Flüchtlingskrise

Anscheinend gibt es im neuen AfD-Pegida-Deutschland ein Grundrecht auf Beleidigungen.
Gauleiters ungeliebte Boateng-Nachbarschaft, Gauleiters Türkenentsorgung und eben Asylsuchende oder gar, wie Arnie gestern, Asylberechtigte als "Asylanten" zu schmähen. Auch die Naiv-Tuerei ist das bekannte AfD-Muster, im Fall der Türken-Entsorgung gerade erst in diesem Hause festgestellt.
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Bei dem Wort "Asylant" ist es ganz einfach. Wer Geflüchtete willkommen heißt, benutzt diese Vokabel nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu einem Diskriminierten gehört auch immer einer der diskriminiert, diesen Diskriminierer gibt es aber nicht, zumindest nicht im Falle des Wortes Asylant.


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und wer legt das fest?
du?


'"[1] Im Sprechen über Flüchtlinge lässt sich die demagogische Macht von Sprache immer wieder nachweisen. Gerade in diesem Themenfeld gibt es viele Wörter, die mehr über den aussagen, der sie verwendet, als über den Menschen, den sie bezeichnen. Neger ist so ein Wort. Und Zigeuner. Oder Asylant.[2]"
https://de.wiktionary.org/wiki/Asylant



*edit:
hier auch noch mal nüchtern erklärt:
"Warum macht es einen Unterschied, ob man „Asylant“ oder „Asylbewerber“ sagt?

Schon in den 80er-Jahren wurde behauptet, dass „Asylant“ allein von der Wortbildung her negativ ist. Die Endung „-ant“ erinnere zum Beispiel an „Simulant“. Das ist mir zu pauschalisierend. Ähnliches wird vom Wort „Flüchtlinge“ gesagt, manche sehen das abwertend wie „Schwächling“. Aber es gibt immer sprachliche Gegenbeispiele: „Fabrikant“ oder „Säugling“ haben überhaupt nichts Negatives. Ob ein Wort grenzwertig ist oder nicht, darf man nicht von sprachformalen Gründen her sehen, sondern vom Gebrauch. Und „Asylant“ wurde so oft abwertend, im Zusammenhang mit Ausnützen oder Kriminalität gebraucht, dass es zu einem Schimpfwort wurde. In den 90er-Jahren gab es zum Beispiel eine Serie in der Bild: „Asylanten im Revier“. Das waren nur Negativbeispiele. Heute wird es vor allem in rechten Kreisen verwendet."
https://www.merkur.de/politik/asylant-schimpfwort-6728709.html


oder hier: https://www.derwesten.de/kultur/ist-das-wort-fluechtling-auf-dem-weg-zum-schimpfwort-id11533257.html



oder hier:
"Nun ist diese Unterscheidung jenen, die abschätzig von Asylanten reden, wohl ziemlich egal. Alle andern aber sollten sich nur schon um der Klarheit willen an den amtlichen Sprachgebrauch halten. Tun sie es nicht, dann laut dem Glossar deshalb, weil sie «den fremdenfeindlichen Ton entweder übernehmen oder überhören». Und, so wäre beizufügen, beim Lesen oder Zuhören möchte man nicht unbedingt raten müssen, ob dieser Ton mitgemeint ist oder nicht."
https://www.infosperber.ch/Gesellschaft/Asylant-Schimpfwort-oder-Kurzform

in einem Artikel mit dem Titel "Sprache: «Asylant», (vermeintlich) belastetes Wort"
 
Zuletzt bearbeitet:
Da kann man mal sehen, wie sehr sich die Gesellschaft zu diesem Thema spaltet... Normalerweise müssten wir darüber nicht philosophieren, würde der § 26a AsylVfG respektive Art. 16a GG korrekt angewendet werden... Man muss daher den Unmut der Leute (die nicht unbedingt etwas gegen "Bewerber" haben) verstehen und nun nicht künstlich auf Wortdefinitionen herumeiern. Das Problem liegt ja bekanntlich ganz wo anders...

In meinen 44 Jahren, musste ich mir hier in der BRD auch allerhand Sachen anhören. Vom "Kanacken", "Kümmeltürken", "Dreckstürke" uvm.. Selbst als ich die dt. Staatsbürgerschaft annahm, musste ich bei der Post (als sie noch die Hoheit über die Telekommunikation hatten) meine Einbürgerungsurkunde und Meldeurkune vorlegen, sonst hätte ich kein Telefon bekommen. Der Postmitarbeiter meinte, er kannte Fälle, wo man die Telefone einfach mit ins Ausland genommen habe und die Post somit auf Schaden sitzen geblieben wären...

Damals hatte sich noch niemand darüber empört. Da gehörte der "Kanacke" noch zum guten Umgangston.
 
Mal abgesehen davon, daß ich das Wort „Asylant“ ganze zwei mal verwendet habe.

Mir ist auch nicht entgangen, daß in den 90ern eher unfreundlich von „Asylanten“ geredet wurde und heute eher freundlich von „Flüchtlingen“ gesprochen wird.

Für mein Sprachgefühl aber ist ein Asylant einer, der das Asylrecht in Anspruch nimmt, der also individuelle Verfolgung nachweisen kann: Can Dündar zum Beispiel. Oder ein LGTB-Aktivist aus Marokko. Ein Flüchtling hingegen ist einer, der gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention hier ist, also weil seine Stadt, seine ganze Heimatregion zerbombt ist; Kurden aus Kobane zum Beispiel.
 
@eruvaer Laut deinem Post wäre „Asylant“ inzwischen zu einem Schimpfwort geworden, weil es vorwiegend beschimpfend gebraucht worden ist. Das ist aber genau der Grund, warum ich mich weigere, eine bestimmte Gruppe als „Roma“, „Romni“ zu bezeichnen. Weil sie eine Lebensweise pflegen, die man nur beschimpfen kann. Da möchte ich Romni nicht mit assoziieren.
 
@eruvaer Laut deinem Post wäre „Asylant“ inzwischen zu einem Schimpfwort geworden, weil es vorwiegend beschimpfend gebraucht worden ist. Das ist aber genau der Grund, warum ich mich weigere, eine bestimmte Gruppe als „Roma“, „Romni“ zu bezeichnen. Weil sie eine Lebensweise pflegen, die man nur beschimpfen kann. Da möchte ich Romni nicht mit assoziieren.
für mich sind "Nigger" auch zwei Freunde aus dem Studium.
aber eben exakt nur genau diese beiden. und für mich fühlts sich weiterhin merkwürdig an.
aber ich respektiere was der eventuell Diskriminierte dazu empfinden könnte. und solange ein Wort negativ behaftet ist, werde ich mich hüten das freiwillig zu benutzen.

*edit:
für dein Bennenungsproblem hab ich meine ausschliesslich private Lösung der "Assis" "Asideutsche" "Asitürken" "Asipostboten" "Asimänner" geht mit allem und jeder weiss man meint nur die Asis. Das ist dann auch genau so abwertend gemeint wie es klingt.
 
für mich sind "Nigger" auch zwei Freunde aus dem Studium.
aber eben exakt nur genau diese beiden. und für mich fühlts sich weiterhin merkwürdig an.
aber ich respektiere was der eventuell Diskriminierte dazu empfinden könnte. und solange ein Wort negativ behaftet ist, werde ich mich hüten das freiwillig zu benutzen.

Entschuldigung, aber Du, EnRetard und Mendelsohn, ihr haltet euch doch selbst nicht an eure hohen Moralansprüche, ihr selbst nutzt das Wort Flüchtling, obwohl dieses auch schon mitlerweile nicht mehr als politisch korrekt angesehen wird, Flüchtling wurde durch Schutzsuchende und Menschen mit Fluchterfahrung ersetzt.


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Entschuldigung, aber Du, EnRetard und Mendelsohn, ihr haltet euch doch selbst nicht an eure hohen Moralansprüche, ihr selbst nutzt das Wort Flüchtling, obwohl dieses auch schon mitlerweile nicht mehr als politisch korrekt angesehen wird, Flüchtling wurde durch Schutzsuchende und Menschen mit Fluchterfahrung ersetzt.


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hab ich auch eben beim recherchieren gelernt ;)
 
@EnRetard Ich verstehe nicht, wieso Du mir in der Flüchtlingsfrage Inkonsistenz vorwirfst. Bei aller heftiger Kritik stehe ich hier zu 100% hinter unserer Kanzlerin: Es sollte eine gesamteuropäische Lösung geben. Die ist aber nicht machbar. Deutschland alleine wird es auf Dauer nicht schaffen. Die BILD hat jetzt rausgehauen, daß ab Frühling 2018 der Familiennachzug beginnt; 390.000 könnten den beantragen. Das wird noch schwierig genug.

Ich habe dich wiederholt gefragt, welchen realistischen Lösungsvorschlag Du zu bieten hättest. Ich kriege nur ein „ein 'das Boot ist voll' wirst Du von mir nicht zu hören kriegen”. Ich verstehe das inzwischen so, daß realistischerweise das Boot voll ist, es keine Lösungen gibt, Du das aber nicht eingestehen wirst o_O
 
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