AW: Gefühltes Alter
Ich bin so alt wie ich bin. Manchmal fühle ich mich besser damit, manchmal schlechter. Mit meinem Aussehen hab ich wenig Probleme. Manchmal erschreckt mich allerdings der Gedanke, dass mehr als die Hälfte meines Lebens schon vorbei ist, und ich noch so viel machen möchte.
Dem kann ich im Großen und Ganzen zustimmen, jede Zeit im Leben hat für sich betrachtet ihre guten und schlechten Seiten. Als wir jung waren, war auch nicht alles schön, z.B. hat es mich mit Anfang 20 oft geärgert, wie wenig man von älteren ernst genommen wurde, bzw. dass man doch noch so manches mal belächelt wurde, obwohl man doch schon sooooo erwachsen war.
Heute weiß ich, dass mir das nun umgekehrt auch passiert, weil man mit Anfang 20 zwar soweit erwachsen/ausgewachsen ist, aber der Erfahrungsschatz eben doch noch nicht so umfangreich.
So ist es eben hier wie bei allem, jede Zeit hat Vor- und Nachteile. Wenn es um den Spaß geht, den hatte ich damals und den habe ich heute auch. Das liegt an einem selbst und an dem Umfeld, mit dem man sich umgibt. Wenn man beizeiten für einen guten Freundeskreis gesorgt hat und diesen immer schön gepflegt hat, dann ist man auch als Single in diesem Alter nicht allein und kann jede Menge tolle Sache machen (und auch immer noch ziemlich verrückte Sachen, wenn ich da z.B. an den 50jährigen Geburtstag meiner Freundin denke, den wir vergangene Woche gefeiert haben :mrgreen:, da haben wir uns auch nicht wirklich besser aufgeführt als mancher 17jährige, aber es war einfach schön! )
Allerdings muss man rein körperlich betrachtet tatsächlich etwas besser auf sich aufpassen ab einem gewissen Zeitpunkt (bei dem einen früher, bei dem andern später). Man steckt halt nicht mehr alles so einfach weg wie früher und so einen Geburtstag wie den letzte Woche, da habe ich als Alleinerziehende mit Vollzeitjob und Haushalt quasi 4 Tage was davon, weil das Schlafdefizit und der Alkoholüberschuss eben in meinem Alter doch nicht mehr so leicht abgebaut werden *Lach*.
Übrigens fand meine Freundin ihren 50igsten dann schon etwas "gruselig", wie sie sich ausdrückte, und die ist nun wirklich hart im Nehmen und im Kopf recht jung, aber dieser Geburtstag mache ihr gedanklich dann doch zu schaffen. Sie drückte es fast mit denselben Worten wie AlteGlucke aus: Es könne doch nicht sein, dass sie nun nur noch so wenig Zeit habe, alles zu machen, was sie noch so vorhat. Und das ist auch das Gefühl, was mich an meinen letzten paar Geburtstagen immer mal beschlichen hat, dass einem nämlich die Zeit irgendwie wegrennt - und zwar je älter man wird, desto schneller, leider :roll:
Darum müssen wir sie nutzen, die Zeit, da halte ich es mit dem "Carpe Diem". Mach was aus deinem Tag, tu dir Gutes, sei, soweit es geht, nett zu dir selbst und zu anderen. Denn so positiv, wie man in die Welt hinausgeht, so kommt es auch zurück zu einem (nicht immer - siehe askim, aber mit Enttäuschungen muss man eben auch umgehen können). Und dann ist es eigentlich egal, wie alt man ist, oder?