weißerhai
Gesperrt
Der Spiegel von heute
Weiße Haie zogen von Australien ins Mittelmeer
Weißer Hai (vor Mexiko, 2007): Einwanderung ins Mittelmeer vor 450.000 Jahren
Ein paar Mal falsch abgebogen - und schon landet man vor Italien, obwohl man eigentlich nahe Australien zu Hause ist. Genanalysen haben verraten, dass die Weißen Haie im Mittelmeer einen Migrationshintergrund haben. Genau dieser wird nun aber zu ihrer Bedrohung.
Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Erde und in allen Ozeanen verbreitet. Einzelne Exemplare erreichen fast acht Meter Länge und legen oft enorme Strecken zurück. Am häufigsten wird die Art in küstennahen Gewässern des westlichen Nordatlantiks, vor den Südküsten Afrikas und Australiens sowie im östlichen Nordpazifik gesichtet. Auch im Mittelmeer ist der Weißhai zu Hause. Dort ist er in allen Teilen anzutreffen - wenn auch selten.
Mit Genanalysen haben Forscher um Chrysoula Gubili von der University of Aberdeen jetzt herausgefunden, wie die Tiere dort hingekommen sind. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Haie sind nicht etwa aus dem nahen Atlantik eingewandert. Bisher hielten viele Forscher das für die wahrscheinlichste Erklärung, schließlich hat das Mittelmeer über die Meerenge von Gibraltar eine Verbindung zum Atlantik.
In Wahrheit aber kommen die Haie nach den neuen Erkenntnissen der Wissenschaftler von viel weiter: Wahrscheinlich haben sie sich vor rund 450.000 Jahren ins Mittelmeer verirrt, schreiben die Chrysoula Gubili und ihre Kollegen von der University of Aberdeen im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". In der Folge von Eiszeiten seien damals viele Änderungen bei den Meeresströmungen aufgetreten. Nordwärts führende Ströme von warmem Wasser könnten die Tiere dann ins Mittelmeer geleitet haben.
In ihrer neuen Heimat seien die Tiere dann gezwungen gewesen, ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, sagen die Biologen. Weil aber Weiße Haie - ähnlich wie Lachse - immer wieder zum Ort ihrer Geburt zurückkommen, um sich selbst fortzupflanzen, habe sich die Population im Mittelmeer etabliert.
Durch den Vergleich der mitochondrialen DNA aus Gewebeproben von Weißen Haien unterschiedlicher Herkunft konnten die Forscher zeigen, dass die nächsten Verwandten der Mittelmeer-Haie im Indopazifik zu finden sind. Mit ihren Artgenossen aus dem Atlantik hätten die Weißhaie aus dem Mittelmeer eher wenig genetische Gemeinsamkeiten.
Bei den Weißen Haien im Mittelmeer handelt es sich um eine abgeschlossene Population, die nicht durch Zuwanderung aus dem Atlantik gestärkt wird, so die Forscher. Deshalb sei der große Raubfisch im Mittelmeer auch besonders bedroht: Bei einem Verlust der Kinderstuben würde die Art aus dieser Region verschwinden - und das könnte verheerende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem haben.
Der Weiße Hai gilt ohnehin als bedroht. Als Beifang der industriellen Fischerei verlieren Tiere ebenso ihr Leben wie nach gezielter Jagd. Die Internationale Naturschutzunion IUCN hat die Tiere als gefährdet eingestuft.
8)
Weiße Haie zogen von Australien ins Mittelmeer
Weißer Hai (vor Mexiko, 2007): Einwanderung ins Mittelmeer vor 450.000 Jahren
Ein paar Mal falsch abgebogen - und schon landet man vor Italien, obwohl man eigentlich nahe Australien zu Hause ist. Genanalysen haben verraten, dass die Weißen Haie im Mittelmeer einen Migrationshintergrund haben. Genau dieser wird nun aber zu ihrer Bedrohung.
Der Weiße Hai ist der größte Raubfisch der Erde und in allen Ozeanen verbreitet. Einzelne Exemplare erreichen fast acht Meter Länge und legen oft enorme Strecken zurück. Am häufigsten wird die Art in küstennahen Gewässern des westlichen Nordatlantiks, vor den Südküsten Afrikas und Australiens sowie im östlichen Nordpazifik gesichtet. Auch im Mittelmeer ist der Weißhai zu Hause. Dort ist er in allen Teilen anzutreffen - wenn auch selten.
Mit Genanalysen haben Forscher um Chrysoula Gubili von der University of Aberdeen jetzt herausgefunden, wie die Tiere dort hingekommen sind. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Haie sind nicht etwa aus dem nahen Atlantik eingewandert. Bisher hielten viele Forscher das für die wahrscheinlichste Erklärung, schließlich hat das Mittelmeer über die Meerenge von Gibraltar eine Verbindung zum Atlantik.
In Wahrheit aber kommen die Haie nach den neuen Erkenntnissen der Wissenschaftler von viel weiter: Wahrscheinlich haben sie sich vor rund 450.000 Jahren ins Mittelmeer verirrt, schreiben die Chrysoula Gubili und ihre Kollegen von der University of Aberdeen im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". In der Folge von Eiszeiten seien damals viele Änderungen bei den Meeresströmungen aufgetreten. Nordwärts führende Ströme von warmem Wasser könnten die Tiere dann ins Mittelmeer geleitet haben.
In ihrer neuen Heimat seien die Tiere dann gezwungen gewesen, ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen, sagen die Biologen. Weil aber Weiße Haie - ähnlich wie Lachse - immer wieder zum Ort ihrer Geburt zurückkommen, um sich selbst fortzupflanzen, habe sich die Population im Mittelmeer etabliert.
Durch den Vergleich der mitochondrialen DNA aus Gewebeproben von Weißen Haien unterschiedlicher Herkunft konnten die Forscher zeigen, dass die nächsten Verwandten der Mittelmeer-Haie im Indopazifik zu finden sind. Mit ihren Artgenossen aus dem Atlantik hätten die Weißhaie aus dem Mittelmeer eher wenig genetische Gemeinsamkeiten.
Bei den Weißen Haien im Mittelmeer handelt es sich um eine abgeschlossene Population, die nicht durch Zuwanderung aus dem Atlantik gestärkt wird, so die Forscher. Deshalb sei der große Raubfisch im Mittelmeer auch besonders bedroht: Bei einem Verlust der Kinderstuben würde die Art aus dieser Region verschwinden - und das könnte verheerende Konsequenzen für das gesamte Ökosystem haben.
Der Weiße Hai gilt ohnehin als bedroht. Als Beifang der industriellen Fischerei verlieren Tiere ebenso ihr Leben wie nach gezielter Jagd. Die Internationale Naturschutzunion IUCN hat die Tiere als gefährdet eingestuft.
8)