Yagmurlu Günler
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Immer mehr junge Frauen unterziehen sich in der Türkei einer "Hymenalrekonstruktion".
Genaue statistische Zahlen zum Tabuthema "Hymenalrekonstruktion" gibt es in der Türkei nicht. Laut einer Umfrage des Sexualforschungsinstituts CETAD Istanbul befürwortet aber jede zehnte Befragte einen solchen Eingriff. In einer Gesellschaft, in der noch immer Wert auf Jungfräulichkeit gelegt wird, ist es also kein Wunder, dass sich junge Frauen genötigt sehen, sich für die Ehre unters Messer zu legen.
Dr. Ibrahim Askar ist seit zehn Jahren in der osttürkischen Stadt Diyarbakir als Gynäkologe tätig. In einem Interview mit Sabah Online äußerte der Arzt, dass die Hymenalrekonstruktion oder auch Revirgination genannt, in der Osttürkei oft durchgeführt wird. Auf der einen Seite beobachte er im traditionell konservativen Osten eine Entspanntheit im Umgang mit dem Thema Sexualität, auf der anderen Seite kämen weiterhin viele junge Frauen vor ihrem Hochzeitstermin zu ihm. Für viele Mädchen ist Askar der letzte Ausweg. Und das sei auch der Grund, warum er etliche solcher Eingriffe durchgeführt habe. Ein schlechtes Gewissen gegenüber den Männern plagt ihn nicht. Askar ist auf der Seite der Frauen und betrachtet die Eingriffe als "sozialen Dienst".
Doch nicht nur im Osten der Türkei machen sich Mädchen durch eine Hymenalrekonstruktion heiratsfähig. Auch in den Großstädten des Landes, in Istanbul, Ankara und Izmir sind die Eingriffe unter den scheinbar modernen jungen Frauen en vogue.
Einer der ersten Ärzte, der sein Schweigen gebrochen hat und in den Medien über dieses Thema sprach, ist der Frauenarzt Dr. Cenk Kiper. Im vergangenen Jahr äußerte der Gynäkologe aus Istanbul, dass er unzähligen Patientinnen die Unschuld zurückgegeben hat. Seit zwei Jahren verweigert er allerdings solche Eingriffe.
Der Frauenarzt findet "sowohl das Verhalten der Frauen als auch die Erwartungshaltung der Männer sind nicht vertretbar." In der türkischen Gesellschaft würden die Menschen nicht mehr nach ihrer Persönlichkeit bewertet, sondern nach ihrer Sexualität, kritisiert Kiper. Der Bildungsgrad eines Menschen, seine Lebenseinstellung, seine Lebensentwürfe oder sein Glaube seien unwichtig. Sexualität sei zum alles bestimmenden Meta-Thema des Landes geworden.
Wer keine Jungfrau mehr ist, muss aber laut Dr. Kiper lernen, mit dieser Tatsache zu leben. "Sie können durch einen Unfall einen Arm oder ein Bein verlieren und müssen mit diesem Verlust leben können." Und genau so sei das auch mit dem verlorenen Hymen. Die Menschheit beschäftige sich mit Leben auf dem Mond, aber die Türkei interessiere sich immer noch für eine dünne Membran im Körper einer Frau.
Genaue statistische Zahlen zum Tabuthema "Hymenalrekonstruktion" gibt es in der Türkei nicht. Laut einer Umfrage des Sexualforschungsinstituts CETAD Istanbul befürwortet aber jede zehnte Befragte einen solchen Eingriff. In einer Gesellschaft, in der noch immer Wert auf Jungfräulichkeit gelegt wird, ist es also kein Wunder, dass sich junge Frauen genötigt sehen, sich für die Ehre unters Messer zu legen.
Dr. Ibrahim Askar ist seit zehn Jahren in der osttürkischen Stadt Diyarbakir als Gynäkologe tätig. In einem Interview mit Sabah Online äußerte der Arzt, dass die Hymenalrekonstruktion oder auch Revirgination genannt, in der Osttürkei oft durchgeführt wird. Auf der einen Seite beobachte er im traditionell konservativen Osten eine Entspanntheit im Umgang mit dem Thema Sexualität, auf der anderen Seite kämen weiterhin viele junge Frauen vor ihrem Hochzeitstermin zu ihm. Für viele Mädchen ist Askar der letzte Ausweg. Und das sei auch der Grund, warum er etliche solcher Eingriffe durchgeführt habe. Ein schlechtes Gewissen gegenüber den Männern plagt ihn nicht. Askar ist auf der Seite der Frauen und betrachtet die Eingriffe als "sozialen Dienst".
Doch nicht nur im Osten der Türkei machen sich Mädchen durch eine Hymenalrekonstruktion heiratsfähig. Auch in den Großstädten des Landes, in Istanbul, Ankara und Izmir sind die Eingriffe unter den scheinbar modernen jungen Frauen en vogue.
Einer der ersten Ärzte, der sein Schweigen gebrochen hat und in den Medien über dieses Thema sprach, ist der Frauenarzt Dr. Cenk Kiper. Im vergangenen Jahr äußerte der Gynäkologe aus Istanbul, dass er unzähligen Patientinnen die Unschuld zurückgegeben hat. Seit zwei Jahren verweigert er allerdings solche Eingriffe.
Der Frauenarzt findet "sowohl das Verhalten der Frauen als auch die Erwartungshaltung der Männer sind nicht vertretbar." In der türkischen Gesellschaft würden die Menschen nicht mehr nach ihrer Persönlichkeit bewertet, sondern nach ihrer Sexualität, kritisiert Kiper. Der Bildungsgrad eines Menschen, seine Lebenseinstellung, seine Lebensentwürfe oder sein Glaube seien unwichtig. Sexualität sei zum alles bestimmenden Meta-Thema des Landes geworden.
Wer keine Jungfrau mehr ist, muss aber laut Dr. Kiper lernen, mit dieser Tatsache zu leben. "Sie können durch einen Unfall einen Arm oder ein Bein verlieren und müssen mit diesem Verlust leben können." Und genau so sei das auch mit dem verlorenen Hymen. Die Menschheit beschäftige sich mit Leben auf dem Mond, aber die Türkei interessiere sich immer noch für eine dünne Membran im Körper einer Frau.