Bekenntnis

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Bist du sicher,dass du verstanden hast?

Es geht nicht um den Text, es geht um die Person selber.
 
AW: Bekenntnis

Wieso diese Traningen aussagen....nur noch Dunkle Wolken ....schlürfende Worte .... mit tiefer Melancholie ?
:confused:
Gruß!
 
AW: Bekenntnis

@ uni
In der Zeit ist der ich_bin zuweilen derart inhomogen, dass man der konventionellen Betrachtungsweise entsprechend versucht ist, seinen seelisch- geistigen Zustand irgendwo in der Nähe der Schizophrenie einzuordnen. In meiner Erfahrungswirklichkeit (nicht in seiner) existiert allemal mehr als mein Seiendes unter anderem Seienden als wahrgenommene und erlebte historisch- soziale Situativität im fokus des ich_bin. Mittlerweile ist das für mich völlig normal. Ich verarbeite und beschreibe das in den mystischen Versen.

@all
Keine Sorge, ich bin ganz der Alte! Ihr könnt gerne eine weltliche Diskussion mit mir anfangen, um es zu testen. 8):):lol:
 
AW: Bekenntnis

Wieso diese Traningen aussagen....nur noch Dunkle Wolken ....schlürfende Worte .... mit tiefer Melancholie ?
:confused:
Gruß!
Wüßte ich nur den Adressat für diese Bemerkung!

Die Fortsetzung;

Ich verabschiedete mich obwohl Younnes mich zum Fischessen einlud, doch das ging m.E. zu weit, denn ich ahnte in Tiefen, dass ich ein Mittler war und nun Younnes das Ruder hatte.
Am nächsten Tag traf ich nach der Arbeit Lucas in der Stadt und wir durchstöberten andere Teehäuser in der Stadt.
Ich hatte eine vage Erinnerung an einen Türken, der im ländlicher Umgebung Schafe züchtete und mit dem ich in einem der Teehäuser mich unterhielt. Zu diesem Teehaus gingen wir, in der Hoffnung Lucas bei ihm unterzubringen, sowohl dass er dort arbeiten und auch übernachten könnte.
Wir sassen einige Zeit dort und tranken Tee, Lucas war beim deutsch lernen wieder fleißig.
Zuerst wollte er Vokabeln lernen, aber dann traute er sich ganz Sätze zu, was ich ihm vorenthielt, denn ich glaubte, dass er mit der Menge Wissen doch nicht zurecht kommen würde, also blieb es bei Vokabeln.
Ich fragte den Kellner, ob er jemanden kenne, der mit Schafzucht beschäftigt war.
Er zeigt auf einen Tisch, an dem vier Männer Karten spielten und einer von denen war es. Wir sassen schon seit Stunden gemeinsam im selben Raum.
Wir warteten bis das Spiel zu ende war und als dieser sich erhob und dabei war raus zu gehen, sprach ich ihn an und lud ihn zu unserem Tisch.
Nachdem ich ihn die Situation um Lucas erzählt habe, sagte er, dass es die Möglichkeit bestünde, dass Lucas sowohl beim arbeiten, als auch übernachten könnte. Allerdings wollte er nicht auf der Stelle ein Wort geben und wir sollten uns am Sonntag wieder in diesem Teehaus, um 17 Uhr treffen, damit man in Einzelheiten eingehen könnte.
Ich war erleichtert, aber es stand wieder offen, wo Lucas diese Nacht schlafen sollte.
Während ich erleichtert und wiederum bekümmert dasaß, fiel mir noch jemand ein. Womöglich weil dieser Jemand nicht mal 20 m. von diesem Teehaus entfernt wohnte, er war im Tiefbau selbstständig und seit kürzlich geschieden, wohnte aber mit seinen schon Erwachsenen Söhnen zusammen, was bei mir die Hoffnung ernährte, dass Lucas aufgrund deren Zusammensetzung von Mitbewohnern, ohne Bedenken bei ihnen übernachten könnte.
In einer Minute stand ich vor der Tür und klingelte mit neuer Hoffnung erfüllt.
An einem der Fenster brannte Licht jedoch machte man die Tür nicht auf. Ich dachte bei mir, dass der Vater ebenfalls zum Kartenspielen, was er leidenschaftlich in seiner Freizeit tat, in einem anderem Teehaus sein müßte und die Söhne bei lauter Musik- sie waren um 20- das klingeln nicht gehört haben. So klingelte ich etliche Male und stand immer noch vor verschlossener Tür.
Meine Hoffnung schlug sich in Verwirrung um.
Sie wohnten auf der Ersten Etage, in den Fenstern, die unmittelbar neben der Eingangstür angebrachten waren brannte Licht, ich klopfte an einem dieser Fenster und nahm im Innerem des Raumes auch Schatten von Menschen war. Jemand rief unverständliches und ich versuchte durch die Scheibe klar zu machen, dass ich zu meinem Freund wollte, aber da deren Klinge wohl defekt sein muß, bat ich, dass man mir die Eingangstür aufmachte.
Wieder rief jemand zurück und ich verstand nur nyx!
Tief grübelnd ging ich zum Teehaus zurück und setzte mich zum Lucas, dessen Stimmung mit den Anfängen von meinen Ideen bis zum Scheitern dieser sich parallel verhielt.
Wir tranken Tee und warteten.
Aber irgendwas an mir hatte das Köder geschluckt und während ich die triste Atmosphäre des Teehauses, das nächtlich Treiben auf der Strasse beobachtete, fing ich wieder an zu funken.
Ich hatte seine Handynummer, ließ augenblicklich Lucas wieder allein und eilte wieder mit voller Hoffnung zu der unweit liegenden Telefonzelle, wählte.
Er hatte sein Handy ausgeschaltet.
Nun war ich aber gegen Hoffnungslosigkeit etwas abgehärteter, wenn auch sich wieder das grübeln einstellte.
Jedoch versuchte ich dieses grübeln nicht zu überspielen, sondern ließ es seinen Lauf.
Und kaum war ich wieder beim Lucas, im Teehaus schon eröffnete sich mir die nächste Möglichkeit.
Im Teehaus standen zwei Rechner zur allgemeinen Nutzung. Ich warf eine Münze in dem Schlitz eines Rechners und gab dasörtliche.de ein.
Gab den Namen des Freundes an und fand seine Festnetztnr.
Lief daraufhin gleich wieder zu der Telefonzelle und wählte. "Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar" vernahm ich aus dem Hörer.

Am Vorabend hatte Younnes erwähnt, dass er am nächsten Tag zu seiner Frau im Osten verreisen würde, aber da wir keine andere Bleibe fanden, versuchten wir es einfach wieder dort.
Es war schon dunkel, als wir dort klingelten. Ein Frau um die Fünfzig machte auf, sie konnte deutsch obwohl von der Farbe ihres Teints her und auch ihr Akzent verrieten es, dass sie keine Deutsche sein konnte. Ich erzählte ihr, dass Lucas keine bleibe gefunden hätte und er erneut hier schlafen würde. Sie schaute verdutzt und ich dachte bei mir, dass der am gestrigen Abend hinzugekommene Mann ihr Gatte sein müßte, erst das nähere umschreiben der Umstände vom Vortag ließ sie ahnen, um was es ging.
Sie ließ uns rein und schien dabei sich nicht gestört zu fühlen, eher zeigte sie Freude. Also betraten wir wieder die Küche und sie benahm sich so, als wären wir von Weiten hergereiste Gäste, setzte Tee auf.
Ich erklärte ihr, wie es um Lucas stand.
Nach einiger Zeit gesellte sich die Tochter, ein schlankes, ca. 20jähriges Mädchen zu uns. Sie konnte sehr gut deutsch und so redeten wir mal deutsch, mal redeten Mutter und Tochter lebhaft in ihrer Sprache miteinander.
Überhaupt herrschte eine gelassen Stimmung und ich war recht erstaunt, wie die Frau nebenbei tüchtig und unermüdlich Essen zubereitete.
Die Tochter hatte eine abgebrochene Lehre als Friseurin hinter sich. Sei sagte, dass ihr Vater draußen wär und ich ihm eine sms schreiben soll, damit er Bescheid weiß, dass wir auf ihn warteten und er nach Hause kommen sollte. Ich schrieb die sms und nach etwa einer Halben Stunde kam er.
Ich berichtete ihm über die Neuigkeiten und dass Lucas spätestens bis Sonntag hier bleiben müßte, es war Freitag.
Sie stimmten zu und wieder nahm ich Abschied.
 
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Obwohl keine Fortsetzung angekündigt war, geht es hier weiter;


Eines hatte ich Lukas doch zu verdanken; dank ihm lief ich wieder Kilometerweit zu Fuß und das ihm kühlem Januar. Gerade diese trocken kühle Luft spät am Abend tat dem Körper unheimlich gut, je mehr ich lief desto mehr wurde es zur Selbstverständlichkeit.

Die Lebensverhältnisse im Asylantenheim stimmten mich wirklich nachdenklich. So als wär ich inmitten eines schnellem Laufes über einer Erhebung auf dem Boden gestolpert, es reduzierte meine alltägliche Geschwindigkeit und mir wurde klar, welche Unmengen an Schicksale um mich im Gange waren.
So lebte in dem einem Block von Dreien, die Familie samt Tochter und ein Chinese, Younnes, der Marokkaner, ein Kurde, ein älterer Mann, den man aus dem Zimmer husten hörte. Alle teilten sich die gleiche Küche. Es hatte mit der Pattere insgesamt drei Ebenen, auf jeder befand sich eine Dusche mit Toilette zur gemeinsamen Nutzung.

Ich wachte Samstag Morgen mit dem intuitiven Gedanken an die Bewohner des Asylantenheimes auf und ich wußte eine Kleinigkeit für diese mitzunehmen.
Den Rest des Tages, dem Samstag vertrieben wir uns die Zeit mit belangloses, weil wir viel auf den Termin am Sonntag, mit dem Schafzüchter setzten.

Lukas offenbarte bei jeder sich ergebenden Gelegenheit, wie er eine Wohnung mieten und die Mädchen für sich arbeiten lassen würde. Er rekonstruierte, wo und wie und vor allem wenn er dafür ansprechen würde.
Man konnte ihm seine Euphorie ansehen und dann war ich niemand, er redete so, als würde er laut denken und ich lauschte ihm nur.
Wir verabschiedeten uns vorübergehend und ich macht mich gleich an das Mitbringsel für die Familie, so bald ich wieder Zuhause war.
Lud vom Internet Roma-Musik der bekanntesten Interpreten und brannte eine CD mit 14 Liedern.
Gegen Abend ging ich zum Asylantenheim, diesmal machte der Chinese die Haustür auf, er war in der Küche beschäftigt. Wir unterhielten uns in englisch soweit es ging.
Dann verabschiedet wir uns mit einem Filmreifer Verbeugung a la Chinesen und Viatnamesen, Japanern und ich ging zur der Wohnung des Romas, auf der Ersten Etage.
Klopfte und die Frau des Hauses machte auf. In einem halb verdunkeltem Zimmer saß Lukas an einer Couch angelehnt auf'm Boden, neben ihm der Hausherr. Beide hatten schon ihre Schlafanzügen angezogen, das Mädchen lag auf einer anderen Couch, zugedeckt mit einer Decke. Nur die Hausfrau, die auf einen Sessel saß, war noch in Alltagskleider.
Sie schauten im Fernehen einen serbischen Sender. Man lud mich rein und jeder nahm wieder seine Zuschauer Position ein, nur dass ich nichts verstand.
Während der Werbepause unterhielten wir uns kurz und ich übergab dem Mädchen die Musik- CD.
Der Hausherr, Bobby, erzählte davon, dass er dringend einen schwerkranken Verwandten in einer anderen Stadt besuchen müßte, aber sein Geld reiche nicht aus. Er fragte mich, ob ich mit 100 € aushelfen konnte.
Ich überdachte schnell die Situation;
a - Dass es ihm an Geld fehlte, dürfte nicht angezweifelt werden, wobei der Grund hinterfragt werden könnte.
b - Meine Kasse erlaubte mir die Tagen nicht, ihm einen Hunderte vorzustrecken.
c - Er würde später, wenn es Zeit für die Rückerstattung kam, sich damit rausreden, dass er ja meinen Freund umsonst aufgenommen hätte.
d - Er fuhr trotz seines überblickbarem Einkommen durch die Stadt, einen BMW und das fand ich typisch für die Mentalität der Romas, dass sie einen ausgeprägten Egoismus pflegen, was auf weniger Umsicht mit der Umwelt hinweist sprich, er keine Gewissenbisse haben würde, wenn es um die Begleichung der Schulden ging. Ich kannte Bobby nicht so gut, abr dafür jede Menge anderer Romas.
Sie sind Überlebenskünstler.
Mir war klar, dass ich diesmal doch im Geschehen vorkommen würde, anders wie es bei Lukas Angelegenheit es der Fall war, aber bitte, so viel Verlust dürfte ich mir im Angesicht dieser Gesichte erlauben.
Wir feilschten und er gab sich mit 50 € zufrieden, die ich ihm erst am nächsten Tag aushändigen könnte, weil ich es nicht bei mir hatte und dafür zur Bank müßte.
Wir verabschiedeten uns für den nächsten Tag vor der Bank, für 11 Uhr, Vormittag.
Die Werbepause war um und man war wieder in den Film vertieft, so ergab sich für mich die Möglichkeit mich zu verabschieden.
Am nächsten Tag trafen wir uns pünktlich um 11 Uhr und gingen alle Drei zum Bankautomaten. Auch am Automat versuchte Bobby mich noch umzustimmen, dass ich ihm doch 100 € geben sollte.
Er kriegte 50 € und mit dem Versprechen, dass er es zum 30. zurückerstatten würde, ging jeder seines Weges, denn wir glaubten, dass Lukas ab heute bei dem Schafzüchter übernachten würde.
Noch bevor es 17 Uhr war gingen wir zum Teehaus, um auf das Treffen mit dem Schafzüchter zu warten.
Manch einer wird sich fragen, wie es um das Essen und trinken stand und auch weil ich Lukas Einstellung dazu seltsam fand, will ich es nachträglich erwähnen, wie es drum stand.
Alles ging auf meine Rechnung.
Am Donnerstag bestellten wir uns Döner in Lawasch-Brot, hat auch gut geschmeckt, weil das Brot ziemlich dünn ist.
Am Freitag gab es Linsensuppe zum Frühstück und gegen Abend Pizza aus der Pizzeria, dass gleich an dem Teehaus angrenzte, wo wir den Schafzüchter angetroffen hatten.
Nun wie wir auf den Schafzüchter warteten, bekamen wir Hunger und ich wollte wieder bei der Pizzeria was bestellen. Daher holte ich die Speisekarte und las sie Lukas vor, damit er unter den Pizzen eine auswählt.
Lukas: "Die Pizza hat ja nicht so gut geschmeckt wie der Kebap."
Jedoch war mir am Tag zuvor keine Döner Einrichtung aufgefallen und auch war es nicht aufgelistet.
Er sagte Kebap zur Döner, wobei Kebap ein Oberbegriff für Fleischgerichte ist, das auch Döner miteinbezieht, so gesehen hatte er nicht mal Unrecht, aber ich verband Kebap eher mit gegrilltem Fleisch.
Er wollte Kebap und keine Pizza !
Einen Moment dachte ich bei mir, wie seltsam, dass er sich seiner Lager nicht bewusst ist und nun sich gar verwöhnt verhält, aber ein anderer Impuls überragte diesen Gedanken und ich begab mich zu der Pizzeria.
Eine Döner Einrichtung war im Laden nicht auszumachen, aber ich fragte den Verkäufer, ob sie es auch anbieten würden.
Wunder..sie hatten es, also bestellte ich Zwei und wies ihm an, dass wir nebenan im Teehaus sassen.
Lukas erwähnte ich nichts davon, er sollte glauben, dass es Pizza gäbe und er sollte überrascht werden.
Wir warteten stumm und abwesend auf das Essen. Der kam und Lukas strahlte wieder blauäugig.
Für mich war es ein Beweis, dass nicht meine Person inmitten des Geschehen stand und ich hatte mich wieder überwunden.
Es war längst 17 Uhr und der Schafzüchter ließ sich immer noch nicht blicken.

Fortsetzung folgt.....
 
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ich fahre fort....

Er kam nicht und kam nicht. Wieder zogen sich dunkle Wolken auf und ich merkte meine persönlichen Grenze, die ja im Kontext des alltäglichem eigentlich längst überschritten war.
Aber es fehlte das, wenn auch schwache Signal, welches mich die letzten drei Tage immer wieder aufs Neue vorantrieb.
Ich mußte es erst mir selbst eingestehen, dass ich nicht mehr weiter wußte, um es schonend dem Lukas beizubringen.
Rückblickend muß ich erwähnen, dass ich auf der Arbeit etwas hellhörig wurde, als ein Arbeitskollege von einem Haus sprach, wo Obdachlose Unterkunft fanden.
Über der gleichen Unterkunft wurde in einer Regionalen Zeitung ebenfalls berichtet, weil es durch den Kölner Fußballverein Präsidenten und ehemaligem Nationalspieler Overath mitfinanziert wurde, dass er sich verdient machte.
Jedoch war es schon gegen 21 Uhr als wir einsahen, dass es vergeblich war noch auf den Schafzüchter zu warten.
Und ich überließ nun im stillem Lukas seiner persönlichen Kraft. Munterte ihm wieder zum Asylantenheim zu gehen und begleitete ihn einige Hundert Meter auf den Weg dahin.
Schließlich hoffte ich insgeheim, dass Bobby angesichts der ihm ausgeliehenem Geld, seine Dankbarkeit erweisen würde und den Lukas nicht abweisen konnte, so ungünstig und unzumutbar die Wohnverhältnisse auch waren.
Ich schöpfte keine Kraft mehr um mit ihm bis zum Heim zu gehen. Wir verabschiedeten und verabredeten uns für den nächsten Tag.
Am Montag ging ich gleich nach der Arbeit zu dem vom Overath mitfinanzierter Unterkunft für Obdachlose, ohne vorher mich umgezogen haben.
Es nannte sich das "Don Bosco Haus" und wie aus dem Schild zu ersehen eine katholische Einrichtung. Ein unauffälliges, zwei stöckiges, weißliches Gebäude an der Hauptstraße
Die Eingangstür stand offen, etwa zehn Treppen führtem zum Erdgeschoß, die Decken waren hoch und gewölbt, aber es sah sauber aus. An einem Ende des Flurs, gleich im Anschluß an die Treppen befand sich ein Aufenthaltsraum, wo einige Leute saßen.
Ich wandte mich in die entgegengesetzte Richtung, denn geradeaus ging es nicht weiter bzw. eine verschlossene Tür hinderte das weitergehen.
An der Kurve des sich windenden Flurs, befand sich eines der Büros, dessen Tür offen stand und ein Mann mittleren Alters sass dort.
Ich grüßte und erzählte vom Lukas.
Er fand es seltsam, aber erklärte sich mit der Bemerkung, dass auch er sich ohne Geld auf keine Reise begeben würde, bereit den Rumänen für diese Nacht aufzunehmen und morgen er sich beim Ausländeramt anmelden müßte.
Ich nahm also das Formular entgegen und sagte, dass ich mich morgen drum kümmern würde.
Zurück in der Stadt, wo wir uns mit Lukas treffen wollten, fand ich ihn auch in einem der Teehäuser, wo er schon auf mich wartete.
Wir aßen was und gingen sogleich zum Bus, um zum Don Bosco Haus zu fahren.
Lukas träumte es wieder, wie er in der Zukunft seine Geschäfte führen würde.
Im Obdachlosenheim, wobei anzumerken ist, dass es eher eine sozial-caritative Einrichtung ist, angekommen begaben wir uns zum Aufenthaltsraum. Es war schon nach 17 Uhr und drei Männer verschiedenen Alters saßen dort. Jedoch kamen neue Leute hinzu.
Einer trank aus der Flasche, die er in einer Einkaufstüte verborgen hielt und daher konnte man nicht ausmachen, was es war obwohl nach seinem Zustand zu urteilen, nicht schwer war zu erraten, dass es Alkohol sein müßte.
Sie saßen verteilt um einem etwa zwei Meter langem Tisch, wir setzten uns hinzu.
Es herrschte eine gelockerte Stimmung und ich ließ mich davon anstecken bzw. gab der Stimmung eine Stimme, sprach also fast jeden an und so unterhielten wir uns bis es hieß, dass es Abendessen gab.
Das wußte ich nicht und auch gab es Frühstück sowie Mittagessen.
Die Leute gingen zum anderem Ende des Flurs, wo ich am Tag im Büro war und kamen mit gefüllten Tellern zurück.
Ich begleitete Lukas als Übersetzer zur Essenausgabe. Es gab Kartoffelpüree mit wahlweise Wurst oder Fleisch. Im Scherz fragte ich, wie ich an mein Essen kommen würde und ebenso scherzhaft antwortete der Mann, der das Essen ausgab, dass ich dafür 1 Euro zahlen müßte.
Ich konnte angesichts des Preises nicht ausmachen, ob es ernst oder doch ein scherz war, aber es war der Ernst.
Nun, ich überwand meine jeglichen Bedenken und zahlte die 1 Euro, wobei ich mich für die wurst entschied.
Aber beim Essen fiel mir auf, dass es keine Wurst sein könnte. Es schmeckte nicht nach Fleisch, vielleicht war es eine Wurst für Vegetarier!?
Ich befragte meinen Tischnachbar, was diese Wurst ausmacht und schlug ihm vor, dass er meine wurst essen darf, wenn er es will.
Er schmeckte ab und wußte auch nicht, was es war, aber er wollte es nicht gänzlich.

Nach dem Essen kam der Hausmeister und wollte dem Lukas sein Nett zeigen. Also gingen wir alle Drei auf die Erste Etage. Der Hausmeister voran, wir dahinter, aber ein Gestank schlug einem entgegen, dass schwer auszuhalten war. Ein Gestank, dass mitunter mit Schweiß vermischt zu sein schien.
Ich protestierte, ohne auf eine Lösung zu hoffen, er meinte, dass er wüßte, wer für diesen Gestank zu verantworten wäre, aber er wußte auch Rat, denn mit einem Blick durch die offene Tür des nächsten Schlafzimmers, verriet er uns, dass dort ein Bett frei war.
Danach zeigte er die Duschen und die Toiletten, gab frische Bettwäsche und verabschiedete sich.
Wir bedankten uns bzw. ich, weil Lukas von der zeitlichen Abfolge des Dialogs mit dem Hausmeister nichts verstehen konnte.

Dieses Zimmer war erträglicher, drei Betten standen dort und es hatte zwei große Fenster mit dem Ausblick zu der Hauptstraße.
Lukas benötigte dringend eine Dusche, denn bei seiner Anwesenheit blieb der Geruch, den er von sich gab, nicht unbemerkt.
Zwei Tage lang hatte er versucht bei Bobby zu duschen, aber er kriegte es nicht in die Reihe, das warme Wasser laufen zu lassen.
Nun fehlte ihm aber Haarshampoo, ich ging wieder runter zum Aufenthaltsraum und fragte dort einen der Anwesenden, ob er für eine Dusche seinen Shampoo entbehren könnte. Das ging.

Nun könnte ich mich vom Lukas verabschieden.
Lukas meinte, dass es bei Bobby schöner gewesen wäre und damit verbannte er mich in einen inneren Dialog.
Wie, überlegte ich bei mir, wie konnte er einer fremden Familie mit zwei Frauen zumuten, dass sie ihn ohne weiteres und bis unabsehbare Zeit bei sich schliefen ließen?
Ich entschied bei mir, während ich auf die Strasse guckte und ihm darauf nichts antwortet, dass ich meinen Anteil, der mir von einer höheren Kraft auferlegt wurde, an dieser Geschichte abgedient hätte und Lukas nun nicht mehr helfen konnte.
Denn ich müßte ihm eine Predigt halten, ihn belehren, wie er sich zu benehmen hätte, um ihn seinen Fehlverhalten vors Auge zu führen, aber das stand mir nicht zu.
Also verabschiedete ich mich dahin zuversichtlich, dass diese kirchliche Organisation ihn weiterhelfen würde, wie es nur ginge.

Voraussichtlich Ende.
 
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