Ich bin verzweifelt

Belladonna

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Hallo liebe Leser,
ich habe ein Problem und möchte einfach gerne mal die Meinung von andeeren darüber hören.
Zuersteinmalhole ich aus um alles verständlich zumachen.
Ich habe meinen damaligen Freund vor 4 Jahren in der Türkei kennengelernt, im Urlaub. Alles lief super, ich war regelmässig dort, er nie hier(visaprobleme). Nach 2,5 Jahren habe ich für 6b Monate in der Türkei gearbeitet.Wir haben zusammen gewohnt.Bisdahin war auch noch alles wunderbar. Dann musste ich aus beruflichen Gründen(Studium)zurück nach Dtschland, da ich in der Türkei auf Dauer nicht leben/arbeiten/studieren konnte. Kurz nachdem ich wieder in Dtschland war habe ich ihn in seiner Heimat wieder besucht. Er hat mireinen Heiratsantrag gemacht. Wir haben im Februar letzten Jahres geheiratet. Ich hatte nie Zweifel und war bis dahin der glücklichste Mensch auf Erden. Ein paar Monate später hat er sein Visum(Familienzusammenführung) bekommen und lebt seit dem(nun seit 1 Jahr)beimiin Deutschland.
Und damit ging das Dilemma los:Er hat sofort Arbeit gefunden. Anfänglich hat er Kontakt zu anderen gesucht,wollte Leute kennenlernen und war voller Hoffnung auf sein neues Leben in Deutschland. Nach einigen Wochen fing er an, dass alle meine Freundinnen schlecht sein. Überhaupt alle Deutschen seien schlecht, die deutsche Kultur, Deutschland, deutsches Essen etc.
Dann fing er an, ich sollte abends wenn er nach Hause kommt, zu Hause sein. Er hat mir indirekt verboten etwas mit meinen Freunden zu machen. Wenn ich es dann doch gemacht habe, ist er ausgeflippt, hat Gegenstände kaputtgemacht, rumgeschrien,mich und alle anderen Menschen beschimpft...
Bis dahin habe ich immer gesagt, dass er sich ändert, wenn er sich erstmal eingelebt hat, er ist ja nun einer anderen Kultur und hat niemanden ausser mir.
Die Sache hat sich aber immer mehr verschlimmert. Die Beschimpfungen wurden öfter und heftiger, die Gründe banaler, das Wohnungsinventar weniger. Bis zu Handgreiflichkeiten meiner besten Freundin gegenüber. Kontrollanrufe jeden Tag bis zu 10 Mal. Ich bin nachts aus der Wohnung raus, aus Angst, dass nicht noch mehr passiert wenn er ausflippt.Ich habe mehrere Male über Wochen woanders gewohnt.Und diese Ausraster passieren wegen Nichtigkeiten, und fast alle paar Tage. Über mehrere Monate habe ich das ausgehalten, weil ich ihn über alles geliebt habe.Ich habe zu Hause keinen Besuch bekommen, konnte nicht telefonieren, geschweige denn angerufen werden wenn er da war, hatte keinerlei Fotos oder Andenken mehr(alles kaputt) und sollte nur zu Hause bleiben.
Bis vor 2 Wochen:
Ich kann das einfach keinen Tag länger mehr ertragen. Ich bin ein lebensfroher Mensch, aber dieser Mann(mein Mann)macht mir das Leben zur Hölle. Ich habe ihm eine Frist gesetzt, dass er in 2 Wochen aus unserer(meiner) Wohnung auszieht und ich nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte.
Er ist natürlich unglücklich ohne Ende, sagt er ändert sich, es tut ihm alles so leid, und wie sehr er mich liebt. Diese Dinge habe ich leider schon 100 Mal gehört und es hat sich nie was geändert.
Weshalb ich zögere:Er ist an sich ein super lieber Kerl. Er ist/war meine große Liebe. Ich habe alles für ihn getan. Er hat sein Leben in der Türkei aufgegeben, um mit mir zusammen zu leben. Er liebt mich, das weiss ich. Ich weiss nicht, ob ich momentan noch Liebe empfinde, oder was das asonst ist. Er würde alles für mich tun.
Ich weiss aber,dass er sich nicht ändern kann.
Ich habe im Forum etwas gelesen.Da hat jemand gesagt:Integration(des Ehmannes) ist nicht getan mit Visabeschaffung und Arbeitsbesorgung(oder so ähnlich). Das hat mih zumNachdenken gebracht. Ich denke schon, dass ich alles getan habe. ich muss mir soch selber treu bleiben, und das tun, was ich für richtig halte,oder?
Ich fühle mich einfach schlecht, weiss nicht was richtig und was falsch ist.Und hoffe nun von euch, die vielleicht ähnliches kennen Rat zu bekommen...
Traurige Grüße und entschuldigung für meinen langen, telegrammstilgeschriebenen Text:-(
 

moonstruck

New Member
AW: Ich bin verzweifelt

Hallo Belladonna,

eine schwierige Situation in der du da steckst. Für mich hört es sich aber auch so an, als wäre dein Mann sehr verzweifelt und unglücklich.

Die Art wie er das äussert ist allerdings nicht korrekt.

Liegt dir denn noch etwas an eurer Beziehung? Habt ihr mal über Alternativen gesprochen?

LG

Moonstruck
 

lillebi

New Member
AW: Ich bin verzweifelt

Liebe Belladonna,

es klingt nicht gut, was Du schreibst, aber Du hast noch Hoffnung, das kann ich verstehen (viele andere vielleicht nicht).

Ich bin selbst nach fast 8 Jahren aus meiner Ehe geflüchtet, weil es nicht weiter ging, deshalb kann ich mich, glaube ich, ganz gut in Dich hinein versetzen.

Als Deutsche würde ich Dir raten: Nimm' Deine Sachen und zieh' aus und vergiss den Typen, der ist nicht zu kurieren.

Als Türkei-Assimilierte würde ich Dir sagen: Hol Hilfe aus seiner Familie. Zieh' vielleicht noch einmal vorübergehend zu einer Freundin oder Deinen Eltern und sag' ihm, dass es so nicht weiter geht. Informiere seine Familie (hat er eine Schwester, kennst Du seine Mutter?) darüber, dass es Probleme gibt und sag' ihnen, was sich ändern soll. Normalerweise würde sich dann die Familie einschalten und mit ihm sprechen und auch mit Dir mit dem Ziel, Euch wieder zusammen zu bringen und die Dinge zu ändern, die derzeit schlecht laufen.

Dein Mann ist verzweifelt, ihm fehlt die Geborgenheit, die klaren Regeln, er fühlt sich hilflos, weiß nicht, wie er alles wieder gut machen soll. Er braucht Hilfe, die er in der Türkei von der Familie bekommen würde, aber hier? Wohin soll er sich wenden?

Ich habe mich in einer ähnlich verzweifelten Lager vor über 10 Jahren von meinem Ex getrennt und weiß bis heute nicht, ob das richtig war. Je älter ich werde, um so mehr denke ich, dass Menschen nicht aus Schlechtigkeit oder Boshaftigkeit so reagieren, sondern aus schierer Verzweiflung.

Allerdings wirst Du Deinen türkischen Ehemann kaum in eine deutsche Eheberatung bringen können. Denk nach und finde einen Weg, ihm eine vertraute und vertrauensvolle Situation zu schaffen, in der er endlich mal keine Angst haben muss, zu versagen, Dich zu verlieren, durchzudrehen.

Du möchtest Dir treu bleiben .... Kann ich verstehen, aber vielleicht ist auch der Moment gekommen, darüber nachzudenken, ob Deine bisherigen Ideale noch gelten. Wie alt bist Du? Wie hast Du vor der Ehe gelebt? Wie stellst Du Dir Dein weiteres Leben vor? Wahrscheinlich kannst Du da gerade gar nicht drüber nachdenken, oder?

So wie ich das aus der Familie meines Ex-Mannes kenne, werden Krisen, wie Du sie gerade erlebst, so geregelt, dass sich die Frau aus der Ehe zurückzieht und zu Verwandten geht. Sie wird aufgenommen, man redet darüber, was nicht so toll läuft und dann gibt es Gespräche mit den Beteiligten.

Auf diesem Wege bekommt jeder eine Auszeit, doch das Ziel, das Paar wieder zusammen zu bringen, bleibt erhalten.

Dein Mann wird wahrscheinlich nicht verstehen, dass Du wirklich meinst, Eure Ehe sei am Ende. Er wird davon ausgehen, dass er nur die Dinge richtig machen muss, damit alles wieder gut wird. Und er gibt sich bestimmt Mühe, auch wenn es nicht so aussieht ... Richtig schlimm wird es auf jeden Fall, wenn Du bei Deinem Entschluss bleibst und er erkennt, dass Du es ernst meinst, denn das wird er nicht verkraften.

Es ist schwer, Dir in dieser schwierigen Situation zu raten. Mir fällt wirklich nur ein, die Familie einzubeziehen und wenn er hier keine hat, könntet Ihr dann zu ihm nach Hause fliegen? Den Schauplatz wechseln und Euch besinnen? (Das hilft übrigens auch rein deutschen Ehen ...)

Du klingst nicht sicher, dass Du ihn aufgeben willst, aber Du klingst auch, als wärst Du schon sicher, alles Machbare ausprobiert zu haben .... Ich glaube, Du brauchst noch einmal Abstand. Und ich glaube, Dein Mann braucht vertraue Umgebung, denn er ist einfach überfordert mit seinem Leben in Deutschland: die Arbeit, Deine Freunde, die Sprache, das Essen - er hat erst hier gemerkt, was er sich angetan hat. Er liebt Dich wahrscheinlich wirklich und dazu seinen Traum von Deutschland, aber das Leben hier ist nicht so, wie er dachte.

Pass auf Dich auf, bitte.

lg
lillebi

lg
lillebi
 
S

Susi26

Guest
AW: Ich bin verzweifelt

Lass Dir gesagt sein, Du bist sicherlich nicht die einzige, die solche Probleme hat! Ich bin Gott sei dank nicht davon betroffen, aber mein Mann hat sich, obwohl er 3mal vorher mit Visum hier war, vieles auch einfacher vorgestellt.

Das ist nun einmal die große Gefahr, wenn man vorher nur eine "Fernbeziehung" geführt hat und ein Partner für die Liebe alles aufgeben muss!

Die Frage ist, kann er sich wirklich langfristig ändern! Ich habe leider in anderen Fällen erlebt, dass es mal ein paar Wochen gut ging, und die Männer dann in alte Verhaltensmuster übergingen, ob das nun nur mit einer inneren Unzufriedenheit oder generell mit seinem Chracter, der Dir vielleicht doch vorher nicht so bekannt war, mag ich nicht zu beurteilen!

Ich würde ihm ganz klar eGrenzen und ein ultimatum setzen, und vor allem auch konsequent sein, asnonsten vermittelst Du ihm nur das Gefühl, er könne sich alles erlauben und mit ein paar süßen Worten sei alles wieder OK!

Ich wünsch Dir auf jeden Fall, alles Gute!

LG Susi
 

sabareeshan

Active Member
AW: Ich bin verzweifelt

ich gebe lillibe recht, versuche mit der familie deines mannes zu reden und sie werden euche beiden sicherlich helfen können.

ich habe mich von meinem exmann auch viel zu schnell getrennt und habe es sehr lange bereut er hat es bis heute nicht verstanden warum ich mich damals von ihm getrennt habe, allerdings hatte ich nicht die möglichkeit mit seiner mama zu sprechen und seine schwester war damals gerade 16 also auch keine hilfe.

ich drücke euch beiden ganz fest die daumen das ihr das wieder hin bekommt.
 
S

Susi26

Guest
AW: Ich bin verzweifelt

Die Frage ist nur, wie einfach das mit der Familie zu verwirklichen ist, die lebt ja sicherlich auch in der Türkei, und sprachlich stelle ich mir das nicht so leicht vor!

Mein Mann würde es jedenfalls als absoluten Vertrauensverlust ansehen, wenn ich unsere Probleme, an seine Familie weitergebe - er kriegt schon ne Krise, wenn ich meiner Ma alles erzähle. Ich weiß nicht ob es eine gute Entscheidung ist, denn türkische Männer, verlieren nicht gern ihr Gesicht nach außen. Die Familie kann ihm zwar von der Türkei aus ins Gewissen reden, aber den Frust, dass sich die Frau an die Familie gewandt hat, könnte er dann auch an ihr bzw. der Wohnung auslassen!
Mein Göttergatte meint immer, es sind unsere Probleme, wir sind eine Familie und deshalb müssen wir das auch gemeinsam lösen!

Ich selber bin mit dieser Einstellung ganz zufrieden! Denn irgendwie würde es mich auch stören, wenn deer mächtige türkische Familienrat sich unserer Beziehung annimmt, schließlich sind wir keine 18 sondern erwachsene Menschen!

LG
 

engelchen

New Member
AW: Ich bin verzweifelt

Mein Freund würde es auch nicht gut heißen wenn ich zu seinen Eltern gehen würde, aber ich denke trotzdem dass die gewohnte Umgebung ein guter Vorschlag wäre!
 

Belladonna

New Member
AW: Ich bin verzweifelt

Hallo ihr Lieben,
so nun hoffe ich alle Fragen zu beantworten.
Ich habe mit seiner Familie gesprochen,mehrere Male. Ich weiss auch, dass das bei einer türkischen Familie nicht so leichtfertig zu machen ist, wie bei einer deutschen.Ich wusste mir aber auch keinen anderen Ausweg mehr. Ein Teil seiner Familie lebt in Deutschland, 2 Stunden von uns entfernt. Zum Glück mögen die mich sehr. Die Familie hat mit ihm geredet, ihm gesagt, dass sein Verhalten nicht richtig ist etc. Es hat geholfen. Für ein paar Tage länger als sonst. danach war alles wieder wie vorher.
Er will sich auch nicht von seiner Familie helfen lassen. Meiner Meinung nach wäre vieles für ihn einfacher, wenn er die Hilfe mal annehmen würde.

Es ist also nicht so, wenn ich ihn `wegschicke`, dass er niemanden hier hat. Er wird, so ist es mein Wunsch, nächste woche zu seinen Verwanden gehen und dort erstmal bleiben. Natürlich möchte er das nicht. Er hat hier seine Arbeit und mich. Ich möchte aber einfach erstmal zur Ruhe kommen(was ich dringend brauche, da ich einen anstrengendes Studium nebenbei bewältigen muss).
Und wie gesagt, ich weiss einfach nicht wie es weitergehen soll. Von meinen riesen Gefühlen ist nach all den Beschimpfungen und Aktionen nichts oder nur sehr sehr wenig übergeblieben. Ich empfinde Mitleid, weil er so unglücklich ist und er doch eigentlich will dass alles gut wird. Aber es ist als ob er eine Blockade in sich hat, die es nicht zulässt, dass er sich ändert.
Alle um mich rum, raten mir zu einer sofortigen Scheidung. Das möchte ich aber erstmal nicht(wobei es für ihn vielleicht leichter wäre, da er dann wusste woran er ist). Das erscheint mir viel zu einfach.
Es ist einfach alles scheiße. Aber will ich mein Leben lang mit einem Mann zusammen sein, mit dem man nicht das klienste Problem besprechen kann, vor dem ich alles verheimlichen muss(wenn ich Freund treffe z.b), der absolut abhängig von mir ist und nicht in der Lage ist, sein Leben selber in die Hand zu nehmen?Ich bin 25, keine 60.Ich habe Träume und Ziele. Die waren früher die gleichen von ihm. Aber jetzt besteht sein Interesse daraus, zu rauchen, oft zu trinken, und mich zu schikanieren.

Ich versuche stark zu bleiben, irgendeine Lösung wird sich finden!
traurige Grüße, Belladonna
 

moonstruck

New Member
AW: Ich bin verzweifelt

Auch wenn das jetzt hart klingen mag, aber ich denke es wäre am Besten wenn dein Mann erstmal wieder zurück in die Türkei gehen würde.

So kann er zu seiner Normalität zurück finden und du den Kopf frei bekommen um darüber nachzudenken was du eigentlich willst.

Ich glaube in Eurer momentanen Situation kann das nicht gelingen.

Auch wenn er jetzt zu seinen Verwandten geht, wird das an seinen grundsätzlichen Problemen nichts ändern, weil seine Situation sich nicht ändern wird und mit dieser ist er offensichtlich sehr unzufrieden.

Ich denke dein Mann hatte einfach eine völlig falsche Vorstellung von eurem gemeinsamen Leben hier in Deutschland.

Vielleicht wäre es ja auch eine Alternative für Euch nach deinem Studium wieder eine längere Zeit gemeinsam in der Türkei zu leben.

Dort scheint ihr ja Beide glücklich gewesen zu sein.

LG

moonstruck
 
T

Tatli_Kiz

Guest
AW: Ich bin verzweifelt

So ist das relativ oft! Der Partner kommt hier her, gibt alles für seine große Liebe auf, er denkt es ist alles simpel aber wenn er erstmal hier ist kommt er mit dem Leben in Deutschland und die ganze Umstellung nicht klar und dann lässt er seine ganze Wutan seiner Frau, Kindern etc. aus! Einige geben sogar dann der Ehefrau ein Leben lang die Schuld, weil er ja für sie nach Deutschland gekommen ist. Danach kommt es sogar zu Handgreiflichkeiten! So etwas muss halt sehr sehr sehr gut überlegt sein, denn Liebe alleine reicht in dem Falle eben manchmal nicht! Davor habe ich auch große Angst, das war auch der Grund warum ich Schluss gemacht habe mit meinem Ex, der ja auch der Meinung ist er wäre überall glücklich mit mir und würde hierher kommen...
 
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