Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Thüringen: Klassisches Präventionsparadox. Die Thüringer hatten nicht das Geld, nach Tirol in den Skiurlaub zu fahren, und auch nicht das Hightech, das regelmäßige Geschäftsreisen nach Wuhan nötig machte (Münchens Patientin Nr.1). Und dann kam der bundesweite Lockdown. Bundesweit beinahe zu spät, für Thüringen genau richtig und rechtzeitig, um das langsam hineingesickerte Virus rechtzeitig auszutreten. So daß die gefühlt bis Anfang Oktober erleben: Corona? Was für Corona? Ich kenne niemanden, der Corona hat, und nicht einmal einen, der einen kennt, der Corona hat.

Und dann kommt natürlich der Rückkopplungseffekt mit der AfD hinzu. Die glauben gar nicht erst an Corona. Und der Augenschein scheint ihnen Recht zu geben. War man schon vorher tendenziell sorglos, wird man nun politisch-trotzig sorglos. Sorglosigkeit nicht mehr aus Nachlässigkeit, sondern als politische Haltung, Lebenseinstellung. Trage eine Maske, und Du wirst befremdet angesehen. Und BLÄMM! so sehen die Zahlen jetzt dann aus.
 
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von ganz niedrigen Zahlen auf Werte über 230/100.000
Aber in Thüringen nicht von ganz niedrigen Zahlen, sondern von nahezu Null! Es gab ganze Landkreise, die monatelang nicht einen Infektionsfall vermeldeten! Und dann galt ja sowieso im Sommer die zweite Welle noch als unbestätigtes bis unwahrscheinliches Gerücht. Lauterbach nörgelte zwar wie gewohnt rum, er habe noch von keiner Pandemie gehört, nach der es keine zweite Welle gegeben habe, aber naja.
 
Aber in Thüringen nicht von ganz niedrigen Zahlen, sondern von nahezu Null! Es gab ganze Landkreise, die monatelang nicht einen Infektionsfall vermeldeten! Und dann galt ja sowieso im Sommer die zweite Welle noch als unbestätigtes bis unwahrscheinliches Gerücht. Lauterbach nörgelte zwar wie gewohnt rum, er habe noch von keiner Pandemie gehört, nach der es keine zweite Welle gegeben habe, aber naja.

Du, wir waren hier im Sommer auch wochenlang bei Null. Gut, nicht in allen Landkreisen, aber hier in der Stadt? Nix. Es gab aber einigen Spott und Gemaule, als der MP appellierte, an sonnigen Wochenenden doch bitte nicht die Strände und Seen und Sehenswürdigkeiten zu stürmen, sondern in Parks und Gärten auszuspannen.
Ja nee, schon klar: alles andere war den ganzen Sommer über für Touris reserviert. :D Weswegen wir ja an die dänische Nordsee geflüchtet sind. Wahnsinnig viel Platz am Strand, eine wunderschöne Zeit.
Aber momentan geht das nicht mehr.
 
Während in Deutschland Leute für erlaubte, aber unerwünschte Ausflüge in den Schnee an den Internetpranger gestellt, aber nicht bestraft werden, ist in England eine Debatte über Polizeiwillkür im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten im Lockdown entbrannt. Aufsehen erregte der Fall von zwei Frauen im schönen Derbyshire, die getrennt mit zwei Autos an einen abgelegenen Ort 5 Kilometer von ihren Wohnsitzen fuhren, um dort spazieren zu gehen. Leider war der Ort nicht abgelegen genug für die Polizei, die dort mit einem Großaufgebot präsent war. "Ich dachte ernsthaft, dort sei jemand ermordet worden", sagte eine der beiden Frauen der BBC. Die Polizei knöpfte jeder der Frauen 200 Pfund (220 €) Strafe ab, und belehrte sie, dass ein mitgebrachtes Heißgetränk gegen das Picknickverbot verstoße. "Bonkers", bekloppt, fand sie die Aktion. https://www.theguardian.com/uk-news...kdown-fines-after-walkers-given-200-penalties

Die Polizei in Shropshire informierte die Öffentlichkeit vorsorglich, dass die Teilnahme an Schneeballschlachten mit £200 geahndet werde, denn diese sei kein triftiger Grund, um das Haus verlassen zu dürfen.

Während Polizeipraktiker wie der frühere Polizeichef von Durham die Ansicht vertreten, damit die Öffentlichkeit sich an die Bestimmungen halte, müssse die Durchsetzung durch die Polizei auch fair sein, hat Innenministerin Priti Patel dergleichen Bedenken nicht. Die rigorose Durchsetzung sei notwendig, befand sie. Der Daily Telegraph hatte berichtet, im Kabinett würden harte Maßnahmen erwogen, damit mehr Bürger ihre Häuser nicht verließen. https://www.theguardian.com/world/2...ice-crackdown-on-covid-lockdown-rule-breakers
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Ob es bei uns auch soweit kommt, dass bei Inzidenzen von über 1700, wie aktuell am östlichen Rand Londons (Barking and Dagenham), die Leute in ihren überbelegten Wohnhäusern festgehalten werden, obwohl bekanntlich unter freiem Himmel kein Virus übertragen wird, solange man nicht knutscht, jemanden anhustet oder Joints kreisen lässt.
 
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