AW: Jetzt wird es ernst...(meine Geschichte)
Eine kleine Notlüge, wenn er nur ab und an mal rückfällig geworden wäre, hätte ich nicht weiter tragisch gefunden. Wenn man allerdings über einen längeren Zeitraum konsequent so überzeugend lügen kann, fragt man sich, ob er da Übung drin hat und man ist natürlich verletzt und misstrauisch.
Ich habe auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass das allererste intuitive Bauchgefühl richtig war...
Wenn du dazu noch so häufig davon geträumt hast, macht dein Unterbewusstsein dir ja unmißverständlich klar: Hallo, da stimmt was nicht!
Deshalb versuche auch jetzt auf dein Bauchgefühl zu hören was deine Beziehung zu ihm betrifft. Versuch mal die Verliebtheitsgefühle für einen Moment abzustellen und dich zu fragen, ob du grundsätzlich Vertrauen zu ihm hast?
Ich würde nicht sagen, dass ich grundsätzlich kein Vertrauen habe. Aber gerade bei kleinen scheinbar belanglosen Dingen zweifel ich mittlerweile an allem. Meine große Sorge ist, dass ich mich an diese Lügen gewöhnen könnte und es irgendwann eben nicht mehr um Belangloses geht. Wir sind nicht mal ganz ein Jahr zusammen und er steht gerade kurz davor sein Leben komplett für nich aufzugeben. Da besteht kaum Grund zur Sorge, dass er mich auch in anderen Dingen belügen könnte. Das wird sich allerings schnell ändern, wenn wir einen gemeinsamen Alltag haben, wo die Verliebtheit abflaut, die ersten finanziellen Sorgen kommen und und und…..
Wenn ja, dann versuche vielleicht auch ein wenig von deinen perfektionistischen Vorstellungen abzurücken und ihm klarzumachen, dass kleine Fehler einen Menschen liebenswert machen und er nicht Mister Perfect sein muss.
Trotz all meienr Ansprüch soll er nicht Mister Perfect sein. Er soll aber soviel Mann sein zu seinen Fehlern zu stehen. Erst dann kann ich diese Fehler auch Liebenswert finden. Ich dachte eigentlich ich hätte ihm das unmissverständlich klar gemacht in den etlichen Gesprächen die wir darüber geführt haben. Manchmal glaube ich es geht da viel mehr um seinen eigenen Anspruch an sich selbst. Vielleicht hat er gedacht ich würde aus ihm einen perfekten Mann machen. Und jetzt wo das nicht klappt, will er den Anschein aufrecht erhalten, damit er sich in meinen Augen noch als perfekt fühlen kann.
Hm... ich fühle auch mit ihm.....
Wenn es so ein Reiz-Thema ist, und er dich nicht enttäuschen will, und du aber immer darauf herum reitest, auch wenn du versicherst es geht dir nicht ums rauchen... ehrlich: ich hätte dir auch nichts gesagt.
Wenn man eh schon an seinem eigenen Unvermögen scheitert, und dann wird immer noch gezweifelt...
Und das auzulegen als generell "nicht mehr vertrauenswürdig sein", kann ich nicht nachvollziehen. ...
Das Problem ist, dass wir schon mehrer Vorgeschichten wegen seinen Lügerein hatten. Daher das „nicht mehr vertrauenswürdig“. Er lügt generell sehr viel. Nicht ein Tag vergeht wo er nicht seine Mutter, seine Cousins, seinen Chef oder sonst wen extrem dreist belügt. Das sind kleine Notlügen oder Belanglosigkeiten. Aber ich stehe daneben und denk mir nur „oh gott, wie kann man nur so dreist sein“. Und natürlich hab ich dann Angst, dass ich auch regeläßig von ihm verarscht werde. Wenn er mir dann immer wieder beteuert dass er mich nicht so anlügen würde, dann hab ich das bisher immer geglaubt. Bisher….
Hallo Aylin 2009,
hast Du denn schon mal darüber nachgedacht warum Dein Freund Dir nicht ehrlich gesagt hat dass er doch raucht? Ich glaube Du hast recht hohe Anforderungen an sein Verhalten/Moral und setzt ihn damit unter Druck. Das läßt ja gar kein Versagen zu. Du hast ihn so oft gefragt ob er noch raucht, dass er den Eindruck bekam in Deinen Augen als Versager und Lügner da zu stehen und die Wahrheit deshalb nicht sagen konnte. Ist das nicht schade?
Laut Statistik lügt jeder Mensch mehrmals am Tag. Also auch Du und ich. Das soll nun eine Lüge nicht entschuldigen, aber es kommt doch darauf an bei was man lügt. Das alte Sprichwort "Wer einmal lügt, dem ..." ist falsch. Sonst könnte ja niemand irgendeinem Menschen jemals vertrauen.
Ja, wie gesagt, er hat nicht das erste Mal gelogen. Er tut es immer wieder. Deswgeen hatte ich gedacht, dass wenn er sieht wie wichtig mir in dem Zigaretten Fall die Wahrheit ist, dass er dann auch über seinen Schatten springen wird und die Wahrheit sagen würde….Falsch gedacht.
Ich glaube Du versuchst ihn auch ein wenig zu erziehen. Aber einen Erwachsenen kann man nicht mehr erziehen. Jeder kann nur selbst an sich arbeiten. Deshalb möchte ich Dir raten, sei ein wenig nachsichtig mit ihm und mit Dir. Wozu das Leben noch unnötig verkomplizieren, es ist doch schon kompliziert genug. Du kannst nicht alles voraus planen. Der beste Plan kann durch unvorhergesehene Ereignisse schief gehen.
Sei etwas locker und keine Tests mehr, das wird Eurer Beziehung gut tun. Freue Dich doch an dem was Du hast und was er für Eure Beziehung tun will.
Wie wahr deine Worte sind. Damit triffst du es ziemlich gut. Ich habe das schon lange vor dieser Geschichte als meinen Fehler erkannt. Schon vorherige Beziehung wurden durch meine Versuche den Partner zu erziehen schwer belastet. Und ich habe mit meinem Schatz viel drüber gesprochen. Hab ihn gebeten, dass er mich drauf hinweist, sollte ich in alte Muster fallen. Ich war fest gewillt ihn mit seinen Fehlern zu akzeptieren. Aber wenn sein Fehler diese krankhaften Lügerein sind, dann werde ich es nicht schaffen. Das ist für mich keine Beziehungsbasis.
Vor meiner Zeit und auch noch zu Beginn unserer Beziehung hat er gekifft. „Durch mich“ hat er dann damit aufgehört. Nicht weil ich es von ihm verlangt habe. Mir war die Beziehung zu beginn nicht wichtig genug, weil ich eh keine Lust auf Fernbeziehung hatte. Er hat von ganz alleine damit aufghört und mir immer wieder freudig erzählt, wie dankbar er ist dass er durch mich die Kraft dazu gefunden hat. Tja…dieselben Worte habe ich bei den Zigaretten jetzt auch über zwei Monate hinweg gehört. Ich habe nie auch nur einen moment daran gezweifelt dass er das Kiffen aufgehört hat. Als ich jetzt die Wahrheit mit dem Rauchen erfahren habe und ich unsere gesamte Beziehung revue passieren lassen musste hat es plötzlich klick gemacht. Ich habe ihn gefragt, wie es mit dem kiffen ist. „Ab und zu mal, aber nicht regelmäßig….“….
Ja ne ist klar.
Ich will ihn mit seinen Fehlern akzeptieren. Dafür muss er mir aber helfen und mich mit seinen Fehlern konfrontieren. Wenn er diese vor mir versteckt, dann kann ich auch nicht an mir selbst arbeiten.
Er steht wie gesagt kurz davor sein Leben dort für mich aufzugeben, seine Familie zu verlassen und seinen gut bezahlten Job aufzugeben. Um mit mir in einem Land zu leben in dem er die Sprache nicht spricht und keine Freund hat. Nur für mich. Das halte ich ihm sehr zu gute. Ich weiß das zu schätzen. Aber ich finde bevor er eine solche Entscheidung trifft, sollte er mit offenen Karten spielen. Im moment weiß ich ehrlich gesagt nicht, mit wem ich es zutun habe.