ER=deutsch, ICH=Muslimin

Farina

Well-Known Member
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

leichter gesagt als getan, lieber pit..
ne bekannte wurde von der familie ausgestossen, weil sich sie sich scheiden ließ... nach der scheidung hat sie ein noch gesitteteres leben geführt als vorher, damit ja keine schande hoch kommt. sie ist seint 3 jahren geschieden und wird immernoch von ihren onkeln mißachtet und ignoriert...

aber es wäre schön, wenn es so sein würde wie du es sagst, das alles ist mit kampf / engagement verbunden, aber leider geben die meisten schon auf, bevor sie kämpfen

Hat schon mal jemand gehört, dass ein Mann missachtet und ignoriert wurde, weil er sich scheiden ließ? :|
 

TheCore

Moderator
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

ME nach hinkt der Vergleich. Das patriarchalische Herrschaftsdenken hat in der muslimischen Gemeinde, im alltäglichen muslimischen Denken nach wie vor einen nahezu ungebrochenen Geltungsanspruch.

Die Intensität ist eine ganz andere, das habe ich ja leider selbst erleben müssen. Sagen wollte ich, dass ich die (unter Deutschen verbreitete) Ansicht, damit einer "Zurückgebliebenheit" gegenüber zu stehen, die hierzulande ganz aus der Welt ist, für eine Illusion halte.
Ich habe noch in der Schule mein katholische Religion abgelegt. Die Reaktionen der Mitschüler waren Erstaunen und Unverständnis. Teils soweit, dass man meinen könnte, die Bekenntnislosigkeit wäre die Vorstufe dazu, einer Sekte anheimzufallen. Später einmal in einem Gespräch mit einem Kollegen meinte dieser, er könne sich ebenso wenig mit dem Glauben identifizieren aber (scherzhaft) "seine Eltern würden ihn umbringen", träte er aus der Kirche aus.
Artikel 333 des schweizerischen ZGB regelt die Haftung des "Familienhauptes".
Deutschland vor 40 Jahren:
„Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt. Die Ehe fordert von ihr eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu stellen.“ BGH NJW 1967, http://ballmann.wordpress.com/category/der-sex-der-fruhen-jahre/
 

Lorelai

New Member
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Hui ganz schön viel geschrieben worden, seit ich heut morgen das letzte mal geschaut habe!
Auch ich bin ab jetzt bekennender Fan der Kurdin die bei Dines Mama wohnt....ich wünschte ich wäre auch so mutig (das soll keine Selbstbemitleidung werden), aber ich arbeite noch dran....Ist wohl besser den Eltern häppchenweise was zum Verdauen zu geben, als gleich die ganze nackte Wahrheit oder???

@Brunhilde: Wenn ich fragen darf und sofern du dazu was sagen mäöchtest....Wie lange bist du schon mit deinem Schatz zusammen und nach wie langer Zeit hast du es Ihnen gesagt? Wie war die Reaktion? Sind sehr gläubig oder traditionell?
Ich kenne deine Situation zwar nicht, aber ich denke nicht, dass du nicht mutig bist, du bist jedenfalls schon einen Schritt weiter als ich es bin und als "Betroffene" nehm ich den Hut vor dir ab....ich glaube das kostet seeeeeeeeeehr viel Überwindung.
 
P

Pit63

Guest
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

leichter gesagt als getan, lieber pit..
ne bekannte wurde von der familie ausgestossen, weil sich sie sich scheiden ließ... nach der scheidung hat sie ein noch gesitteteres leben geführt als vorher, damit ja keine schande hoch kommt. sie ist seint 3 jahren geschieden und wird immernoch von ihren onkeln mißachtet und ignoriert...

aber es wäre schön, wenn es so sein würde wie du es sagst, das alles ist mit kampf / engagement verbunden, aber leider geben die meisten schon auf, bevor sie kämpfen

Hallo Bruni,
glaube ich Dir gerne, dass es sehr schwer ist und jede Menge Mut erfordert.
Mein von Dir zitierter Satz beschrieb indes die Reaktionen in deutschen Elternhäusern- im Unterschied zu den türkischen.

VG
 
P

Pit63

Guest
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Die Intensität ist eine ganz andere, das habe ich ja leider selbst erleben müssen. Sagen wollte ich, dass ich die (unter Deutschen verbreitete) Ansicht, damit einer "Zurückgebliebenheit" gegenüber zu stehen, die hierzulande ganz aus der Welt ist, für eine Illusion halte.
Ich habe noch in der Schule mein katholische Religion abgelegt. Die Reaktionen der Mitschüler waren Erstaunen und Unverständnis. Teils soweit, dass man meinen könnte, die Bekenntnislosigkeit wäre die Vorstufe dazu, einer Sekte anheimzufallen. Später einmal in einem Gespräch mit einem Kollegen meinte dieser, er könne sich ebenso wenig mit dem Glauben identifizieren aber (scherzhaft) "seine Eltern würden ihn umbringen", träte er aus der Kirche aus.
Artikel 333 des schweizerischen ZGB regelt die Haftung des "Familienhauptes".
Deutschland vor 40 Jahren:
„Die Frau genügt ihren ehelichen Pflichten nicht schon damit, dass sie die Beiwohnung teilnahmslos geschehen lässt. Die Ehe fordert von ihr eine Gewährung in ehelicher Zuneigung und Opferbereitschaft und verbietet es, Gleichgültigkeit oder Widerwillen zur Schau zu stellen.“ BGH NJW 1967, http://ballmann.wordpress.com/category/der-sex-der-fruhen-jahre/

Von Zurückgebliebenheit würde ich selbst heute nicht sprechen wollen, lieber von Andersheit, wenngleich die umstrittenen familiären Konventionen muslimischer Zuwanderer den deutschen Verhältnissen der Vergangenheit stärker ähneln als denen der Gegenwart.
 
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