Es ist tragisch, was in Frankreich passiert ist aber deswegen von den Muslimen öffentliche Abgrenzung zu fordern finde ich unangemessen. Wenn sie es tun, schön, es sollte jedoch kein moralischer Zugzwang bestehen.
Die extremistischen Spalter interessiert keine gutgemeinte Demo, die Anderen brauchen keine.
Heute herrscht bei vielen Deutschen/Europäern Angst vor unkontrollierter weiterer Zuwanderung von Muslimen in bereits bestehende muslimische Parallelgesellschaften. Die Angst besteht vor allem deshalb, weil die Menschen nicht zu Unrecht davon überzeugt sind, dass die Regierungen über die Köpfe der Wähler hinweg entscheiden. Gleichzeitig wandert das Geld (die Kaufkraft) unaufhaltsam von unten nach oben. Die Politiker liefern währenddessen die immer gleichen Schaugefechte, ohne dass sich jemals irgendetwas zum besseren wendet. Faktisch überlassen sie die Menschen den Kapitalisten, Extremisten und dem polarisierenden Dauerfeuer der Quotenpresse. Wenn das so weitergeht, drehen irgendwann alle am Rad. Das ist nur natürlich.
Die Schlussfolgerung daraus kann für jeden gemässigten Bürger nur das persönliche Anliegen sein, Ruhe zu bewahren und das Leben in der Parallelgesellschaft ein Stück weit hinter sich zu lassen. Das setzt zunächst einen schmerzhaften Diagnoseprozess voraus, denn bevor man ein Problem lösen kann, muss man es erst einmal anerkennen. Politisch-korrekte Sprechblasen über Multi-Kulti, über die Sprache und die Gesetzestreue werden privat und öffentlich reichlich abgesondert, die sind aber für rein gar nichts gut.
Die Interessierten müssen sich ernsthaft um persönliche Anteilnahme und mehr Miteinander bemühen, statt sich unter Ihresgleichen zurückzuziehen, sich ein- und die anderen auszugrenzen. Das Bemühen muss ernsthaft und langfristig sein, damit es innere und äussere Hindernisse überwinden kann.
Die nationalen Politiken in Europa müssten es sich begleitend dazu endlich zur Aufgabe machen, die gutwilligen Einheimischen und Zugewanderten effektiv zu motivieren und zu fördern. Viele Menschen haben das Potenzial zur Integration, hüben wie drüben. Das lässt sich aber nur aktivieren, wenn das Wunder gelingt, dass man die Interessierten tatsächlich einander näherbringt, anstatt sie im Interesse der Unternehmer gegeneinander auszuspielen. Darüberhinaus muss man Einwanderung effektiv steuern, um die Menschen aktuell nicht zu überfordern. Das kann und wird angesichts der globalen Entwicklung nicht das Ende vom Lied sein aber gut Ding will Weile haben.