Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

Tatar

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Der Alltag, man steht auf, geht raus, sieht jeden Tag das gleiche. Sei es auf dem Weg zur Schule, zur Arbeitsstelle, zur Stadt, oder wohin auch immer. Häuser, welche in einem architektischen Stil gebaut sind, die einem auf dem ersten Anblick recht geläufig vorkommen, dennoch im inneren ein Gefühl der Verfremdung auslösen. Die Landschaft, auch sie ist uns bekannt, doch ein genauerer Blick vermittelt uns ein Gefühl des Unvertrautem.
Hunderttausende von Bilder die wir jeden Tag sehen, mitten in einer Umgebung die wir doch schon gewohnt sein sollten, doch das Unbewusstsein signalisiert immer noch ein Gespür von Kälte.
Jemand der schon seit seiner Geburt an hier in Deutschland wohnt, der müsste sich doch so gut wie zu Hause fühlen, doch was genau verhindert das Gefühl der Akzeptanz? Woher stammt bloß die Feindseeligkeit? Was genau verhindert die Integration? Sind es die Türken und ihre Sturrheit, oder liegt der Grund einfach darin, dass sie wissen, dass auch eine Integration zu nichts bringen wird. Eins muss klar gestellt werden, Schuld sind auch nicht die Deutschen, es liegt in der Natur des Menschen, ein anderes Volk nicht gern im eigenem Vaterland haben zu wollen.
Einige von uns haben das Glück in Großstädten zu leben, wo der Ausländeranteil recht hoch ist, und man sich in einem Freundeskreis von türkischen Brüder akzeptiert fühlt. Auch gibt es einen großen Unterschied zwischen deutschen und türkischen freundschaftlichen Beziehungen. Wobei Türken es als normal ansehen, seinen Freund auf die Wangen zu küssen, ihn mit einem Bruderkuss zu begrüßen, finden die Deutschen es eher abwertend. Der Kontrast zwischen Deutschen und Türken ist sehr groß.
Doch was ist mit denjenigen Türken, die nicht in einer Großstadt wohnen, sondern in einer Kleinstadt, wo die Anzahl der Türken nicht so hoch ist!? Ich lebe nun schon seit 18 Jahren in Deutschland. Leider hab ich das Pech in einer Kleinstadt zu wohnen, wo der Anteil der Türken recht gering ist und die Mehrheit von ihnen besucht die Hauptschule. Ich hingegen, besuche ein Gymnasium, wo der Ausländeranteil sehr sehr sehr gering ist. Leider werde ich, trotz mehrmaligen Versuchen eine freundschaftliche Beziehung mit Deutschen zu führen, immer wieder abgewiesen und nicht akzeptiert.
Jeden Morgen, wenn ich nur die Begrüßung Moin, oder Servus höre, brudelt in mir schon eine Wut die ich nicht erklären kann. Jeden Morgen wenn ich höre wie Deutsche ein paar Reihen hinter mir, Witze über den Islam oder Türken machen, steigt der Hass immer mehr und mehr. Ich gehe nun schon seit zwei Jahren zum Kickboxen, weil ich diese Wut in mir einfach nicht mehr aushalte. Also, sagt mir bitte, woher kommt die Feindseeligkeit?
Was verleitet also so viele Türken dazu, nicht die deutsche Nationalität zu akzeptieren, sondern noch mehr Ketten, T-Shirts, Jacken Pullover mit mit der Türkei Flagge zu tragen? Ich möchte die Deutschen nicht kritisieren, ich möchte einfach nur klar stellen, dass das Zusammenleben von Türken und Deutschen in Deutschland immer schwerer wird. Wie ich bereits schon erwähnt habe, liegt es nun mal in der Natur eines Menschen ein anderes Volk nicht gern im Vaterland zu haben. In der Tat gibt es auch viele Türken die viele Deutsche Freunde haben. Doch einige haben eben nicht das Glück, das beste Beispiel bin ich. Und ehrlich gesagt, ich sehne mich wie verrückt nach der Türkei ...
 
A

alsadaha

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

Herzlich willkommen bei tt.:smile:
Vielleicht magst Du Dich ja im "Stell-Dich-Vor-Thread" auch mal vorstellen?
- Damit wir wissen, mit wem wir hier diskutieren.:p
 

Filiz

New Member
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

herzlich willkommen Tatar....

Lies Dir das mal durch....

http://www.turkish-talk.com/small-talk/10767-tuerkesein-g-ermany.html

Wir hatten so ein ähnliches Thema schon einmal....Bin auch in einer Kleinstadt aufgewachsen, besuchte später auch das Gymnasium...

Wie Du in den Wald rufst so schallt es hinaus....Wenn sie Witze machen, dann Lach einfach drüber und denk tief in Dir das mit dem am Pöpöchen lecken....

Wenn Du jetzt z. B. Stottern würdest, und wärst ein Deutscher....und die hänseln Dich wegen Deinem Stottern....was würdest Du dann machen? Dich nach Stotterland sehnen?....

Du musst immer das Beste aus der Situation rausholen...und das mit dem Kickboxen find ich ne Klasse Idee....

Und außerdem hast Du ja jetzt uns...

PS: Möchtest Du gerne an unserer Mister-Wahl teilnehmen??? ;)
 
C

cild1

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

Hallo Tatar,

schön, dass du hier her gefunden hast!
Zu Deinem Text komme ich später noch, klingt interessant!
Aber wie kommst Du zu Tatar?
finde ich ganz toll!


grüe
 
B

Booker 66

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

PS: Möchtest Du gerne an unserer Mister-Wahl teilnehmen??? ;)


loooool, filiz übertreib es nicht, es kommt bald kein Neuer mehr auf die Seite zurück!!!!


Tja, ich weiß nicht warum deine Mitschüler so ekelig sind. Ich war nie so gestrickt!!!! Aber Filiz hat schon recht, du solltest mal mitlachen, würd mich interessieren wie sie reagieren!!! Kann es vielleicht auch sein, dass sie nicht wissen dass sie dich damit treffen?? Manchmal sind wir Deutschen eben auch ein wenig Gefühllos, leider!!! Aber.......jetzt hast du uns ja gefunden, wir hier sind alle sehr nett!!!:smile:
 
R

rebel

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

Jemand der schon seit seiner Geburt an hier in Deutschland wohnt, der müsste sich doch so gut wie zu Hause fühlen, doch was genau verhindert das Gefühl der Akzeptanz? Woher stammt bloß die Feindseeligkeit? Was genau verhindert die Integration?

tja die integrationsgeschichte ist eine geschichte voller mißverständnisse.
was nunmal für die integration fehlt ist ein zugehen von beiden seiten, abbauen von vorurteilen usw..

Einige von uns haben das Glück in Großstädten zu leben, wo der Ausländeranteil recht hoch ist, und man sich in einem Freundeskreis von türkischen Brüder akzeptiert fühlt.

ja aber das ist eigentlich der falsche weg, so kommt es ja zu den parallelgesellschaften.

Auch gibt es einen großen Unterschied zwischen deutschen und türkischen freundschaftlichen Beziehungen. Wobei Türken es als normal ansehen, seinen Freund auf die Wangen zu küssen, ihn mit einem Bruderkuss zu begrüßen, finden die Deutschen es eher abwertend.

das find ich eigentlich immer wieder sehr interessant ein türke gibt einer türkin die hand und einem türken den bruderkuss. ein deutscher gibt dem mann die hand und umarmt die frau.

Leider werde ich, trotz mehrmaligen Versuchen eine freundschaftliche Beziehung mit Deutschen zu führen, immer wieder abgewiesen und nicht akzeptiert.

das ist allerdings sehr traurig.

Jeden Morgen, wenn ich nur die Begrüßung Moin, oder Servus höre, brudelt in mir schon eine Wut die ich nicht erklären kann. Jeden Morgen wenn ich höre wie Deutsche ein paar Reihen hinter mir, Witze über den Islam oder Türken machen, steigt der Hass immer mehr und mehr. Ich gehe nun schon seit zwei Jahren zum Kickboxen, weil ich diese Wut in mir einfach nicht mehr aushalte. Also, sagt mir bitte, woher kommt die Feindseeligkeit?

letzlich von unwissentheit, du sagst ja selbst du kommst aus einer kleinstadt mit geringen ausländeranteil und da ist das fremde noch fremder als in großstädten.


Was verleitet also so viele Türken dazu, nicht die deutsche Nationalität zu akzeptieren, sondern noch mehr Ketten, T-Shirts, Jacken Pullover mit mit der Türkei Flagge zu tragen?

die fehlende identität, für viele deutsche bleibst du eben dein lebenlang türke
und das lebst du dann aus.
 

papatya

New Member
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

hos geldin hier bei TT, tatar!!!
vielleicht fühlst du dich hier ein bißchen wohler, denn leider höre ich aus deinem bericht nur negatives!!!
mein mann ist auch türke, auch hier gibt es nicht sehr viele türken(im vergleich zu anderen städten in d), dennoch fühlt er sich hier sehr wohl und kennt keine feindlichkeit gegen türken!
 
S

sdost

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

@Tatar, das hört man immer wieder. Trotzdem quälen sich 2,5 Millionen Türken in diesem Land, statt ins geliebte Paradies Türkei zu gehen. Ist es am Ende etwa doch nicht so schlimm? Ich kenne sehr viele Türken die großmäulig in die Türkei gegangen sind und Deutschland zu Abschied den Stinkefinger gezeigt haben. Es hat nicht lange gedauert, bis sie wieder da waren. Die meisten Türken glauben wunder wie willkommen in der Türkei zu sein. Im Urlaub ist es doch auch ganz prima. Da ist der Almanci der Liebling der ganzen Familie und bekommt das was er in Deutschland so schmerzlich vermisst, nämlich Aufmerksamkeit und Zuneigung. Im Alltag sieht das dann aber wieder ganz anders aus. Auch ein 6wöchiger Urlaub ist oft kaum zu ertragen. Wie oft habe ich schon gehört, dass sich die Almancis besonders in den ländlichen Gegenden der Türkei fremd fühlen.
Integration ist ja auch so eine Sache. Was ist das denn eigentlich? Türken wachsen mit einer gewaltigen Portion an Nationalismus auf. Damit versuchen sie sich von anderen Nationen abzugrenzen und vor allem aufzuwerten. Verächtlich sieht man auf die Deutschen herab und reduziert sie auf den Status des Ungläubigen, mit denen der Muslim sich nicht abgeben soll, so steht es ja im Koran. Der Deutsche säuft, hat keine Ehre, ermordet seine Kinder und sieht scheiße aus. In solch eine "Kultur" soll sich der Türke integrieren? Für mich sind das Ausreden, die die mangelnde Bereitschaft der Türken zur Integration kaschieren sollen.

Kleinstadt oder Großstadt, was ist denn besser? Ich habe in beiden Varianten gelebt und für mich selbst erfahren, dass man in der Kleinstadt oft besser behandelt wird.
Ich vergleiche die Problematik des Außenseiters immer gerne mit einem Partygast, der in der Ecke steht und sich nicht unter die anderen Gäste mischt. Am Ende sagt er dann auch noch, dass die anderen ihn geschnitten hätten. Der der reinkommt muss Initiative zeigen und auf andere zugehen um ihnen die Scheu zu nehmen
 
L

Lalezar2006

Guest
AW: Identitätskrise? Türken in Deutschland ...

Hallo Tatar,

erst mal willkommen im Forum und hoffe das dir einige Kommentare helfen werden.

Deine Geschichte ist sehr berührend, wenn du mir gestattest versuche ich mich in die Situation hineinzuversetzen. Du schreibst ja die Türken, die immer mehr Ketten tragen, immer mehr die T-Shirt mit der Flagge schmücken, ich finde persönlich bzw. was mir aufgefallen ist, das diese Sorte langsam ausstirbt, um es mal banal auszudrücken es ist “Out”.
Da du in einer Klein-Stadt lebst, hast du eventuell noch das eingefleischte Bild.

Eins hat mich zum nachdenken gebracht, du schreibst das, dass zusammenleben zwischen den Türken und Deutschen wird immer schwieriger. Wenn ich jetzt mal so frei nachdenken darf, ohne das man mich falsch versteht…

…Gehe ich einige Jahre zurück was ja nun nicht lange her ist.. als die Gastarbeiter kamen, damals waren es lange nicht so viele wie heute, früher wurden sie mehr oder weniger nicht akzeptiert. Sie waren aber auch eine Minderheit, eine Minderheit, ohne Sprachkenntnisse und ohne Wissen eines strukturiertem Leben. Fremd in einem anderen Land! Mittlerweile sind die Türken der größte Anteil an Ausländern, und das schlechte Bild des “Barbarischen” ist irgendwie hängen geblieben. Damals stand in den Zeitungen noch, z.B. Wohnungs-Anzeigen, immer als Schlusszitat “Nicht an Ausländer” die Türken konnten sich in ihrer Minderheit nicht wären, heute sieht alles anders aus.

Und ich finde auch das es in den letzten Jahren bergauf geht. Meiner Meinung nach sind die Türken vollstens integriert. Es gibt immer Ausnahmen, was erwartet man den, das alle Perfekt sind und wie Marionettenpuppen rumlaufen? Selbst auf dem Arbeitsmarkt, sieht man dies. Die Unis werden auch von Türken besucht, es ist richtig “In” geworden einen guten Abschluss zu bekommen. Ich habe ja nun mehrmals in einigen Beiträgen wiederholt das ich dieses Wort “Integration” nicht mehr hören kann. Es gibt auch genug Menschen deutscher Herkunft die ihre eigene Sprache nicht beherrschen, sich derart daneben benehmen, und sich selbst nicht anpassen in ihrem eigenen Land.

Umso mehr man von “Integration” der Türken spricht, umso mehr fühle ich Zweifel, was ist “Integration”? Es reicht wenn man in einem fremden Land, die Sprache beherrscht, um sich zu verständigen, sie muss meiner Meinung nicht perfekt sein. Ansonsten weiß jeder normale Mensch, wie er sich zu benehmen hat, sichich an die Regeln und Gesetze halten ist ein muss, und der Rest gehört nicht mehr zum Begriff “Integration” meiner Meinung nach.

Aber sobald ein Türke eine Straftat begeht oder einen Mord, heißt es “fehlgeschlagene Integration” und Politiker schlagen sich die Köpfe ein, was haben wir falsch gemacht, es müsste mehr getan werden. Da fängt bei mir der gemachte “Unterschied” an, das wir nicht dazugehören. Ich verstehe den Zusammenhang nicht, erklärt es mir doch bitte? Wie soll ich es verstehen, das die Türken “perfekt” sein müssen? und der Rest der Gesellschaft darf sich austoben, ohne einen bestimmten Titel zu bekommen? Ja, die Türken gehören auch zu der Rasse Mensch und sie machen genauso wie andere Fehler, es fällt bei mir unter die Kategorie “Mensch” oder “menschliches Versagen”.

Man sollte unbedingt unterscheiden können zwischen den beiden Kulturen. Es gibt unheimliche Unterschiede. Ein Türke kann sich in einige Geschehnisse der Deutschen nicht hineinversetzen und ein Deutscher nicht in den Türken. Deutschland ist meiner Meinung nach sehr “weit”, nun könnte man den Begriff “weit” in viele verschiedene Bausteine zerlegen. Weit in der Technik, weit am Fast-Food Essen, weit wenn es um das soziale Netz geht, usw. Aber mir fällt auch oft auf “weit” davon entfernt vom “natürlichen” manche nennen es ja auch amerikanisiert. Gestern habe ich mir Bilder angeschaut, wie es damals in Deutschland war. Die Familien waren viel enger, die Feiertage wurden ernst genommen, es war selbstverständlich für die Mutter da zu sein, wenn sei alt war, sie wurde umsorgt. Die Flaggen wurden auf dem Mast gehängt und an jenem Kutter waren sie zu sehen. Die Landschaft einfach herrlich, die Menschen waren eigentlich genauso wie bei uns, in der Dörfern, so richtige Bäuerinnen mit einem Kopftuch konnte ich sehen, alle saßen auf einem Kantstein, ganz verlegen. Sonntags wurde die Kirche besucht, am Tisch wurde erst gebetet bevor man aß usw. Nicht viel anders.

Die Türkei hat sich noch nicht so schnell entwickelt und in Deutschland würde man jetzt diese Art “Mensch” vielleicht als primitiv betrachten, jedoch sind sie für mich noch ein Stück natur.
Sie kennen es nicht, leise zu sein, denn (niemand) fühlt sich gestört. Sie behüten noch ihre Familie und eine Mutter wird umsorgt und normalerweise nicht in ein Altenheim gesteckt. Sie leben noch ihre Feiertage richtig aus, die Fahnen werden geschwenkt, die Musik laut aufgedreht, und ja die Türken sind nun mal temperamentvoller, weil sie der Natur noch sehr nahe sind. Noch wird das Wort “peinlich” nicht so oft angewendet.

Aber auch bei uns entwickelt es sich, und um ehrlich zu sein, ich mag dieses “primitive” wie man bei uns normale natürliche Menschen betitelt. Auf türkisch würde ich meinen das bei uns materielle Sachen auch eine große Rolle spielen, aber vergessen wird auch nicht das Geistige, das man für jemanden anderen da ist. In Deutschland schließt man eine Altervorsorge ab, in Form von diversen Angeboten auf dem Mark, Pflichtbeiträge, Riesterrente, betriebliche Altersvorsorge usw. in der Türkei setzt man Kinder auf die Welt und geht davon aus, das sie für die Eltern später da sind. Ich möchte es nicht als abhängig betrachten, eher als ein “Zusammensein” und für einander “da sein”. Auch außerhalb der Familie kann man dies beobachten, es ist ok wenn man im Tante Emma Laden einkauft und erst in 3 Wochen oder länger zahlt. Aber die Kehrseite des emotionalen Türken ist es, das er durch diese Art oft im Leben scheitert, weil er auch an andere denkt und dadurch seine eigene kleine Existenz aufs Spiel setzt und nicht wirklich weiter kommt.
Der Deutsche hingegen, ist in der Art egoistischer und denkt als erstes um sein Wohl, dadurch kommt er auch viel weiter, das ist vielleicht eine positive Angelegenheit, aber am Ende steht er ziemlich alleine im Leben. Man sollte auch bedenken das der Türke, in der Türkei viel unabhängiger ist als hier, den der Staat bietet nicht viel. Dadurch das sie auf sich alleine eingestellt sind, sind sie alle wie eine Familie unter einem Dach. Sicherlich gibt es auch welche die aus der Reihe tanzen und ganz anders sind. Ich möchte nicht mit Istanbul, Ankara, und Izmir ein ganzheitliches Bild machen. Kurz, der Deutsche; hat eine Grundbasis und kann sich dadurch mehr entfalten, reisen, Bücher lesen, usw., wobei der Türke in der Türkei um seine Existenz kämpft und es bleibt ihm nicht viel Zeit sich umzuschauen. Dadurch hören sie auch ihre eigenen Lieder in ihrer eigenen Sprache sehr gern. Sie hängen sehr an ihren eigenen Produkten und an ihrem Volk. Den sie kennen es nicht anders. Der glaube an die Politiker ist das letzte woran sie denken, aber sie hoffen. Warum werden zum Beispiel die aus dem Osten Deutschlands kommen, ehemals DDR anders angesehen? Sie sind auch noch nicht vollstens integriert. Sie konnten damals ihr eigenes Land auch nicht verlassen, denen ging es auch nicht anders. Als die erste Fluglinie eingeführt wurde, war es das Tor zur Außenwelt, sie hatten ihre eigenen Produkte und sie sind viel emotionaler auch Familiengebundener und noch heute unterscheidet man sie. Aber das ist eine andere Geschichte.

Solche “primitiven” Türken (bitte versteht mich nicht falsch wenn ich primitiv schreibe, für mich sind es die weit weiseren Menschen als heute, ich schreibe es bewusst) sind damals nach Deutschland gekommen und damals war schon Deutschland viel weiter, auch wenn die Nachkriegszeit viel nachzubessern hatte. Die Struktur stimmte immer, und hier ist der größte Unterschied. Der Deutsche ist sehr strukturiert und denkt lieber zweimal nach, und der Türke ist mit den Gedanken bei seiner Familie und bei den Verwandten, den das Geld was sie hier verdienten, schickten sie in die Türkei. Die Deutschen haben dies damals nicht verstanden. Der Deutsche legt seine Zukunft in die Hand des Staates, den normalerweise kann er nicht Obdachlos werden, oder würde hungern. Er braucht auch keine großen Aktionen zu starten, wenn eine große Operation bevorsteht und der Türke in der Türkei, setzt das ganze Vertrauen in sein Volk, es fängt beim Nachbarn an. Dadurch ist auch der enorme Zusammenhalt und sie beschützen sich gegenseitig. Es sind nur meine eigenen Erkenntnisse.

Wir sind zwei ganz verschiedene Kulturen, mit ganz verschieden Lebensweisheiten, bzw. wir leben unsere eigene Kultur noch aus, und nicht die des anderen. Sicherlich ist jeder Mensch anders, egal welcher Nationalität. Aber im großen und ganzen gibt es immer ein einhaltiges Bild. Auch die Entwicklung und die Infrastruktur spielt eine große Rolle. Aber ich hoffe immer das die Türkei nicht amerikanisiert wird...
 
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