#Aufstehen: Aufbruch oder Abgesang?

Bintje

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5 Mai 2018
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Nach viel PR-Getöse stellte Sarah Wagenknecht (Die Linke) heute flankiert von Simone Lange von der SPD, Ludger Volmer von B90/Grüne und dem Dramaturgen Bernd Stegemann die Sammlungsbewegung #Aufstehen offiziell in der Bundespressekonferenz vor. Die Bewegung, die nach eigenen Angaben seit Start der Website vor einem Monat bereits mehr als 100.000 Unterstützer eingesammelt hat, will den Parteien laut Wagenknecht "Druck machen", ihre Politik zu verändern. Zu Wahlen antreten wie zum Beispiel Podemos in Spanien, Cinque Stelle in Italien oder En marche in Frankreich wollen sie nicht. Sagen sie.
Im Gründungsaufruf heißt es zum Auftakt:
Es geht nicht fair zu. Nicht in unserem Land, nicht in Europa und auch nicht auf der großen Bühne der Weltpolitik. Profit triumphiert über Gemeinwohl, Gewalt über Völkerrecht, Geld über Demokratie, Verschleiß über umweltbewusstes Wirtschaften. Wo nur noch Werte zählen, die sich an der Börse handeln lassen, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Dagegen stehen wir auf: für Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt, für Frieden und Abrüstung, für die Wahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

https://www.aufstehen.de/gruendungsaufruf/

Da in den vergangenen Monaten häufiger über #Aufstehen berichtet wurde, spare ich mir größere Erklärungen und verlinke nur auf ein paar Texte.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/aufstehen-sarah-wagenknecht-a-1226419.html.

https://www.tagesspiegel.de/politik...marktwirtschaft-gilt-nicht-mehr/22992028.html

https://www.tagesspiegel.de/politik...ht-sammeln-auch-am-rechten-rand/22988918.html

Was haltet ihr von der neuen Bewegung?
 
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Msane

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25 März 2010
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Ich finds gut, wäre es eine eigene Partei dann wäre Wagenknechts Bewegung ein Segen für unser Land.
Soziale Probleme an der Wurzel packen, mehr Realismus wagen, weniger linksromantische Rumspinnerei und auch mal über ideologische Grenzen hinweg denken.
Da wäre links wieder eine Wahloption.


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Berfin1980

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19 Juni 2015
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Nichts halte ich davon, Wagenknecht, Lafontaine und ein paar andere spalten die Linke, man schaue sich die Umfragen an.

Erst genannte übernehmen rechte Sprechblasen, geht gar nicht.

Aber Anne hat am Wochenende geheiratet was mich ziemlich freut und so eine Katharina König ist mir auch sehr sympathisch...wie ein paar andere auch.

Diese Saarland Connection kann ich einfach nicht mehr sehen.

Wenn ich schon lese am rechten Rand fischen....ein Fisch ändert seine Ideologie nicht, er hat nur eine überleben.
 

sommersonne

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19 März 2017
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Leipzig
Wieso spaltet diese Bewegung die Linken? Sie soll doch unabhängig sein, keiner Partei angehören und keine bilden. Nebenbei gesagt ist diese Partei auch nicht mehr das was ich mir unter einer linken Partei vorstelle. Gespalten sind sie schon lange.

Sie sprechen die richtigen Themen an, die die Menschen bewegen oder sehr viele Menschen.
Ich finde das in Ordnung und natürlich wird so eine Bewegung für die etablierten Parteien unbequem sein. Aber das soll sie auch. Vielleicht wachen sie mal auf, wenn sie sehen wie viele Menschen in diesem Land mit ihrer Politik unzufrieden sind.

Saarland Connection, so eine Bewegung kann schon etwas bewegen und Lafontaine will dabei keine tragende Rolle spielen.

Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.
Wer nichts tut kann auch keine Fehler machen. Oftmals haben aber Fehler die Menschheit voran gebracht.
 
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Bintje

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5 Mai 2018
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Mich stören an dem Projekt mehrere Punkte. Abgesehen von alarmistischen Tönen, die ich überzogen finde, liegen sie in der Diagnose nicht falsch: die Sozialpolitik stärker in den Mittelpunkt zu rücken, ist nach jahrelangem Abbau des Sozialstaats meines Erachtens richtig!
Die Frage ist, welche Konsequenzen sie daraus ziehen.

Was mir zum Beispiel stinkt, sind Wagenknechts kryptonationalistischen Töne in Sachen Migrationspolitik. Darauf hat sie heute zwar verzichtet, aber wohl nur wegen geharnischter Kritik in den letzten Monaten [nicht nur] aus den eigenen Reihen. Dazu kommt, dass die Zahl von 100.000 Unterstützern, die sie bis jetzt haben wollen, auf mich recht fragwürdig wirkt: nach allem, was ich las, reicht eine bestätigte Mailadresse, um sich bei #Aufstehen zu registrieren, was dazu geführt haben soll, dass man - mit wechselnden Mailaddys - mehrere Fake-Accounts habe basteln können. Das soll auch passiert sein.
Unschwer vorstellbar, wie rasch eine neue Bewegung unter solchen Umständen unterwandert und torpediert oder vereinnahmt werden kann.

Als regelrechtes "Programm" wollen die Initiatoren ihren Gründungsaufruf nicht verstanden wissen. Jede/r könne daran mitwirken. Das klingt natürlich tofte, puschelig, einladend. Aber ich frage mich auch, warum Leute wie Wagenkecht, Volmer und Lange so viel Einsatz nicht in ihren eigenen Parteien einbringen? Gerade Lange hätte es in Schleswig-Holstein zurzeit relativ bequem, wenn sie denn wollte, weil Ralf Stegner gestern seinen Rückzug aus der Parteispitze angekündigt hat und die von ihm als Nachfolgerin favorisierte Serpil Midyatli noch keine Gegenkandidaten hat.

Wie auch immer: für mich hat die ganze Initiative zurzeit hauptsächlich den Mundgeruch eines querfrontlerischen Profilierungsprojekts aus dem Hause Wagenknecht/Lafontaine. Natürlich lasse ich mich gern vom Gegenteil überzeugen. Aber zurzeit bin ich hauptsächlich skeptisch und denke, dass die ganze Geschichte, falls sie nicht das Zeug hat, die linken und linksliberalen Kräfte nachhaltig zu spalten, auf Dauer ähnlich enden könnte wie die Piratenpartei: als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet - und alsbald vergessen. Abwarten..
 
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Bintje

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5 Mai 2018
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Die Linke sollte das Querfront-Paar rauswerfen.

Womit sie die Spaltung aber beschleunigen würden.

Wäre momentan m.E. der falsche Zeitpunkt. Wagenknecht war auf der PK erheblich bemüht, keine weiteren Gräben aufzureißen und sei es, indem sie einigen dezidierten Fragen auffallend auswich. Wohingegen Ludger Volmer nicht mit Kritik an den Grünen geizte und vermutlich richtig Ärger bekommt.
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Womit sie die Spaltung aber beschleunigen würden.

Wäre momentan m.E. der falsche Zeitpunkt. Wagenknecht war auf der PK erheblich bemüht, keine weiteren Gräben aufzureißen und sei es, indem sie einigen dezidierten Fragen auffallend auswich. Wohingegen Ludger Volmer nicht mit Kritik an den Grünen geizte und vermutlich richtig Ärger bekommt.
Ludger Vollmer bemaulte auf der PK die Abkehr der Grünen vom Pazifismus. Er war unter Schröder/Fischer Staatsminister im Auswärtigen Amt.
 
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