Finanzminister Lindner will das 9 €-Ticket verpuffen lassen

Msane

Well-Known Member
25 März 2010
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Aktuell fahre ich wieder öfters mit dem Auto zur Arbeit, ist halt ein Dienstwagen den ich gestellt bekomme
und mit nach hause nehmen kann wenn ich will, hin und wieder tank ich dann was nach.

Eigentlich bin ich die letzten Jahre grundsätzlich mit den Öffis zur Arbeit gefahren, einfach weil es zuviele
Autos in der Stadt gibt und irgendwo muss man ja mal anfangen.

Aber mittlerweile kann man die Öffis eigentlich nicht mehr nehmen, die Negativerlebnisse nehmen stetig zu.
Es geht mir jetzt nicht um Verspätungen und Ausfälle von U-Bahnen was ja schon zur Normalität geworden ist.

Sondern um das Verhalten der anderen Fahrgäste.
Aggressive Menschen die in der Straßenbahn rumschreien, gegen die Türen und Fenster schlagen.
Personen die in der Bahn offen Alkohol konsumieren, in jeder Bahn mind. einer.
Leute die rücksichtslos in ihre Handys blöken.
Drückerkolonnen von Junkies die fordernd-bettelnd durch die Bahn ziehen und rumpöbeln wenn
sie ihrer Meinung nach nicht genug bekommen.
Überall riecht es nach Pisse, man möchte nichts anfassen.

Am Zustand der ÖPNV kann man den fortschreitenden Niedergang des Landes ablesen.


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Bintje

Well-Known Member
5 Mai 2018
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Kaum hat die Bahn (oder wer-auch-immer) heute verkündet, das 49 Euro-Ticket werde dieses Jahr nicht teurer, da hängen wir wieder fest.
Ganze sechs Tage gedenkt der Weselsky-Jubelverein GDL zu streiken. Aber ob sie das tun oder nicht, ist eigentlich egal: Nachdem meine Schwester kürzlich samt Fahrrad geschlagene sieben Stunden in den letzten Zügen von Kiel nach Hamburg gebraucht hat, wundert eigentlich gar nichts mehr.
Und Nella twittert mir aus der Seele!

Bildschirmfoto 2024-01-23 um 23.47.05.png
Quelle

Was mir tatsächlich erst heute morgen ins Auge fiel: Die GDL, listig, wie sie ist, hat eine Leiharbeitsfirma gegründet, mit der sie der Bahn Lokführer abspenstig macht, um sie hinterher - zu womöglich besseren Tarifen, die von der ungleich größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG ausgehandelt wurden - wieder an die Bahn auszuleihen. Dadurch erhöht sie ihre offenbar arg geschrumpfte Zahl von Gewerkschaftsmitgliedern, tritt aber zugleich als Arbeitgeber auf: Eine Doppelrolle, die unter Arbeitsrechtlern umstritten ist. Tariffähig sei die GDL dadurch nicht mehr, sagen einige; die Sache ist aber anscheinend noch kniffeliger. Mehr Hintergrund: https://archive.ph/9am3e

Schick, nicht? Wie auch immer: Als die neuesten Streikpläne bekannt wurden, war ich drauf und dran, mein 49 €-Ticket zu kündigen. Ob ich es habe oder nicht, spielt bei den zahlreichen Ausfällen eh keine Rolle. Das Geld kann ich sparen und in Benzin für meinen uralten Golf investieren. Der ist zuverlässiger und freut sich, wenn ich ordentlich Gas gebe. Pfeif aufs Klima, die Verkehrswende ist anscheinend nicht gewollt, und Leuten wie Weselsky ist es offenbar wichtiger, sich als Symbol für den Stillstand der Öffis zu verewigen. Danke für nichts.

ps Es gibt einen Notfahrplan: Kiel - Flensburg alle drei Stunden, Kiel - Hamburg: alle zwei Stunden, Lübeck - Neustadt/Holstein: keine Verbindungen. Lübeck - Hamburg: angeblich jede Stunde (realistischerweise darf man nur jeden 2. oder 3. Zug einkalkulieren), und die privatisierte Strecke Lübeck - Kiel und umgekehrt: läuft angeblich ungehindert. Aber auch das findet in der Regel nicht statt. Auch ohne Streiks. Deshalb heißt es vorsorglich:
Mit "Einschränkungen in Form von (Teil-)Ausfällen und Verspätungen" sei während des Dauerstreiks zu rechnen. Ach. Gar nichts Neues.
 
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sommersonne

Well-Known Member
19 März 2017
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Leipzig
Ich finde den Streik richtig. Die Deutsche Bahn lehnt nicht nur die Vorschläge ab, sie macht sich auch noch lächerlich und rät den Reisenden rechtzeitig einen Sitzplatz zu buchen. Ich dachte ich hätte mich verlesen, in welchen Zügen denn in dieser Streikzeit? Da werden sich die Pendler aber freuen.


Natürlich ist der Streik für alle höchst unbequem, aber so ist nun mal ein Streik, sonst wäre er auch kein Druckmittel.

Er hat auch noch eine andere Komponente. Durch ihn kommt endlich die ganze Unzulänglichkeit der DB auf den Tisch. Die sind auch ohne Streik unzuverlässig, schwerfällig und bewegungslos.
In Bezug auf die Umwelt sind sie geradezu eine Bremse. Den Transport auf die Schiene umzulegen ist gründlich daneben gegangen.
 

EnRetard

Well-Known Member
19 Februar 2017
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Es wäre aber möglicherweise einfacher, wenn der GDL-Chef einen anderen Ton aunschlüge. Ein wirklicher Skandal ist aber, dass Wissing und noch mehr der CDU-Generalsekretär öffentlich die Partei der DB ergreifen. Linnemann schlägt sogar eine Zwangsschlichtung vor.
 

Bintje

Well-Known Member
5 Mai 2018
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Ein wirklicher Skandal ist aber, dass Wissing und noch mehr der CDU-Generalsekretär öffentlich die Partei der DB ergreifen.
Fraglos unfein, aber so sind sie mit Weselsky, der durch die Gründung seiner Leiharbeiter-Genossenschaft, in der er sehr prominent auftritt, ja ebenfalls als Arbeitgeber fungiert, in der öffentlichen Meinungsmache zumindest gleichauf. :cool: