AW: Bekenntnis
Wieso diese Traningen aussagen....nur noch Dunkle Wolken ....schlürfende Worte .... mit tiefer Melancholie ?

Gruß!
Wüßte ich nur den Adressat für diese Bemerkung!
Die Fortsetzung;
Ich verabschiedete mich obwohl Younnes mich zum Fischessen einlud, doch das ging m.E. zu weit, denn ich ahnte in Tiefen, dass ich ein Mittler war und nun Younnes das Ruder hatte.
Am nächsten Tag traf ich nach der Arbeit Lucas in der Stadt und wir durchstöberten andere Teehäuser in der Stadt.
Ich hatte eine vage Erinnerung an einen Türken, der im ländlicher Umgebung Schafe züchtete und mit dem ich in einem der Teehäuser mich unterhielt. Zu diesem Teehaus gingen wir, in der Hoffnung Lucas bei ihm unterzubringen, sowohl dass er dort arbeiten und auch übernachten könnte.
Wir sassen einige Zeit dort und tranken Tee, Lucas war beim deutsch lernen wieder fleißig.
Zuerst wollte er Vokabeln lernen, aber dann traute er sich ganz Sätze zu, was ich ihm vorenthielt, denn ich glaubte, dass er mit der Menge Wissen doch nicht zurecht kommen würde, also blieb es bei Vokabeln.
Ich fragte den Kellner, ob er jemanden kenne, der mit Schafzucht beschäftigt war.
Er zeigt auf einen Tisch, an dem vier Männer Karten spielten und einer von denen war es. Wir sassen schon seit Stunden gemeinsam im selben Raum.
Wir warteten bis das Spiel zu ende war und als dieser sich erhob und dabei war raus zu gehen, sprach ich ihn an und lud ihn zu unserem Tisch.
Nachdem ich ihn die Situation um Lucas erzählt habe, sagte er, dass es die Möglichkeit bestünde, dass Lucas sowohl beim arbeiten, als auch übernachten könnte. Allerdings wollte er nicht auf der Stelle ein Wort geben und wir sollten uns am Sonntag wieder in diesem Teehaus, um 17 Uhr treffen, damit man in Einzelheiten eingehen könnte.
Ich war erleichtert, aber es stand wieder offen, wo Lucas diese Nacht schlafen sollte.
Während ich erleichtert und wiederum bekümmert dasaß, fiel mir noch jemand ein. Womöglich weil dieser Jemand nicht mal 20 m. von diesem Teehaus entfernt wohnte, er war im Tiefbau selbstständig und seit kürzlich geschieden, wohnte aber mit seinen schon Erwachsenen Söhnen zusammen, was bei mir die Hoffnung ernährte, dass Lucas aufgrund deren Zusammensetzung von Mitbewohnern, ohne Bedenken bei ihnen übernachten könnte.
In einer Minute stand ich vor der Tür und klingelte mit neuer Hoffnung erfüllt.
An einem der Fenster brannte Licht jedoch machte man die Tür nicht auf. Ich dachte bei mir, dass der Vater ebenfalls zum Kartenspielen, was er leidenschaftlich in seiner Freizeit tat, in einem anderem Teehaus sein müßte und die Söhne bei lauter Musik- sie waren um 20- das klingeln nicht gehört haben. So klingelte ich etliche Male und stand immer noch vor verschlossener Tür.
Meine Hoffnung schlug sich in Verwirrung um.
Sie wohnten auf der Ersten Etage, in den Fenstern, die unmittelbar neben der Eingangstür angebrachten waren brannte Licht, ich klopfte an einem dieser Fenster und nahm im Innerem des Raumes auch Schatten von Menschen war. Jemand rief unverständliches und ich versuchte durch die Scheibe klar zu machen, dass ich zu meinem Freund wollte, aber da deren Klinge wohl defekt sein muß, bat ich, dass man mir die Eingangstür aufmachte.
Wieder rief jemand zurück und ich verstand nur nyx!
Tief grübelnd ging ich zum Teehaus zurück und setzte mich zum Lucas, dessen Stimmung mit den Anfängen von meinen Ideen bis zum Scheitern dieser sich parallel verhielt.
Wir tranken Tee und warteten.
Aber irgendwas an mir hatte das Köder geschluckt und während ich die triste Atmosphäre des Teehauses, das nächtlich Treiben auf der Strasse beobachtete, fing ich wieder an zu funken.
Ich hatte seine Handynummer, ließ augenblicklich Lucas wieder allein und eilte wieder mit voller Hoffnung zu der unweit liegenden Telefonzelle, wählte.
Er hatte sein Handy ausgeschaltet.
Nun war ich aber gegen Hoffnungslosigkeit etwas abgehärteter, wenn auch sich wieder das grübeln einstellte.
Jedoch versuchte ich dieses grübeln nicht zu überspielen, sondern ließ es seinen Lauf.
Und kaum war ich wieder beim Lucas, im Teehaus schon eröffnete sich mir die nächste Möglichkeit.
Im Teehaus standen zwei Rechner zur allgemeinen Nutzung. Ich warf eine Münze in dem Schlitz eines Rechners und gab dasörtliche.de ein.
Gab den Namen des Freundes an und fand seine Festnetztnr.
Lief daraufhin gleich wieder zu der Telefonzelle und wählte. "Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar" vernahm ich aus dem Hörer.
Am Vorabend hatte Younnes erwähnt, dass er am nächsten Tag zu seiner Frau im Osten verreisen würde, aber da wir keine andere Bleibe fanden, versuchten wir es einfach wieder dort.
Es war schon dunkel, als wir dort klingelten. Ein Frau um die Fünfzig machte auf, sie konnte deutsch obwohl von der Farbe ihres Teints her und auch ihr Akzent verrieten es, dass sie keine Deutsche sein konnte. Ich erzählte ihr, dass Lucas keine bleibe gefunden hätte und er erneut hier schlafen würde. Sie schaute verdutzt und ich dachte bei mir, dass der am gestrigen Abend hinzugekommene Mann ihr Gatte sein müßte, erst das nähere umschreiben der Umstände vom Vortag ließ sie ahnen, um was es ging.
Sie ließ uns rein und schien dabei sich nicht gestört zu fühlen, eher zeigte sie Freude. Also betraten wir wieder die Küche und sie benahm sich so, als wären wir von Weiten hergereiste Gäste, setzte Tee auf.
Ich erklärte ihr, wie es um Lucas stand.
Nach einiger Zeit gesellte sich die Tochter, ein schlankes, ca. 20jähriges Mädchen zu uns. Sie konnte sehr gut deutsch und so redeten wir mal deutsch, mal redeten Mutter und Tochter lebhaft in ihrer Sprache miteinander.
Überhaupt herrschte eine gelassen Stimmung und ich war recht erstaunt, wie die Frau nebenbei tüchtig und unermüdlich Essen zubereitete.
Die Tochter hatte eine abgebrochene Lehre als Friseurin hinter sich. Sei sagte, dass ihr Vater draußen wär und ich ihm eine sms schreiben soll, damit er Bescheid weiß, dass wir auf ihn warteten und er nach Hause kommen sollte. Ich schrieb die sms und nach etwa einer Halben Stunde kam er.
Ich berichtete ihm über die Neuigkeiten und dass Lucas spätestens bis Sonntag hier bleiben müßte, es war Freitag.
Sie stimmten zu und wieder nahm ich Abschied.