Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Ich finde es in Ordnung das er sich entschuldigt. Nützt zwar jetzt auch nicht viel, aber immerhin gibt er zu etwas falsch gemacht zu haben. Das muß man erst mal bringen.
Der Ramelow, der ja auch gerade auf Schuldbekenntnistour ist, hat ja wenigstens noch eine plausible Entschuldigung: Die, daß er zu dumm ist, das Präventionsparadox zu verstehen. Das hier ist ja nur noch erbärmlich. Populismus ist mir wichtiger als Volksgesundheit und Volkswirtschaft. Lieber dem dummen Volk aufs Maul schauen, als Menschenleben retten.

Ja. So weit sind wir schon. Rücktritte wegen katastrophalen Fehlverhaltens gegen den Rat der Virologen, des RKI fordern wir gar nicht mehr. Ist doch schon toll, wenn Politiker eingestehen, daß sie tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben, muß man ja auch doch mal anerkennen! :mad:
 
Neue Verzögerungen gibt es offenbar bei der Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken an Menschen über 60 Jahren und Risikopatienten. Die Apotheken können derzeit keine Masken weitergeben.

Obwohl diese bereitliegen.


Seit 7. Januar dürfen Masken nämlich nur noch gegen einen Berechtigungsnachweis herausgegeben werden. Der wird von der Bundesdruckerei fälschungssicher gedruckt und an die Krankenkassen verschickt, die ihn an die Versicherten weiterleiten. Bei vielen Krankenkassen sind allerdings bis heute keine Coupons eingegangen
.


RP
​
 
Der Ramelow, der ja auch gerade auf Schuldbekenntnistour ist, hat ja wenigstens noch eine plausible Entschuldigung: Die, daß er zu dumm ist, das Präventionsparadox zu verstehen. Das hier ist ja nur noch erbärmlich. Populismus ist mir wichtiger als Volksgesundheit und Volkswirtschaft. Lieber dem dummen Volk aufs Maul schauen, als Menschenleben retten.

Ja. So weit sind wir schon. Rücktritte wegen katastrophalen Fehlverhaltens gegen den Rat der Virologen, des RKI fordern wir gar nicht mehr. Ist doch schon toll, wenn Politiker eingestehen, daß sie tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben, muß man ja auch doch mal anerkennen! :mad:
Was soll ich dazu sagen. Besser machen und dann meckern.
Das ist die erste Pandemie von jedem der nicht annähernd hundert Jahre alt ist. Es gibt leider verschiedene Rücksichten zu nehmen. Keiner will hinterher ohne Arbeitsmöglichkeiten dastehen und sich bei Hartz IV. wieder finden. Gemeckert ist schnell und wie immer kann man es nicht jedem recht machen.
 
Echt, das würdest du tun?:eek: Recht am Bild? Du müßtest sie fragen, stelle ich mir nicht so lustig vor.

Soll mich gerne anzeigen.
Recht am eigenen Bild, auf dem er in einem fremden Garten im hohen Bogen pieselt oder prostatageschuldet tröpfelt? Damit dann jeder seinen Namen kennt? Hallo Frau Richterin und Gott und die Welt: Für alle die es noch nicht wussten, ich, Kevin Dödelmann, möchte von dem, in dessen Vorgarten ich meine Notdurft verrichtet habe, Schadenersatz, weil er mich aus seinem Küchenfenster raus dabei fotografiert hat.
 
@sommersonne Ich sehe das anders. Ich bin da ganz grundsätzlich auf Seiten der Bundeskanzlerin, bei ihrer Position, wie sie sie vorgestellt hat in ihrem 10-Minuten-Rant bei der Haushaltsdebatte.

Im Frühjahr war das noch anders. Wir wußten zu wenig über das Virus. Es gab viele vernünftige Annahmen in die verschiedensten Richtungen. Letztlich war das eine Wette, auf welche Theorie man setzt. Christian Drosten z.B. entwickelte Theorien wie „Masken helfen nicht“ oder „Anders als beim Grippevirus wird die Erwärmung im Frühjahr und Sommer nicht helfen“. Bis zu Streecks Heinsberg-Studie ging man aus von der Schlierinfektion (verkeimte Wassertröpfchen durch Niesen, feuchte Aussprache) als Hauptübertragungsweg, was die Corona-Warn-App zu einer wichtigen Waffe der Kontaktverfolgung gemacht hätte. Alles, was Politik machen koņte, war, zu wetten, welche vernünftige Theorie ihnen einleuchtender erschien und als Handlungsgrundlage dienen sollte. Ein „ich habe es doch gleich gesagt“ gilt dabei nicht im Rückblick, sondern nur ein „richtig geraten!“.

Seit dem Sommer ist das anders. Wir haben das Virus durch genügend Irrtümer erfolgreich umzingelt. Wir haben zu viele falsche Theorien aufgestellt und Vorhersagen daraus abgeleitet, die nicht eingetroffen sind, so daß wir jetzt einigermaßen Bescheid wissen. Lauterbach ist in seiner Rolle Zweckpessimist, aber grob kann man sagen: Was Drosten sagt, das stimmt, und Streeck mit seinem notorischen Zweckoptimismus hat sich noch immer geirrt.

Alle sagen, nach der Finanz-, der Griechenland- und der Flüchtlingskrise sei dies zum Schluß die schwerste, die Frau Merkel zu bewältigen habe. In gewissem Sinne aber ist es die einfachste. Die größte vielleicht, die bedeutenste, die bedrohlihste, aber die einfachste. Da wir es hier nicht mit Menschen zu tun haben, die sich dann teilweise auch noch in verworrenen Konstrukten organisieren wie Märkten, sondern mit einem Virus. Mit Physik. Inzwischen berechenbarer Physik. Politik ist Poker. Meine Freiheitsentscheidungen finden ihre Grenzen immer an den Freiheitsentscheidungen anderer. Darum ist Politik nicht berechenbar. Darum gibt Geschichte auch nicht Recht. Es gibt Rechnungen, die gehen auf, und es gibt Rechnungen, die gehen nicht auf.

Eines der spektakulärsten und gefährlichsten Wetten war die von Ronald Reagen, den Warschauer Pakt militärisch und damit wirtschaftlich zu Tode zu rüsten. Flankiert von so Maßnahmen wie die, den Russen ihr Vietnam in Afghanistan zu bereiten. Diese Rechnung ging auf. Vielleicht aber auch nur, weil nach dem überraschenden sozialverträglichen Frühableben der Genossen Andropow und Tschernenko ein Gorbatschow am Pokertisch saß, der einen atomaren dritten Weltkrieg nicht riskieren wollte.

Zu Beginn der Finanzkrise stellte sich Merkel groß mit Steinbrück in eine spektakuläre Pressekonferenz, und beide versicherten hoch und heilig, Ehrenwort: Wir verbürgen und, daß Ihre Spareinlagen sicher sind. Die Finanzzeitschriften haben nachgeforscht und schnell recherchiert: Das war geblufft. Zu Deutsch: Gelogen. Merkel und Steinbrück konnten das nicht wissen, schon gar nicht verbürgen. Aber hätten die Bürger ihre Sparguthaben von den Banken geräumt und in Sachwerte umgetauscht, wäre alles in jedem Falle den Bach heruntergegangen. So wurde der Bluff glücklicherweise zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Bis heute vermag niemand zu sagen, ob es eine richtige Entscheidung war, Griechenland im €uro zu belassen. Für Europa besser, für Griechenland besser. Viel sprach dafür, daß Griechenland eine eigene Währung hätte entwerten und sich so wirtschaftlich schneller konsolidieren können.

In der Politik gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Aber hier sind wir nicht im Bereich der Politik. Hier sind wir in der Epidemologie, und das heißt im Wesentlichen: in der Physik. Da gibt es richtig oder falsch. Und die Politik hat im Großen und Ganzen verdammt sehr viel falsch gemacht, und sie hätte es besser wissen und besser machen können und müssen.

Wie gesagt: Ramelow hat zugegeben, daß er das mit dem Präventionsparadox nicht verstanden hat; Kretschmer, daß er sich an Meinungsumfragen ausgerichtet hat, und nicht an der Physik der Virologen. Das war nicht auf falsche Pferde gewettet. Das war: Falsch.

Denn der Virus ist inzwischen ganz einfach. Mathematik. Wenn Du den Einzelhandel die letzten beiden wirtschaftlich so wichtigen Vorweihnachtswochen offen halten willst, dann mußt Du ihn spätestens sechs Wochen vorher schließen. Wenn Du ihn nicht schließt und dennoch bis Heiligabend offen hältst, dann wirst Du im Januar auch die Fabriken schließen müssen. „Das wird nicht reichen. Die Maßnahmen sind ungenügend. Dann werden wir uns eben in 10 Tagen wieder treffen müssen“ sagte Mutti ihren unfolgsamen Kindern, und sie behielt Recht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@sommersonne Ich sehe das anders. Ich bin da ganz grundsätzlich auf Seiten der Bundeskanzlerin, bei ihrer Position, wie sie sie vorgestellt hat in ihrem 10-Minuten-Rant bei der Haushaltsdebatte.

Im Frühjahr war das noch anders. Wir wußten zu wenig über das Virus. Es gab viele vernünftige Annahmen in die verschiedensten Richtungen. Letztlich war das eine Wette, auf welche Theorie man setzt. Christian Drosten z.B. entwickelte Theorien wie „Masken helfen nicht“ oder „Anders als beim Grippevirus wird die Erwärmung im Frühjahr und Sommer nicht helfen“. Bis zu Streecks Heinsberg-Studie ging man aus von der Schlierinfektion (verkeimte Wassertröpfchen durch Niesen, feuchte Aussprache) als Hauptübertragungsweg, was die Corona-Warn-App zu einer wichtigen Waffe der Kontaktverfolgung gemacht hätte. Alles, was Politik machen koņte, war, zu wetten, welche vernünftige Theorie ihnen einleuchtender erschien und als Handlungsgrundlage dienen sollte. Ein „ich habe es doch gleich gesagt“ gilt dabei nicht im Rückblick, sondern nur ein „richtig geraten!“.

Seit dem Sommer ist das anders. Wir haben das Virus durch genügend Irrtümer erfolgreich umzingelt. Wir haben zu viele falsche Theorien aufgestellt und Vorhersagen daraus abgeleitet, die nicht eingetroffen sind, so daß wir jetzt einigermaßen Bescheid wissen. Lauterbach ist in seiner Rolle Zweckpessimist, aber grob kann man sagen: Was Drosten sagt, das stimmt, und Streeck mit seinem notorischen Zweckoptimismus hat sich noch immer geirrt.

Alle sagen, nach der Finanz-, der Griechenland- und der Flüchtlingskrise sei dies zum Schluß die schwerste, die Frau Merkel zu bewältigen habe. In gewissem Sinne aber ist es die einfachste. Die größte vielleicht, die bedeutenste, die bedrohlihste, aber die einfachste. Da wir es hier nicht mit Menschen zu tun haben, die sich dann teilweise auch noch in verworrenen Konstrukten organisieren wie Märkten, sondern mit einem Virus. Mit Physik. Inzwischen berechenbarer Physik. Politik ist Poker. Meine Freiheitsentscheidungen finden ihre Grenzen immer an den Freiheitsentscheidungen anderer. Darum ist Politik nicht berechenbar. Darum gibt Geschichte auch nicht Recht. Es gibt Rechnungen, die gehen auf, und es gibt Rechnungen, die gehen nicht auf.

Eines der spektakulärsten und gefährlichsten Wetten war die von Ronald Reagen, den Warschauer Pakt militärisch und damit wirtschaftlich zu Tode zu rüsten. Flankiert von so Maßnahmen wie die, den Russen ihr Vietnam in Afghanistan zu bereiten. Diese Rechnung ging auf. Vielleicht aber auch nur, weil nach dem überraschenden sozialverträglichen Frühableben der Genossen Andropow und Tschernenko ein Gorbatschow am Pokertisch saß, der einen atomaren dritten Weltkrieg nicht riskieren wollte.

Zu Beginn der Finanzkrise stellte sich Merkel groß mit Steinbrück in eine spektakuläre Pressekonferenz, und beide versicherten hoch und heilig, Ehrenwort: Wir verbürgen und, daß Ihre Spareinlagen sicher sind. Die Finanzzeitschriften haben nachgeforscht und schnell recherchiert: Das war geblufft. Zu Deutsch: Gelogen. Merkel und Steinbrück konnten das nicht wissen, schon gar nicht verbürgen. Aber hätten die Bürger ihre Sparguthaben von den Banken geräumt und in Sachwerte umgetauscht, wäre alles in jedem Falle den Bach heruntergegangen. So wurde der Bluff glücklicherweise zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Bis heute vermag niemand zu sagen, ob es eine richtige Entscheidung war, Griechenland im €uro zu belassen. Für Europa besser, für Griechenland besser. Viel sprach dafür, daß Griechenland eine eigene Währung hätte entwerten und sich so wirtschaftlich schneller konsolidieren können.

In der Politik gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Aber hier sind wir nicht im Bereich der Politik. Hier sind wir in der Epidemologie, und das heißt im Wesentlichen: in der Physik. Da gibt es richtig oder falsch. Und die Politik hat im Großen und Ganzen verdammt sehr viel falsch gemacht, und sie hätte es besser wissen und besser machen können und müssen.

Wie gesagt: Ramelow hat zugegeben, daß er das mit dem Präventionsparadox nicht verstanden hat; Kretschmer, daß er sich an Meinungsumfragen ausgerichtet hat, und nicht an der Physik der Virologen. Das war nicht auf falsche Pferde gewettet. Das war: Falsch.

Denn der Virus ist inzwischen ganz einfach. Mathematik. Wenn Du den Einzelhandel die letzten beiden wirtschaftlich so wichtigen Vorweihnachtswochen offen halten willst, dann mußt Du ihn spätestens sechs Wochen vorher schließen. Wenn Du ihn nicht schließt und dennoch bis Heiligabend offen hältst, dann wirst Du im Januar auch die Fabriken schließen müssen. „Das wird nicht reichen. Die Maßnahmen sind ungenügend. Dann werden wir uns eben in 10 Tagen wieder treffen müssen“ sagte Mutti ihren unfolgsamen Kindern, und sie behielt Recht.

Danke! <3
 
Top