Mal über Erdoğan plaudern

Ottoman

Well-Known Member
Es ist nicht das erste Mal, dass Erdogan's Sicherheitsleute irgendwelche Leute zusammenschlagen.

Ich war beschämt als ich die Bilder sah. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, wie Demonstranten (einer nicht genehmigten Demo) so nah an den türkischen Präsidenten gelangen können.
Wenn ich mich nicht irren sollte, wurden ganze Straßen gesperrt als Obama die Türkei besuchte.

Um objektiv urteilen zu können muss man einfach mehr dazu wissen.
 

Almancali

Well-Known Member
Ist das nicht in der USA auch so, dass Demonstrationen nur "Angekündigt" werden müssen ? Auch in der BRD sind Demonstrationen nicht genehmigungsbedürftig, sondern müssen nur "zeitig" angekündigt werden.

Naja und einen Obama kann man nicht mit Erdogan auf eine Stufe stellen. Der Wichtigkeitsfaktor von Erdogan ist gleich Null...
 

Almancali

Well-Known Member
Man muss das Ganze auch aus einem anderen Winkel betrachten. Für die USA ist die Türkei ein "nobody" Land. Ein muslimisches Land, was nix zu bieten hat, irgendwo auf der Landkarte. Die Bevölkerung weiß vermutlich nicht einmal, wo die Türkei überhaupt ist. Ein Land irgendwo in der Pampa und genauso unwichtig wie Georgien, Armenien, Slowenien, Kroatien usw.. Das da so ein "Drittweltler" irgendwelche Forderungen an die USA stellt, wird dort sicherlich belächelt...

So würde ich mir das Bild vorstellen denke ich...

Hier in der BRD nimmt doch auch niemand Notiz, wenn z.B. irgendjemand aus Ghana, Somalia, Bulgarien, Kongo, Lybien, Libanon hier aufschlägt. Der wird halt freundlich empfangen... 23 Minuten abgespeist... Bekommt eine warme Suppe aufgetischt und kann sich wieder verabschieden...

Und so hat man das in den USA wohl auch gehandhabt...

Anders sieht's natürlich aus, wenn du für paar Mille einen Waffendeal für die USA einkassieren kannst. Nimmst halt zwei Blondienen mit und kassierst dann nochmal extra... "schöne tolle Waffen"... Wer Kohle hat oder die engsten Freunde sind, hat halt ein ganz anderes Auftreten...

Erdogan ist eigentlich was ?... Nichts !

Für uns Türken (türkisch-stämmige und Türkeifreunde) vielleicht eine große Nummer... für den Rest der Welt nur ein unbekanntes machtgieriges A.
 

Ottoman

Well-Known Member
Ich hatte in der Vergangenheit stets vor der Entwicklung in der Türkei gewarnt. Ich hatte Angst, dass sich die Türkei Richtung Iran bewegt.

So wie es aussieht, bin ich wohl einiges Tages froh, wenn sich die Türkei in diese Richtung bewegt.


Ruhani will mehr Rechte für Frauen

Im Übrigen ein falscher Zeitpunkt den Iran zu verteufeln, so wie es Trump macht.
 

Almancali

Well-Known Member
So wie es aussieht, bin ich wohl einiges Tages froh, wenn sich die Türkei in diese Richtung bewegt.
Bezogen u.A. auf die Frauenrechte, kann ich deinen Wunsch, dass sich die Türkei in "diese Richtung" bewegt, nicht nachvollziehen. Es sind zwei vollkommen differenzierte paar Schuhe.

Während die Türkei seit jeher (gerade durch Atatürk) ein westlich geprägtes Land war, so war der Iran eher ein muslimisch konservatives Land.

Die Türkei hat seit jeher Rechte für Frauen. Keinen Kopftuchzwang usw.. Während man im Iran eine Kopfbekleidung für Frauen vorschreibt.

Warum also müsste sich die Türkei in Richtung des Irans bewegen ? Nur weil Iran jetzt "mehr Rechte für Frauen" fordert und sich weltoffen zeigt ? Eine Eigenschaft, die mit der Gründung der modernen Türkei bereits Bestandteil der türkischen Verfassung und Gerichtsbarkeit ist ?

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist: Das die Türkei dieses Recht (und noch wesentlich mehr Dinge) bereits in der Verfassung und in der Gerichtsbarkeit verankert hat. Allerdings wird es in der Türkei auf Grund von Tradition und familärer Entscheidung so nicht gelebt.

Mit Erdogan geht die Türkei in eine stetig wachsende "Islamisierung" zurück. Das Moderne und das Westliche wird abgelehrnt und die Werte des Islams (was auch die Verhaltens- und Bekleidungsregeln) betreffen, nach vorne gerückt.

Also wieso muss die Türkei erstmal jahrzehnte zurück, um dann eines Tages sich in Richtung Iran zu bewegen ?
 

Ottoman

Well-Known Member
Bezogen u.A. auf die Frauenrechte, kann ich deinen Wunsch, dass sich die Türkei in "diese Richtung" bewegt, nicht nachvollziehen. Es sind zwei vollkommen differenzierte paar Schuhe.

Während die Türkei seit jeher (gerade durch Atatürk) ein westlich geprägtes Land war, so war der Iran eher ein muslimisch konservatives Land.

Die Türkei hat seit jeher Rechte für Frauen. Keinen Kopftuchzwang usw.. Während man im Iran eine Kopfbekleidung für Frauen vorschreibt.

Warum also müsste sich die Türkei in Richtung des Irans bewegen ? Nur weil Iran jetzt "mehr Rechte für Frauen" fordert und sich weltoffen zeigt ? Eine Eigenschaft, die mit der Gründung der modernen Türkei bereits Bestandteil der türkischen Verfassung und Gerichtsbarkeit ist ?

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist: Das die Türkei dieses Recht (und noch wesentlich mehr Dinge) bereits in der Verfassung und in der Gerichtsbarkeit verankert hat. Allerdings wird es in der Türkei auf Grund von Tradition und familärer Entscheidung so nicht gelebt.

Mit Erdogan geht die Türkei in eine stetig wachsende "Islamisierung" zurück. Das Moderne und das Westliche wird abgelehrnt und die Werte des Islams (was auch die Verhaltens- und Bekleidungsregeln) betreffen, nach vorne gerückt.

Also wieso muss die Türkei erstmal jahrzehnte zurück, um dann eines Tages sich in Richtung Iran zu bewegen ?

Offensichtlich hast Du meinen Beitrag nicht verstanden.
Ich habe keinen Wunsch geäußert, wonach sich die Türkei dem Iran annähern soll.
Ließ Dir den Satz nochmals durch.

Augenblicklich - und das schreibst Du ja selber - ist die Türkei mit einer steigenden Islamisierung konfrontiert.
Dem Westen und der Moderne immer ablehnender. Der Iran ist wohl in einem entgegengesetzten Prozess.
Daher schrieb ich auch, dass ich wohl eines Tages froh sein könnte, wenn sich die Türkei in diese Richtung bewegt!
 
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