AW: Ich habe nichts gegen Deutsche, sie sind auch nur Menschen
Gerade weil die Be- bzw. Abwertung aufgrund Rasse/Nation nach wie vor teils bewusst, teils unbewusst in der Lebensanschauung vieler Menschen eine Rolle spielt, sollten wir hier bei TT beherzt einen Schritt vorwärts tun.
Statt den Trauergesang der Ablehnung anzustimmen, statt sich immer wieder über Dummheit, Angst und Vorurteile der anderen zu grämen, wäre es sinnvoll, sich unermüdlich die sozialen und psycholgischen Gründe der Ausgrenzung bewusst zu machen. Wer die Zusammenhänge vor Augen hat, kann proaktiv seinen Weg gehen statt in eine reaktive Negativität abzugleiten.
Wer die wechselseitigen gesellschaftlichen Prozesse untersucht, um vor diesem Hintergrund die Bedeutung zwischenmenschlichen Handelns zu ermitteln, wird es idR auch vermeiden, undifferenzierte persönliche negative Gedanken und Gefühle in den Raum zu stellen, was im Zweifel nur dazu führt, die Struktur nationalistischer bzw. rassistischer Implikationen im Denken zu stärken.
Die Ermittlung der allgemeinmenschlichen seelischen und sozialen Ursachen des Übels bewahrt einen überdies davor, es allzu "persönlich" zu nehmen, bewahrt einen vor der Gemütsverfassung, in der fast nur noch Platz für Vorwürfe ist.
Eine positiv gelassene Haltung ist mE nach Voraussetzung, um die Situation zu verbessern.
Der moralische Vorwurf ist hingegen stets ein Spiel mit dem Feuer.
Er wird selten positiv umgesetzt, weder persönlich noch von anderen. Statt dessen führt er häufig zum destruktiven Gegenvorwurf, in der Folge häufig auch zum "wie Du mir so ich Dir", zur Gleichbehandlung im Unrecht.
Daraus entstehen erneut Frust sowie Agression, die sich bis zum Hass auswachsen kann.
Eine echte nachhaltige Lösung des Integrationsproblems wird nach meinem Dafürhalten ohnehin erst dann erzielt werden können, wenn die Menschen endlich damit aufhören, ihre Identität oder noch schlimmer ihr Selbstwertgefühl an der Zugehörigkeit zu einer Nation oder Rasse aufzuhängen.
Ideologisches Nationalbewusstsein, das vom Nationalismus bis hin zum Nationalstolz reicht, halte ich für eine kollektive seelisch- geistige Krankheit, die leider nur den wenigsten bewusst ist.