AW: "Jeder Dritte würde die Piraten wählen"
Habe gestern zufällig Marina Waisband bei Markus Lanz gesehen. (..)
Ich hab das zwar nicht gesehen, kann's mir aber vorstellen. Im Norden tobt ja zurzeit der Wahlkampf; Sonntag wird der neue schleswig-holsteinische Landtag gewählt. Im Rahmen einer obligaten großen Zeitungsserie mit Fragen an sämtliche Spitzenkandidaten wartete Ober-Pirat Torge Schmidt in den 'Lübecker Nachrichten' vom 1./2. Mai 2012 (S. 8, Norddeutschland) mit verblüffender Sachkenntnis zum umstrittenen Thema Bildungspolitik auf:
"Wir fordern eine bessere finanzielle Ausstattung des gesamten Bildungssystems. Eine konkrete Bezifferung ist zurzeit nicht möglich, dafür fehlen uns noch essentielle Zahlen."
Hmm, dachte ich mir, dem Mann kann geholfen werden. Was fordern und fördern die noch gleich? Rischtisch.. freie Informationen für alle per Internet! Gute Idee! Jetzt hoffe ich für Herrn Schmidt, dass er hier mitliest; vielleicht wird er dann schlauer:
http://www.schleswig-holstein.de/FM...fischeDarstellungHH/Bildung/Bildung_node.html
So viel zu den Bildungsausgaben im Landeshaushalt 2012. Aber man will ja fair sein; die genaue Frage lautete: "Wie viele Lehrer brauchen gute Schulen? Wie viele Stellen können wegfallen?"
Let me google that for you, Herr Schmidt. popcorn
Lehrerstellen
Die Zahl der Stellen und Planstellen in der Landesverwaltung wird bis 2020 um zehn Prozent bzw. rund 5.300 Stellen reduziert. In den nächsten Jahren wird etwa ein Viertel aller aus dem Beschäftigungsverhältnis Ausscheidenden nicht ersetzt. Die Zahl der Auszubildenden und Übernahmen wird entsprechend angepasst. Das Bildungsministerium wird sich an diesem Abbau-Ziel mit 3.650 Lehrerstellen beteiligen. Je 300 Planstellen werden 2011 und 2012 gestrichen. Parallel zur demographischen Entwicklung der Schülerzahlen wird die Zahl der Lehrerstellen sowie der Anwärter und Referendare abgesenkt. (..) Das Einsparvolumen 2011 beträgt 5,882 Millionen Euro. Im Jahr 2012 werden es 19,832 Millionen Euro sein.
http://www.schleswig-holstein.de/ST...idierung/Wosparen/Data/L_P/lehrerstellen.html
Okay, lieber Herr Schmidt, ein solches Interview ist natürlich eine furchtbare Sache; da bin ich ganz bei Ihnen. Die Fragen erwischen einen kalt wie ein Tsunami, sozusagen von gleich auf jetzt, und entgegen verbreiteter Praxis und propagandistischen Zusagen fieser Redakteure hat man natürlich auch
überhaupt keine Zeit, sich
ir-gend-wie vorzubereiten. Geschweige denn mit tagelangem Vorlauf oder nachträglicher Autorisierung. Hart ist das Leben an der Küste. Man wahlkämpft und wahlkämpft, und trotzdem wird man von entfesselten Regionalzeitungsfuzzis unablässig mit Wattebäuschen beworfen. Das ist unfair, das sehe ich ein... pinocchio
Aber wenn Sie versprechen, dass Sie noch ein paar Jährchen üben, bis Sie in den Landtag einziehen, verrate ich Ihnen sogar,
mit welchen Stichwörtern Sie diese brandheißen und unendlich mühsam zu beschaffenden Informationen finden. Nur muss das unter uns bleiben. Sonst könnte ja jeder... na, Sie wissen schon! :wink:
P.S. Nur der Vollständigkeit halber: FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki eierte bei der Frage ebenfalls herum, aber deutlich weniger. Dafür will er Minister werden, was die Wähler bitte auch tunlichst verhüten mögen.