Möchte mal anmerken, dass die Schulen schon seit langem nicht mehr als "Sonderschulen" sondern als "Förderschulen" bezeichnet werden. Für mich eine wichtige Unterscheidung. Denn ich finde es richtig, dass Kinder mit Lerndefiziten bzw. mit starken Verhaltensauffälligkeiten und/oder geistiger Behinderung an Förderschulen unterrichtet werden.
Meine Meinung stützt sich nich darauf, dass ich denke, dass der Unterricht nicht laufen würde usw., aber viele dieser Kinder haben eine engere Betreuung nötig. Dies ist an Förderschulen, durch die speziell dafür ausgebildeten Lehrer gegeben. Stigmatisierung findet statt! Besonders jüngere Schulklassen könnne oft nicht gut mit der Sonderstellung, des "behinderten" Kindes umgehen. In höheren Klassen klappt das weitaus besser. Ich arbeitete als Integrationhelferin, für behinderte Kinder in Regelschulen. Und meine Erfahrung bestätigt das geschriebene. Ich selbst hatte in der Oberstufe unterricht mit Körperbehinderten, dies war im Unterricht an sich überhaupt kein Problem. Aber fakt war, dass selbt in der Oberstufe niemand diese Person in seiner Mannschaft im Sportunterricht haben wollte. Das muss man leider auch beachten. Diese Kinder bzw. Schüler werden nie als normal betrachtet (meine Erfahrung).
Achja, mir ist auch aufgefallen, dass jüngere Schüler, oft auch kein Interesse daran hatten, das behinderte Kind in Gruppenarbeiten zu integrieren.
Inklusion soll ja auch den Effekt haben, diesen Kindern die sogenannte Sonderstellung zu nehmen. Jedoch werden,wie Lilo, bereits sagte, die Förderschullehrer nun an den Regelschulen untergebracht, um DORT die Schüler weiterhin zu betreuen. Klar, die engere Betreuung ist geben. Aber auch dann werden diese Schüler die Sonderstellung behalten. Vor allem dann, wenn sie eigens für sie erarbeitetes Unterrichtsmaterialien erhalten.
Und es stimmt, niemand schickt sein Kind freiwillig auf eine Förderschule. Es läuft ja meistens so ab, dass diese Kinder erst an der sog. Regelschule sind und dort Verhalten und/oder Lernschwierigkeiten aufweisen. Der betreuende Lehrer kümmert sich darum, es wird ein Förderschullehrer hinzugezogen und das Kind wird getestet (mit Intelligenztests usw. -.-)
Daraufhin muss der Förderschullehrer ein ellenlanges Gutachten schreiben. Auf Grundlage dieses Gutachtens wird den Eltern dann vorgeschlagen das Kind auf eine Förderschule zu geben.
So, die meisten dieser Eltern blocken erstmal ab, stimmen dann aber doch zu. Und ich muss sagen, dass die Resonanz der Eltern, deren Kinder dann auf eine Förderschule gehen, meistens positiv war. Geschadet hat es also scheinbar nicht.
Wie es später für das Berufsleben und den Berufseinstieg aussieht, ist nochmal eine ganz andere Sache.
P.S. Meine Aussagen fundieren auf Berichten einer Förderschullehrerin.
