AW: ISLAM: Keine Huris im Paradies
Wie gesagt, ich glaube schon an die Möglichkeit göttlicher Eingebung oder Offenbarung. Insofern fiel vieles aus Koran und Bibel "aus dem Himmel".
Dennoch entstehen meiner Meinung nach auch prophetische Offenbarungen innerhalb von Zeit und Raum, in einem bestimmten Umfeld, von dem sie beeinflusst sind. Auch ein Prophet lebt in der Welt, die ihn umgibt. Und seine Botschaft richtet sich an seine Welt in seiner Zeit.
Absolut ist eine Offenbarung insofern, als dass sie, mystisch gesprochen, in einem geistigen Zustand des Gewahrseins des ewigen göttlichen Hier und Jetzt empfangen wird. Man kann also von einer ewigen Gültigkeit des Koran und anderer Offenbarungen sprechen, wenn man so argumentiert.
Diesen exklusiven Kult, der im Islam mit diesem Buch betrieben wird, empfinde ich allerdings als Götzenkult. Selbst wenn er in seiner Überlieferung gleich geblieben sein sollte, sollte man auch als gläubiger Mensch in der Lage sein, kritisch-historische Betrachtungen zu zulassen.
Erstaunlich finde ich dann auch diesen ultimativen Anspruch des Koran, das Siegel aller Religionen zu sein.
Natürlich ist der Islam die zuletzt entstandene große Religion, aber wenn das dazu führt, dass man nachfolgende Propheten (wie die Bahai in Persien) verfolgt und tötet, muss ich einfach sagen, dass es sich um Verbortheit und Maßlosigkeit handelt (eigentlich sehr unislamische Eigenschaften, wenn man den Islam als einen Weg der goldenen Mitte versteht).
Da ich aber Glaube, dass alle Form vergänglich ist, mache ich mir eigentlich nicht allzugroße Sorgen, dass nicht irgendwann aller religiöser Dogmenkult verschwinden wird.