er moslem, ich religionsloser freigeist...

YarimElma

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Wenn er so gläubig ist wie er behauptet, dann sollte die Täuschung einer Konversion ausgeschlossen sein. Dazu ist der Glaube zu sensibel, als dass man nur "so tut als ob":-?
 

blackcyclist

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Ich halte es für generell schwierig mit einem religiösen Menschen zusammenzuleben. Kommt natürlich auch auf den Grad an. Es fängt ja schon damit an, die meisten religiösen Menschen (und vor allem im Islam, ihr Buch war ja das letzte und beste) halten sich für erleuchtet und wollen einem an ihrem Himmelreich teilhaben lassen. Das man selbst der festen Meinung ist, das gibt es so nicht und ein Gros der Wissenschaft derselben Meinung ist, interessiert überhaupt nicht.

Da fällt es natürlich leichter als Ungläubiger Kompromisse zu machen und den anderen einfach machen zu lassen. Spätestens bei der Erziehung der Kinder wird es schwierig, da prallen im Prinzip Mittelalter und Moderne aufeinander. Mit welchem Recht, darf der Mann bestimmen, welche Religion die Kinder haben werden? Steht im Koran. Mit welchem Recht darf der Mann bestimmen, was die Frau anzieht, Steht im Koran. Und da stehen für viele Dinge Bestimmungen drin, da hat der Mann immer Recht. Und was will man denn gegen das Wort Gottes sagen?

Mit Katholiken odeer Evangelikalen ist es bestimmt auch nicht einfach. Eine Bekannte von mir war mit ihrem Mann (streng katholisch) im Naturkundemuseum und da haut er doch raus: Das ist doch alles gelogen, in der Bibel steht die Wahrheit. Da hat sie die Notbremse gezogen und hat sich scheiden lassen (da sind noch mehr so seltsame Dinge passiert).
 

Aylin2009

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

meine situation ähneld deiner ziemlich stark. ich bin religionslos und er gemäßigter Moslem. Und wir hatten auch schon viele Grundsatzgespräche...

Insgesamt sehe ich das aber nicht so tragisch. Da - so wie ich das verstehe - bei den muslimen der vater die religion auf das kind überträgt, wird euer kind ja nach seinem glauben naturgemäß schon mal moslem sein. da muss man also nicht lange drüber diskutieren. er hat seienen Willen (und du weißt es insgeheim besser :lol:). Wenn er seinem Kind dann alles über die Relgion erzählt und ihm diesen Glauben anerzieht, dann soll er dass doch tun.
Auch du als Mutter wirst einen großen Einfluss auf dein kind haben und wenn du ihm dann von der anderen Seite was von Toleranz und der berechtigten Existenz anderer Religionen und religionsloser Menschen erzählst, wird das Kind sehr tolerant erzogen. Selbst wenn es dann ab einem gewissen Alter entscheidet aus freien stücken praktizierender Moslem sein zu wollen, dann wird es trotzdem auch andere Meinungen viel leichter akzeptieren können, weil auch seine Mutter ihm ein gutes Vorbild war.

das ganze darf nur nicht in einem Kampf zwischen dir und deinem Zukünftigen ausarten. man müsste sich ernsthaft darauf einigen, dass jeder dem Kind seine Werte vermitteln darf. In vielen Fällen werden sie wahrscheinlich gar nicht so stark voneinander abweichen, nur dass ihr sie vielleicht anders begründet. ihr seid ja schließlich auch ein glückliches Paar, da können eure Wertevorstellungen ja gar nicht sooo weit auseinander liegen. unabhängig von der Religion. Und so wie du deinen freund beschreibst, ist er ja jetzt nicht besonders streng. Die, die sich auf das Schweinefleischverbot und das Fasten beschränken sind doch er die Softversion. Dazu kommt, dass er unverheiratet mit einer deutschen Frau zusammen lebt und seine Familie offensichtlich auch bescheid weiß. Es hört sich jetzt also zumindest nicht so an, als würde er einer künftigen Tocher das Kopftuch aufzwängen oder sie mit einem Cousin 2. Grades zwangsverheiraten....kurz, so wie du eure beziehung beschreibst, lässt es darauf schließen, dass man mit ihm arbeiten kann. Dass er tolerant ist und dir deinen Glauben bzw. nicht-glauben zugesteht.

sicher, es gibt immer ein paar Knackpunkte, wo einer der beiden Kompromisse eingehen muss. das sind entscheidungen, die dir keiner abnehmen kann. Für mich persönlich ist die Beschneidung eines künftigen Sohnes kein Problem. Es wird sein Leben in keinster weise beeinflussen.
und wenn mein Kind sich dann aufgrund seines Vorbild-Daddys dazu entscheidet; dessen Religion zu leben, dann bin ich glücklich darüber solange es ihn/sie glücklich macht.
Wenn es was über den Koran lernt, dann bildet es in erster Linie seine Allgemeinbildung. und wenn es tatsächlich arabisch lernt, umso besser! Dass das Kind kein schweinefleisch essen wird, weil der papa darauf besteht, damit kann ich persönlich auch gut leben. ich selbst esse ihm zuliebe in seiner Gegenwart auch kein Schwein. wenn er nicht dabei isst, dann esse ich und das weiß er. klingt für viele bescheuert, aber für uns ist das der richtige Weg, weil wir beide gut damit leben können. Wenn ich dann mit meinem jugendlichen Kind (sobald es in dem alter ist, selbst zu entscheiden, was es will) hin und wieder heimlich eine Bratwurst essen gehen kann und wir so unsere kleinen Geheimnisse vorm papa haben, fänd ich das schön. Wenn das heranwachsende Kind den Glauben leben will und entscheidet kein Schweinefleisch zu essen, dann ist das auch absolut ok für mich.
wenn das Kind sich entscheidet; den glauben sogar strenger als der Vater zu leben, dann ist das auch ok für mich, solange es glücklich dabei ist und es aus eigenen stücken tut. was sollte ich für ein problem damit haben, wenn mein Sohn keinen Alkohol trinkt oder meine Tochter sich entschließt auf "den richtigen" zu warten. ja mein Gott, dann ist mein kind eben ein Moslem. Genauso, wie der Mann; den ich liebe und den ich mit seinem Glauben respektieren kann.

das einzige was für mich gar nicht ginge, wäre, wenn mein Kind beschränkt oder fanatisch werden würde. Ich habe aber ein tiefes Vertrauen darin, dass das nicht passieren wird, solange auch ich - als vermeindliche ungläubige - ihm ein gutes Vorbild bin. So lange es seine Mutter liebt, wird es Menschen ohne Religion auch nicht verachten oder abwerten.

Religion ist meines Erachtens eine ganz persönliche Sache und mein Kind, das mit zwei Religionen bzw. Weltansichten aufwächst; wird eher geneigt sein, am Ende auch eine ganz persönliche Entscheidung zu treffen. ohne gehirnwäsche. Es wird sich für das entscheidene können, was es glücklich macht.

voraussetzung ist aber natürlich, dass dein Freund das genauso sehen kann. Dass er dem Kind zwar seine Werte vermittelt, aber nicht verlangt, dass es sich strenger dran hält, als er es als Vorbild selbst tut. Und dass er am ende - sollte das kind seinen Glauben nicht praktizieren wollen oder es in einer noch leichteren Variante tun als er selbst, das akzeptieren kann und das kind trotzdem bedingungslos liebt, genauso, wie er seine nicht religiöse Frau liebt. und ihr ihre konfessionslosigkeit zugesteht.

du musst dir da ganz sicher sein können, dass er dich wirklich so akzeptiert, wie du bist und dass er nicht insgeheim, darauf wartet, dass du irgendwann seinen glauben annimmts. so viel ehrlichkeit und vertrauen muss da sein.
das mit dem Heiraten wäre bei mir der einzige Punkt, bei dem ich absolut keine kompromisse eingehen würde. Ich würde meine Weltansicht niemals für jemand anderen ändern. Auch nicht nur zum spaß.

es war mir neu, dass mein freund und ich (als konfessionslose) gar nicht muslimisch heiraten können. Aber entweder findet er dann einen Imam, der es trotzdem tut, oder aber er muss darauf verzichten.

Ich finde es grundsätzlich sehr gut, dass du dir diese gedanken machst und mit deinem freund drüber sprichst. Das ist kein Thema, das man bespricht, wenn es soweit ist, da es eventuell der Grund ist, warum es im enteffekt nie so weit gekommen wäre, wenn man früher drüber gesprochen hätte...:-?
 

oooJENNYooo

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

@waltraut: ich kenne seine familie und ein paar seiner freunde. Leider ist auch die sprache immernoch eine barriere…seien eltern sprechen kaum deutsch und ich persönlich kann mich bisher kaum mit ihnen verständigen… ich bin dabei die sprache zu lernen, aber so einfach ist es leider nicht mal eben nebenbei türkisch zu lernen… ich weiß, dass seine schwester z.b. jungfräulich in die ehe gegangen ist und für sich ihre feste überzeugung hat… laut meinem freund ist es aber so, dass die eltern keinerlei erwarungen stellt und es den beiden selber überlassen wie sie ihr leben leben…bei ihm und auch bei seiner schwester ist es eigene überzeugung und die eltern würden mich z.b. jederzeit als die frau an der seite meines freundes akzeptieren wenn das seine entscheidung ist…

Sich einfach zeit mit diesen themen lassen ist allerding schwierig, da wir auch noch einen gewissen altersunterschied haben, und er gerade ein bisschen torschulsspanik bekommt und einen ziemlich festen zeitplan hat, wann er heiraten und kinder bekommen möchte und wann seine zeit dafür abgelaufen ist usw… alles nicht so einfach…ich habe das gefühl seine zeit zu stehlen, wenn ich jetzt einfach abwarte und wenn die zeit ran ist immernoch nicht anders über diese dinge denken kann und es für ihn dann zu spät ist mit einer anderen frau neu anzufangen… puuhhhh…verwirrung…

@lilly milly und esmaaa: ich bin schon sehr überzeugt darin, keiner religion anzugehören… ich glaube nicht an gott, wie er in den jeweiligen religionen präsentiert wird…genau deswegen ist es für mich schwer, vor den menschen die diese religionen verbreiten und davon überzeugt sind zu stehen und ihnen in dem moment recht zu geben… ich habe weniger ein problem damit mich in gewisser weise als gläubig anzusehen als mich einer bestimmten religion zu bekennen. Taufen kommt für mich aus vollster überzeugung absolut nicht in frage und nun lese ich den koran und muss erkennen, dass auch die dinge die ich dort lese, mich eher noch mehr in meiner religionslosigkeit bestätigen als es mir zu erlauben mich mal eben für´s formelle diesem glauben zu bekennen…

Ich habe mich selber immer eher ein wenig als „unorientiert“ betrachtet, da ich ja nicht völlig ungläubig bin und ich habe gehofft, dass ich vielleicht irgendwie irgendwann einen zugang zu einer religion finden werde… aber je mehr ich mich aus aktuellem anlass damit beschäftige, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass meine religonslosigkeit das richtige für mich ist…und dann ist es mir selber gegenüber einfach nicht richtig mich „unehrlich“ einer religion zu bekennen, um einen nutzen daraus zu ziehen… wenn ich mir nun schon eine meinung über diese dinge bilde, muss ich doch auch dazu stehen…
 

Sabine

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Hey Jenny , ihr wohnt mal gerad seit ein paar Wochen zusammen .
arte doch erst mal ab , wie sich euer Zusammemleben entwickelt.
sich jetzt schon Gedanken über eventuelle Kinder und Hochzeitszeremonien zu machen , halte ich für zu früh.

Zu früh finde ich das nicht. Wenn Frau meint, wirklich den Mann für´s Leben gefunden zu haben, kann es gar nicht früh genug sein, sich über sowas Gedanken zu machen.

...es war mir neu, dass mein freund und ich (als konfessionslose) gar nicht muslimisch heiraten können. Aber entweder findet er dann einen Imam, der es trotzdem tut, oder aber er muss darauf verzichten...

Doch das ist wohl tatsächlich so. Aber sich deswegen "einfach mal so" taufen zu lassen, finde ich völlig daneben. Dann läßt man die islamische Zeremonie eben und fertig. Standesamt reicht doch völlig.

@ Jenny

Mein Mann wollte auch nie, daß Töchterchen Schwein ißt. Mittlerweile hat er wohl eingesehen, daß sich daß hier gar nicht vermeiden läßt. Nur die Familie in der Türkei darf davon nichts wissen. Also pssssst... 8)

Wäre Tochter ein Sohn geworden, wäre ich auch mit dem Beschneiden einverstanden gewesen. Soviel Zugeständniss meinerseits hätte ich dann schon gemacht.

Also ich bin getauft und evang. Christin, da gab es das Problem mit dem "Ungläubig" nicht. Glaube aber ehrlich, daß er mich auch ohne Glauben genommen hätte, denn ich kann mich nicht erinnern, daß er (oder seine Familie) vor unserer Hochzeit je danach gefragt haben.

Dass der Mann den Kindern seinen Glauben "vererbt" ist eine Tatsache. Unsere Tochter ist gerade 2 1/2 und hat von Männe in Richtung islamischer Religion bisher noch gar nichts mitbekommen. Mit Mama dagegen betet sie regelmäßig vor dem Schlafengehen. Weihnachten, Kirche, Jesus, Maria und Josef sind auch schon bekannt. Und wenn sie mal alt genug für den Konfirmationsunterricht ist, kann ich mir schon jetzt vorstellen, daß sie sich das nicht von Papa nehmen läßt.

Allerdings sind mein Mann und ich uns einig darin, daß Töchterchen sich später selber aussuchen darf, was sie mal Glauben möchte: Moslem, Christ, Buddist, Indianer oder auch gar nichts. Wir als Eltern sind für alles offen, schließlich ist es ihr Leben.

Ich für meine Erfahrung kann nur sagen, daß Kompromisse in jedem Fall nötig sind und es ist nicht immer die Frau, die diese machen muß. Zumindest bei uns nicht :wink:

Alles Gute für Euch !
 

Aylin2009

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Dass der Mann den Kindern seinen Glauben "vererbt" ist eine Tatsache. Unsere Tochter ist gerade 2 1/2 und hat von Männe in Richtung islamischer Religion bisher noch gar nichts mitbekommen. Mit Mama dagegen betet sie regelmäßig vor dem Schlafengehen. Weihnachten, Kirche, Jesus, Maria und Josef sind auch schon bekannt. Und wenn sie mal alt genug für den Konfirmationsunterricht ist, kann ich mir schon jetzt vorstellen, daß sie sich das nicht von Papa nehmen läßt.

insgeheim glaube ich auch, dass unter "normalen" familiären Voraussetzungen (also, wenn das verhältnis des kindes zu keinem elternteil irgendwie gestört ist), die Mutter mehr einfluss auf den Glauben des Kindes hat, da sie in der regel wohl mehr und tiefgehender mit den kindern spricht.
wenn es dem gläubigen vater also sehr wichtig ist, dass das Kind seinen glauben übernimmt, dann muss er sich schon ein bisschen anstrengen und ihm die vorzüge konsequent vorleben.

ich glaube dass sich das viele Männer gar nicht zutrauen, da sie es mit ihrer Religion selbst nicht immer so ganz ernst nehmen, und deswegen so einen Druck auf ihre nicht-muslimische frau ausüben, ihren glauben anzunehmen bzw. sich dann lieber gleich für eine muslimische Frau entscheiden.
 

madrid78

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AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Unsere Tochter ist gerade 2 1/2 und hat von Männe in Richtung islamischer Religion bisher noch gar nichts mitbekommen. Mit Mama dagegen betet sie regelmäßig vor dem Schlafengehen. Weihnachten, Kirche, Jesus, Maria und Josef sind auch schon bekannt. Und wenn sie mal alt genug für den Konfirmationsunterricht ist, kann ich mir schon jetzt vorstellen, daß sie sich das nicht von Papa nehmen läßt.

da kann ich nur zustimmen, Religion wird meiner Ansicht nach von der Mutter weitergegeben, Männer haben meistens nicht die Ausdauer dafür:lol: -auch wenn sie gerne sagen, dass die Religion vom Vater kommt (aha, mit dem Sperma sozusagen pinocchio )

Allerdings sollte man sich früh über Kindererziehung einig sein, am besten vor der "Produktion", denn wenn man sich da schon streitet, geht es hinterher nur in die Hose.
Und zur Hochzeit in der Moschee kann ich nur nach Erfahrung sagen, dass ich meiner Schwiegermutter bei der Diskussion gesagt habe, dass ich nicht getauft bin und dann war die Sache vom Tisch für Sie (ok, ihr ist schon die Kinnlade runtergeklappt, weil sie dachte alle Deutschen wären getauft..).
Aber ich musste mir von anderer Seite schon anhören, dass man ja "aus Liebe zu seinem Mann konvertieren müsste" :icon_eyecrazy:
Aber wie hier schon gesagt wurde, jemand der richtig gläubig ist würde nie jemanden zur "Scheinkonvertierung" animieren, das genzt ja schon an Gotteslästerung.
 

Feryha

Well-Known Member
AW: er moslem, ich religionsloser freigeist...

Also Liebe hin oder her-ich würde mich und meine zukünftigen Kinder keiner Religionsdiktatur unterwerfen (egal welcher!). Die Toleranz die ich meinem Parter zuteil werden lasse-in diesem Fall fasten,kein Schwein-erwarte ich auch im Gegenzug-Religionsfreiheit,Grundrechte der Verfassung DIESES Landes,in dem meine Kinder leben sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit ebenso.
Ich würde meinem zukünftigen Kindern ungern die Querelen und Auseinandersetzungen zumuten wollen.Ich denke ich würde mich trennen.
 
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