AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...
Ich weiss nicht. Grundsätzlich wie die Vorposter.. es wird bei Euch Kompromisse geben müssen. Wie die aussehen, könnt nur Ihr entscheiden und beschliessen bzw. in die Tat umsetzen.
Mir scheint jedoch oder ich frage mich, ob ihm die religiöse Trauung in der Moschee wirklich des Glaubens Willen wichtig ist oder einfach, weil "man es so tut und schon immer so getan hat". Wenn Du keiner Buchreligion angehörtst, dann ist es in der Tat etwas schwierig mit einer Heirat in der Moschee. Denn - wie Du schon geschrieben hattest - müsstest Du Dich entweder zum Islam bekennen oder zu einer Buchreligion (im "Notfall" mit einer Taufe). Aber nur dem Schein nach, geht das nicht. So oder so wäre es nicht richtig, weder das eine noch das andere. Denn Religion ist eine Sache des Herzens und diese wechselt man nicht einfach oder tritt einfach ein, um ein anderes Problem zu lösen bzw. jemandem anderem einen Gefallen zu tun, so dass es seine Ordnung hat, mal so ausgedrückt. Auch dies sollte Dein Freund eigentlich wissen. Und auch deshalb wieder die Frage: wie ernst ist es ihm mit seinem Glauben?
Mit der Beschneidung - so wie es heute durchgeführt wird (bei einem Baby oder später in einer religiösen Zeremonie mit entsprechender Betäubung) eines Jungen hätte ich persönlich kein Problem (auch unabhängig von der Religion).
Dass die Kinder nach dem Islam erzogen werden würden, ist eine Tatsache, sofern eben der Islam tatsächlich eine Rolle spielt und nicht nur für das Image (nicht nur für das Image will heissen - unter anderem - Koranschule, Arabisch lernen). Auch hier musst Du Dir überlegen, ob dies für Dich passen könnte eines Tages.
Ich werfe die Frage nach dem Glauben nochmals insofern auf, als aus meiner Sicht, wenn es ihm wirklich und wahrhaftig um den Glauben und das Befolgen des Korans geht bzw. dies eine Rolle spielen würde - eben nicht nur "Pseudo Islam" um das Gesicht gegen Aussen zu wahren bzw. gewissen Erwartungen (Familie, sich selber gegenüber, keine Ahnung) zu erfüllen - dann dürftet ihr gar nicht so zusammen sein und schon gar nicht zusammen leben (kein ausser eheliche Zusammenkünfte, weder für Frau, noch für Mann - die Männer vergessen dies aber in der Regel gerne.... ), so neben bei bemerkt.
Die Frage ist, wer von Euch Kompromisse eingeht und welche dies sein werden / sein sollen. Ich persönlich habe - in sehr jungen Jahren - immer gesagt, soziale Unterschiede (Bildung, nicht Bankkonto), Herkunft (geographisch) oder auch Religion spielen keine Rolle. Die Liebe kann alles wett machen. Meine Erfahrungen haben mich aber eines anderen belehrt, teilweise auf ziemlich üble Weise. Damit eine interkulturelle (inkl. verschiedener Religion) Beziehung (binational) funktioniert, bedarf es sehr sehr viel. Vor allem Toleranz und den gegeseitigen Respekt. Es gibt Dinge, die werden wir nie verstehen, aber akzeptieren müssen, beispielsweise. Der Teil, der mehr Kompromisse eingeht in solchen Beziehungen - aufgrund meiner Erfahrungen und Kenntnisse - ist meistens und in der Regel die Frau.
In diesem Sinne wünsche ich Dir / Euch alles Gute.
LG, VanArarat