Aber wenn die CHP sich als lupenreine Demokraten sehen und schimpfen will dann muss sie bereit sein sich zu ändern.
Von dir besagten modernen, zukunftsorientierten, ideologisch reinen Türken habe ich erstmal in Gezi erfahren. Das sowas in einer größeren Anzahl existiert, habe ich kaum für möglich gehalten.
Sie sind trotzdem eine Minderheit auch innerhalb der CHP, in der Türkei sowieso. Türkei ist ein Ideologisch vergiftetes Land. Das muss man sich eingestehen. DIe CHP versucht mit hängen und würgen, die Stimmen der anatolischen Aleviten, Ulusalci , Rechte Kemalisten, Sozialisten nicht zu verlieren. gleichzeitig versucht sie vergeblich Stimmen der Kurden und konservativen Anatolen zu gewinnen und um genau die muss es ihnen gehen, denn sie haben die Stimmenmehrheit. Und die kann man nicht mit "moderne" anlocken, eher mit religiösen Werten oder Ideologien. Darüber hinaus, bewegt sie sich zuweit in eine Richtung, läuft sie Gefahr dieses wackelige Konstrukt der kulturell unterschiedlichen Gruppen innerhalb der CHP endgültig zu trennen. Man darf auch nicht vergessen wo die CHP unter Baykal war.
Ich denke das die CHP das maximum erreicht hat. Mehr Stimmen sind mit einem Aleviten an der Spitze eines eher türkisch nationalistischen Partei ist nicht drinn. Auch ein Ince oder Tarhan könnten den Zustand nicht ändern. Mit Ince gewinnt man endlich auch Konservative aber verliert Aleviten und Linke, mit Tarhan gewinnt man vlllt. mehr Frauen, aber sie ist noch weniger Führertyp, auf die das Land steht, als Kilicdaroglu. Für mich wäre eine dreierspitze die beste Lösung, aber die wird es nicht mehr geben.
Die Hoffnung bleibt für mich andere, neue konservative Parteien. Nicht das ich ihnen politisch was zutraue, nein, aber nur sie können derzeit Stimmen der konservativen Mehrheit der Bevölkerung gewinnen, um eine Allmacht der AKP zu verhindern und somit zumindest einigermaßen eine Gewaltenteilung im Land zu erhalten.