Die Hölle ist zugefroren


Der FC Schalke 04 steckt in einem Dilemma: Der finanziell schwer angeschlagene Ex-Bundesligist bekommt viel Geld vom russischen Staatskonzern Gazprom. Im Zuge der russischen Invasion der Ukraine will man den Deal schnell beenden. Ausgerechnet der Revierrivale kündigt jetzt Hilfe an.
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So richtig es klingen mag, dass der Taditionsverein Schalke in die BL gehört (das Gleiche dürfte für die roten Teufel vom Betzenberg, für den HSV, Werder und - wenn man so will, für den MSV und Rotweiß Essen usw. gelten) erscheint mir diese schnelle Unterstützungszusage übereilt. Schalke hat sich seit mehr als 15 Jahren über alle Bedenken, sei es gegen Tönnies, sei es gegen Gazprom oder gegen die Männerfreundschaft von Tonnies und Putin, hinweggesetzt, hat mit einem der teuersten Kader der Liga (aus meiner Sicht infolge koruppter Personalpolitik) den Abstieg hingelegt (zur Erinnerung: als Klopp den Titel holte, war Schalkes Kader doppelt so teuer und der zweitteuerste der Liga nach den Bayern), d. h. mehr Geld als (moralischen und sportlichen) Verstand gehabt. Dafür sollten sie nicht mit DFB- und schon gar nicht mit Dortmunder e.V. Mitteln belohnt werden.
Dass sich Watzke so aus dem Fenster lehnt, behagt mir nicht. Im günstigsten Fall ist es als ein Versuch zu werten, das lukrative Derby mittelfristig wieder zu aktivieren. Im schlechten Fall kann es ein Hinweis darauf sein, dass man nicht mit Steinen werfen soll, wenn man selbst im Glashaus sitzt. M. a. W. was wissen wir denn, in welchen wirtschaftlichen Beziehungen die Aufsichtsratsvorsitzenden der KGaA zu russischen Unternehmen stehen. Ich weiß es nicht. Ich besitze nur eine einzige Aktie, die mir zu Beginn dieses Geschäftsmodells als Mitglied geschenkt wurde.