Ich traue mich ja kaum, das zu gestehen. Bei uns in Wuppertal gibt es ja keine Theologie an der Uni.
Weil, Theologie gibt es schon viel länger als die Universität, aber auf dem anderen Berg.
Aus sehr guten Gründen.
Bei uns gab es nur die Religionslehre für die Lehrerausbildung. Wollte ich nicht ordentlich studieren wegen Griechisch, und unordentlich, dachte ich, bloß Reli, interessiert nicht.
Und habe so Thomas Söding verpaßt, der
his masters voice verkörperte ... Ihm gebührte die Ehre, Herausgeber zu sein einer Essaysammlung deutscher Neutestamentler als freundliche Antwort auf die Jesusbücher Benedikts
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Dabei gar nicht mal politisch, ich weiß nicht, wo er da steht, aber fachlich ist er einer der großen Ratzinger-Exegeten.
Immerhin. Zwei Vorträge von ihm habe ich gehört. Auch er hatte sich dem Philosophischen Café gestellt, über die Philosophie des Paulus. Als die Veranstaltung beendet war, er seinen Kram zusammenpackte, bemerkte ich halblaut zu meinem Sitzbachbarn, so daß Söding etwas hören konnte (und nämlich auch sollte), und er neugierig lächelnd zurückfrug „Wie war das?“, und ich laut und deutlich grinsend wiederholte „SOBALD ES GEGEN DIE PROTESTANTEN GEHT, SIND SICH DIE KATHOLIKEN MIT UNS PHILOSOPHEN AUF EINMAL WIEDER WUNDERBAR EINIG!“, und er lachte, und stimmte zu „Genau so ist es!“ Um dann selbstredend SOFORT zurückzurudern. Machte nichts. Er merkte, ich habe ihn – Wir haben uns verstanden.
Was das rein Fachliche angeht. In der Breite habe ich später von Ratzinger so viel gelernt wie in jüngeren Jahren von Rahner in der Tiefe. Der hat sich eine enorme Bildung angefressen, Kirchengeschichte dabei durchaus ordentlich durchdrungen. Eben nicht wie die Rahner Brothers in neuplatonischer Tiefe, sondern in durchaus paulinisch stoischer Breite.