Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

An Frau Augsteins Aufsatz wiederum wird ätzende Kritik geübt.


Stefan Niggemeier
@niggi


27. Jan.

Texte wie die neue @DerSpiegel-Kolumne von Franziska Augstein lassen sich schlecht kritisieren, weil sie auf so vielen Ebenen falsch, misslungen, schludrig, undurchdacht, furchtbar sind. Anselm Neft hat sich dankenswerterweise die Mühe gemacht:
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Hier
 
ein paar Gedanken zum Lockdown...

Stellt euch vor ihr seid nochmal 20 Jahre alt, gerade mit dem Abi fertig oder ein paar Jährchen älter und mitten im Studium.
Was möchte man da als junger Mensch, man möchte feiern, mit Freunden abhängen, in den Urlaub, am Strand tanzen, vllt die ein oder andere ominöse Substanz testen und man möchte Sex.
In 20 Jahren fragen kleine Kinder ihre Eltern, wie ihre Studienzeit so war... als Antwort kommt dann, "Wir hatten keine, wir saßen zuhause rum im Lockdown, das war meine Jugend".

Ich sehe hier einen Generationenkonflikt aufkeimen, immer öfters bekomme ich von sehr jungen Menschen zu hören, dass sie die Maßnahmen satt haben.
Wer könnte es ihnen verdenken, man ist nur einmal jung, die kurze Zeit der körperlichen Schönheit, der Frische und Unbefangenheit ist schnell vorbei.
Dann versinkt man im Hamsterrad des Arbeitsleben und kurz darauf setzt auch schon unaufhaltsam der körperliche Verfall ein.
Kurzum, es wird immer schwerer jungen Menschen zu erklären, dass sie ihre kurze Jugend opfern sollen, für Menschen in den Heimen die ihr Leben schon lange gelebt haben.

Unbequeme Dinge über die man nachdenken muss.


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@Msane Danke für den Beitrag.
Auch die Schüler*innen, die kurz vor dem Abi stehen, erleiden Nachteile, die sich nicht aussgleichen lassen. Sie lernen weniger, wieviel ist häufig von Zufällen abhängig (Endgeräte zu Hause, schnelles WLAN, kleine Geschwister, und vor allem Engagement der Schule) und überdies werden sie um Erlebnisse wie Kursfahrten oder einfach nur das Anbahnen und Ausleben von Berziehungen gebracht. Fast jedeR von uns zehrt ein Leben lang von solchen Erlebnissen in der Teenie-Zeit.

Darüber hinaus ist es schlicht unfair, Jugendlichen mit der Verantwortung für die Gesundheit von Großeltern zu belasten. Mein Neffe hat seine Oma väterlicherseits seit Beginn der Pandemie nur ein paarmal gesehen, (im Garten mit Maske und 2 m Abstand) und Weihnachten nach einem Schnelltest auf dem Weg zu ihr. Seine andere Oma, die im Ausland lebt, hat er zum letzten Mal im Sommer 2019 gesehen. Auch so etwas kann belastend sein, für Omas wie für Enkel. Wer hat diesen Zustand und seine endlose Dauer verursacht? Nicht die Kinder und Jugendlichen, sondern die Regierenden, die nach einer Inzidenz von zeitweise 2 (zwei) in Köln und 5 bundesweit sich in Lockerungsrallyes übertroffen haben und den fast-Null-Covid-Zustand verspielt haben.

Und jetzt wird wegen des Impfstoff-Versagens von v.d.L, Merkel und Spahn den Jugendlichen ein weiteres Jahr gestohlen. Wenn nicht wegen der zahlreichen Mutanten wieder alles zurück auf Los geht.
 
Wer könnte es ihnen verdenken, man ist nur einmal jung, die kurze Zeit der körperlichen Schönheit, der Frische und Unbefangenheit ist schnell vorbei.
So richtig ich diese Gedanken finde und auch dankbar bin, daß sie angesprochen werden, ich würde die Schwerpunkte anders setzen. Was Du ansprichst, das sind ja nun doch nicht nur zwei Jahre im Menschenleben; die Zeit, wo man sich von zuhause abnabelt, eigene Bude, Experimente mit Alkohol, die auch schon mal schiefgehen, gefährliches Leben und anstrengendes, wenn man durchnächtigt zum Job oder zur Vorlesung erscheint oder auch blau macht, das kann auch eine Dekade sein von 20-30, und man kann auch mit Kleinkind & Lebenspartner noch bei Rock am Ring zelten.

Mehr Sorgen mache ich mir da schon um die ersten vier Semester Studium. Für @Bintje ist natürlich toll, Tellekolleg 2.0, jetzt interaktiv! Sie können mit dem Mann im Fernseher sprechen!, man kann mit Komollitonen bei Discord chatten, Hausarbeiten als user generated content ins Netz und zur Diskussion stellen, und hoffentlich bleibt da viel von. Geisteswissenschaftliches Studium aber findet nicht nur statt in Vorlesungen und Seminaren, sondern auch auf dem Flur, vor dem Kaffeeautomaten, in der Mensa und in Freistunden in der Cafetaria: Wenn man das Gelernte sacken läßt, gemeinsam verarbeitet, bespricht. Und dann ganz wichtig auf den Parties, die die WGs veranstalten, wo man mit ganz anderen, Fachfremden in Berührung kommt, seine erworbenen Skills zur Anwendung bringt, intellektuelles Florettfechten betreibt. Gut; da sagt man noch: Ausgeglichen wird das dadurch, daß mit der Generation Corona auch eine groß wird, die ungeheuer selbstständig ist, sich Wissen selber erarbeitet, sehr viel improvisieren muß, nicht in eingetretenen Bahnen fährt. Neulich im Internet in meiner Uni gewesen: Der FB Philosophie macht alles digital. Alles nur noch Zoom. Mein Studium lief noch wesentlich mit Collegeblock und Kugelschreiber. Das macht etwas. Was, wird man sehen müssen.

Pubertät, die Jahre zwischen 13 und 15, die wird man nicht nachholen können. Mädchen werden nicht beobachten können, was das bei anderen macht, wie anders sie wahrgenommen werden, wenn ihnen Hügelchen unter dem Pullover wachsen. Diskos sind zu, Parties sind abgesagt, weitgehend sind Zusammenrottungen abgesagt, gemeinsames Abhängen, Chillen selbst unter freiem Himmel. Gelegenheiten also, wo man jenseits der Kindheit neues Miteinander erproben, ein- und durchspielen, auch ausfechten muß. Noch kein erwachsenes, aber auch kein naives, kindliches, spielerisches Miteinander mehr.

GANZ fatal die allerersten beiden Schuljahre. 7., 8. Schuljahr, das kann man, sich durchstolpernd, nachholen, meine Güte, und Solons Gesetzesreformen bei den Griechen im sechsten vorchristlichen Jahrhundert kann man auch wirklich schlabbern. Aber mangelnde Lese- und Rechtschreibfähigkeiten, wenn die die mit sich rumschleppen, die holen die wirklich nie mehr auf bzw. verstolpern darüber weiteres wichtiges; wenn wir die nicht pauschal sitzenbleiben lassen, dann ist diese Generation verloren.
 
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So mancher Beitrag.....ich weiß ja nicht....der muss jetzt sein.

tenor.gif
 
Das ist kein Gejammere. Offensichtlich verursachen die halbherzigen, ungerechten Soft-Lockdowns über Monate unermessliche Schäden. Sie nützen, s. Pflegeheim-Massensterben (um ein historisches Massenmord-Ereignis nicht zu verharmlosen), nichts und schaden nur.
 
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