AW: Hochzeit (nur) nach islamischem Recht
Irgendwie ist das ja schon komisch. Mit der gleichen Berechtigung könnte man dann den Frauen vorwerfen,sie wären ja selber schuld, wenn sie das mitmachen, ohne verheiratet zu sein mit einem Kerl zusammenleben würden. Das gilt natürlich nur und ausschliesslich für westliche Frauen, die in der Lage sind, auch ohne Hochzeit selbständig und unabhängig zu leben, ohne dass die Gesellschaft sie quasi "ächtet".
Von daher sehe ich die islamische Hochzeit ohne standesamtliche Legalisierung unkritisch, wenn es sich um eine europäische Frau handelt, denn sie hat nicht mehr "Nachteile", als sie hätte, wenn man einfach so zusammenleben würde.
Andererseits - für "richtig" gläubige (türkische) Muslime ist die islamische Ehe keine Legitimation für´s hühnern, denn er weiss, dass er a) damit dieselbe Verpflichtung eingeht wie wenn er es standesamtlich festtackern lässt und b) dass es die "gefühlte Sünde" nicht aufhebt, weil es ja gegen die Vorgabe des Korans steht, sich an die Gesetze des Landes zu halten, in dem er lebt. Und wenn da eben (wie in der Türkei) verboten ist, ohne Standesamt islamisch zu heiraten, dann hat die islamische Heirat null Gültigkeit.
Da merkt man doch oft, wie tief (unbewusst) traditionelles Denken verwurzelt ist - mir gehts auch nicht viel anders, erst als ich über den Satz angefangen habe, nachzudenken, ist mir das aufgefallen. Wenn es "nur" um die Rechtssicherheit ginge, müsste doch kein Mensch sich den Aufwand mit einer kirchlichen Hochzeit antun, kostet schliesslich nen Haufen Geld.
Und mal ehrlich: wenn bei einer Trennung - wie auch immer - ein Teil nicht seine Verpflichtung erfüllen WILL, nutzt auch ein Trauschein nicht sehr viel.