Ramadan - physische/psychische Belastung?

alexa1912

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AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Liebe Cyrella,

wie auch viele andere hier, habe auch ich einen türkischen Freund und auch er fastet derzeit.

Ich habe mich darauf eingestellt, dass er in den nächsten Wochen weniger Zeit hat. Weil eben, abends erst später ( ca. 20 Uhr, verschiebt sich ja immer) gegessen wird, viele Familienbesuche und auch Moscheebesuche anstehen. Da bleibt neben Arbeit, dann nicht mehr viel Zeit für Freundin. Dafür zeige ich Verständnis. Anderst geht es auch nicht.

Trotzdem muss ich sagen, gibt mein Freund sich Mühe, mich nicht zu vernachlässigen und wann immer es geht mich zu sehen. Da bin selbst ich manchmal die jenige die sagt, geh mit deiner Familie oder wir können uns doch danach sehen. Denn vor allem ist es mir wichtig, dass er diese Dinge nicht wegen mir vernachlässigt. Was sind 4 Wochen im Jahr, wenn man noch den Rest des Jahres gemeinsam Zeit hat ?! Und dazu kommt, dass ich nicht will, dass seine Familie nachher denkt er würde wegen MIR das ganze vernachlässigen.

Nun ja, aber, dass er durchs fasten mehr gereizt ist, oft schlechte Laune hat usw. kann ich jetzt nicht bestätigen. Im Gegenteil, ich finde er ist in dieser Zeit eher sentimentaler. Aber das wird sicher von Mensch zu Mensch anderst sein.

Ich an deiner Stelle würde vor allem für seine Situation Verständnis zeigen und ihn jetzt nicht noch mit Dingen wie „was ist los mit dir, du meldest dich kaum usw…..“ belasten.

Zeig ihm lieber, dass du die Sache respektierst und akzeptierst, auch wenn du vielleicht ein wenig zurück stecken musst, sind ja nur noch zwei Wochen.

Und dann wird sich ja zeigen, ob es am Ramadan gelegen hat.

Kopf hoch zwei Wochen sind ja schon geschafft.
 

Cyrella

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AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Hallo alexa!

Zeig ihm lieber, dass du die Sache respektierst und akzeptierst, auch wenn du vielleicht ein wenig zurück stecken musst, sind ja nur noch zwei Wochen.

Und dann wird sich ja zeigen, ob es am Ramadan gelegen hat.

Kopf hoch zwei Wochen sind ja schon geschafft.

Ja, ich denke, hab ihm schon gezeigt, dass ich die Sache akzeptiere. Deshalb ja auch 2 Wochen keinen Kontakt mehr, auch weil ich halt merke, dass ich die Sache momentan zu eng sehe.
Das Gespräch war an sich ganz angenehm gestern. Er hat mir auch etwas erklärt, wie man sich gegen Ende des Tages fühlt und so. Er meinte auch, dass er sich im Moment bei keinem seiner Freunde meldet, weil er zusätzlich ne 40-Stunden-Woche hat und abends jetzt auch Sprachkurs. Da wir uns ja auch noch nicht lange kennen, ist es auch irgendwo verständlich, dass er sich dann "erstrecht" nicht bei mir meldet (so hat er es nicht gesagt, aber so ähnlich...).

Denk aber im Moment auch, es ist am Anfang alles zu schnell gegangen (was mysteriöser Weise allerdings von ihm ausging...) und er weiß grad nicht, wo ihm der Kopf steht. Vielleicht ist es also doch alles nur freundschaflich... Er hat mich ein wenig so behandelt, als sei ich "irgendjemand". Wie dem auch sei - mach mir jedenfalls nicht mehr so viele Gedanken darüber; selbst wenn sich bei ihm was geändert hat (was er - seinem Verhalten widersprechend - zwar abgestritten hat), dann kann ich es auch nicht ändern. Passiert halt. Möchte in den nächsten 2 Wochen einfach erstmal drüber hinweg kommen. Ich steig durch den Typen nicht durch :confused: :-D .
 
C

Carrie

Guest
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Also eins muss man euch lassen, Mut habt ihr ne!!!

Ich könnte mit so einer Person nicht zusammenleben, das ginge voll nicht klar!
Ich kann viel akzeptieren, aber ne, da würde ich mich nie unter die Wünsche meines Mannes legen.

Sollte mein Mann auf einmal anfangen zu fasten, kann er sich ja jemand anderes suchen der mitfastet, ich würde dieses Theater nichtmachen.

Das ist meine Meinung, viel Glück und Mut den Mädels die da so verständlich mit umgehn, ist ja bald vorbei!
 

schwarze Rose

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AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Hallo alexa!



Ja, ich denke, hab ihm schon gezeigt, dass ich die Sache akzeptiere. Deshalb ja auch 2 Wochen keinen Kontakt mehr, auch weil ich halt merke, dass ich die Sache momentan zu eng sehe.
Das Gespräch war an sich ganz angenehm gestern. Er hat mir auch etwas erklärt, wie man sich gegen Ende des Tages fühlt und so. Er meinte auch, dass er sich im Moment bei keinem seiner Freunde meldet, weil er zusätzlich ne 40-Stunden-Woche hat und abends jetzt auch Sprachkurs. Da wir uns ja auch noch nicht lange kennen, ist es auch irgendwo verständlich, dass er sich dann "erstrecht" nicht bei mir meldet (so hat er es nicht gesagt, aber so ähnlich...).


Denk aber im Moment auch, es ist am Anfang alles zu schnell gegangen (was mysteriöser Weise allerdings von ihm ausging...) und er weiß grad nicht, wo ihm der Kopf steht. Vielleicht ist es also doch alles nur freundschaflich... Er hat mich ein wenig so behandelt, als sei ich "irgendjemand". Wie dem auch sei - mach mir jedenfalls nicht mehr so viele Gedanken darüber; selbst wenn sich bei ihm was geändert hat (was er - seinem Verhalten widersprechend - zwar abgestritten hat), dann kann ich es auch nicht ändern. Passiert halt. Möchte in den nächsten 2 Wochen einfach erstmal drüber hinweg kommen. Ich steig durch den Typen nicht durch :confused: :-D .

Das finde ja nun extrem seltsam. Wer frisch verliebt ist, meldet sich doch zumindest bei der Auserwählten rel. häufig (im Vergleich zum Rest der WElt). WEnn er sich schon in dieser AUsnahmesituation nicht bei dir meldet, würde ich grad mal mehrere Gänge zurückschalten und ihn - wenn überhaupt - erst mal wieder kommen lassen. :roll:

Nimm es mal so - für mich hört es sich jedenfalls so an - so wie du es schilderst
 
B

berliner

Guest
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Ich glaube, daß hat mit Ramazan nix zu tun.
Jemand der noch nie gefastet hat, und sich hier die Beiträge durchliest, könnte denken, der/die Fastende stellt sich vier Wochen lang auf einen Unausstehlich-Ungesellig-Unantastbar-Modus.
Dem ist aber nicht so. Für mich geht der Alltag - bis auf kleine Einschränkungen - genau so weiter.
Wer fastet - und dabei seinem Umfeld ggü. unhöflich etc. ist - der sollte es lieber sein lassen. Denn mit so einem Asi-Verhalten verstößt er gegen den Sinn des Fastens - nämlich der Selbstdisziplin.

@Carrie : Wenn man von dir als bekennende Christin liest, dass das Fasten ein Theater sei, dann klingt das schon ziemlich merkwürdig.
 

Cyrella

New Member
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Das finde ja nun extrem seltsam. Wer frisch verliebt ist, meldet sich doch zumindest bei der Auserwählten rel. häufig (im Vergleich zum Rest der WElt). WEnn er sich schon in dieser AUsnahmesituation nicht bei dir meldet, würde ich grad mal mehrere Gänge zurückschalten und ihn - wenn überhaupt - erst mal wieder kommen lassen. :roll:

Nimm es mal so - für mich hört es sich jedenfalls so an - so wie du es schilderst

Jo, seh ich ja auch so. Das meinte ich ja grad.
 

alexa1912

Active Member
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

ja wie ich in meinem Beitrag schon geschrieben habe, finde ich das mein Freund während des Fasten garnicht anderst ist. Klar ein paar Einschhränkungen im Alltag sind da, aber das wars auch schon.

Aber an seinem Verhalten ist jetzt nichts irgendwie anderst. Zumindest nicht im negativen Sinne.
 

Cyrella

New Member
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

Ok, dankeschön :).

Naja, also fies oder angespannt ist er auch nicht, er ist von seiner Art schon wie vorher gewesen und hat auch immer wieder betont, dass er mich gern hat, als wir gesprochen haben. Dass er sich bei niemandem meldet, liegt auch an seiner 40-Std.-Woche, das glaub ich ihm sogar.

Aber: Mir ist sehr wohl bewusst, dass man Freunde auch gern hat und dass man sich bei jemandem, der nicht "irgendeiner" von denen ist, schon anders verhält. So naiv bin ich nicht :).

Aber wie dem auch sei - seit wir den Abstand vereinbart haben, merke ich, dass es mir schon von Tag zu Tag besser geht, ich denke auch nicht mehr so viel an ihn. Am WE bekommen wir jetzt auch Besuch von meiner Kusine + Kinder, was eine schöne Abwechslung wird :). Außerdem nehm ich jetzt auch mein "normales" Leben wieder in Angriff, mach wieder meine Lernpläne usw. - also, das wird täglich besser :).

Zwar werde ich aus seinem Verhalten immernoch nicht schlau, zumal ich ihn ausdrücklich darauf angesprochen habe und er immernoch behauptet hat, dass sich bei ihm "nichts verändert" habe, er mich doch gern habe und nicht wisse, warum ich ihm das nicht glauben würde. Joa, aber andererseits tut er - meiner Ansicht nach - momentan schon eher auf freundschaftlich. Und vorher war's wirklich anders, das könnt ihr mir glauben. Da waren Sachen wie "Ich denk die ganze Zeit an dich", kuschel hier, kuschel da, "Bin so froh, dass ich dich hab" usw. usw. an der Tagesordnung.

Aber wie gesagt - die Gedanken schalte ich im Moment sehr zurück, denn erklären kann ich es mir so oder so nicht.
 
C

Carrie

Guest
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

@Carrie : Wenn man von dir als bekennende Christin liest, dass das Fasten ein Theater sei, dann klingt das schon ziemlich merkwürdig.

So war das nicht gemeint, ich finde nur persönlich, das der ramadan meinen Vorstellungen von Fasten nicht entspricht!
Natürlich verlangt es Selbstdisziplin und ich habe auch Respekt davor, aber die Leute essen und trinken schliesslich morgens und Nachts.
Bei unserer fastenzeit verzichten wir auf jeden luxus, und das kann jeder und soll auch jeder für sich entscheiden.

In dieser Zeit gebe ich kein Geld für Klamotten oder andere Güter aus, dieses Geld spende ich, ich versuche nicht zu rauchen, trinke keinen Alkohol ich esse auch keine teuren Sachen, alles bleibt sehr bescheiden!

Es geht darum anderen das zu geben was man selber hat, sich für 40 Tage spirituell zu bereichern, dazu gehört auch die Busse und der regelmässige Kirchengang.

Ich tue etwas für die Gesellschaft, das tue ich aber bestimmt nicht indem ich mich den ganzen Tag knechtige!

Ich denke das es so für dich verständlich sein müsste, warum ich finde das der Ramadan im Islam ein wenig einseitig ist!
 
B

berliner

Guest
AW: Ramadan - physische/psychische Belastung?

@Carrie, diese von Dir beschriebene Form des Fastens finde ich persönlich auch sehr schön. Im Islam ist jeder, der die materiellen Möglichkeiten hat, zum Ende des Ramazan verpflichtet, 1/40 seines Vermögens an Bedürftige zu spenden. Diese Verpflichtung des Spendens nennt man "Zekat" und ist einer der fünf Grundsäulen des Islams.
 
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