser, obwohl die Situation für die meisten Menschen immer schlechter wird. Das ist halt die Macht des oligarschichen Lobbyismus, der eine öffentliche politisch-mediale Aufklärung und Ursachenbekämpfung verhindert. Um es mit Scholl-Latour zu sagen: Medienfreiheit im Westen ist das Recht der Reichen ihre Meinung zu veröffentlichen.
Zur Monroedoktrin aus dem Jahre 1823: Amerika den Amerikanern war eine machtpolitische Ansage an die Europäer- insbesondere im Hinblick auf Lateinamerika.