Ryanair duldet rassistische Hetze durch Passagier

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von EnRetard, 22 Oktober 2018.

  1. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Es geht nicht so sehr um die Gleichung Billigflieger=Unterschichtenbomber=Rassisten unter den Fluggästen. Es geht um das nicht beherzt eingreifende, uncouragierte Personal. Und den Verdacht: Vom Hausrecht Gebrauch machen, Polizei ordern, den Typen rausbefördern, das ist alles zu viel Zeit und Geld.

    Die Frage ist weniger, ob nicht auch Rassisten mit der Lufthansa fliegen. Sondern, ob man da, auch im Sinne eines angenehmen Fluges für die anderen, mit solchen Typen seitens des Personals nicht anders umginge.
     
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  2. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Zeit ist Geld. Der Fall war für die Besatzung gelöst, als die alte Dame aufstand. Die Tragweite erfasst haben sie anscheinend auch nicht, wohl nicht gemerkt, dass gefilmt wurde. Warum dann noch die katalanische Polizei rufen? Groteske Fehleinschätzung. Ob das besser bezahlten Crewmitgliedern auch passiert wäre, keine Ahnung. Jetzt dürften alle gewarnt sein, ob bei Ryanair, Eurowings oder Lufthansa.
     
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  3. santiago
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    santiago Well-Known Member

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    Auch Swiss gehört in diese Kategorie.
     
  4. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Die Geschichte könnte laut Guardian möglicherweise ein Nachspiel haben. Die Polizei in Essex/GB hat den Pöbler auf dem Film identifiziert und die Information an spanische Behörden weitergegeben, die in der Sache ermitteln.

    https://www.theguardian.com/uk-news...8Pspdk9rordDkBbTMtnpRZ8cMw3eDLI_Y0JomG5x9DUfA

    Ob der Typ sich für seine rassistischen Ausfälle tatsächlich verantworten muss, ist aber noch unklar - weil Ryanair in Irland registriert sei und den Fluggast nicht den spanischen Behörden übergeben habe, sei britisches Recht nicht anwendbar, sagte Schatten-Verkehrsminister Karl Turner (Labour). Es gebe auch keine Auslieferungsvereinbarungen für solche Straftaten, so dass der Mann wohl ungeschoren davonkommt, falls er sich in Spanien nicht freiwillig stellt.

    Ryanair gab unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Stellungnahme ab.
     
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  5. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Ryanair hat immer noch nicht kapiert, wie rufschädigend dieser Vorfall ist. Ein Mann fällt rassistisch über eine gehbehinderte alte Dame her, bedroht sie und kratzt für seinen Hassausbruch den untersten Bodensatz der untersten Kloake, die die englische Sprache zu bieten hat, zusammen. Das Echo ist auch in den Segmenten der englischen Presse, die sonst umstandslos Ressentiments aller Art schüren, absolut vernichtend.
    Es mag ja sein, dass Herr O'Leary und seine Managerkollegen, wenn sie sich über Passagiere oder Beschäftigte austauschen, eines ähnlichen Vokabulars bedienen und sie der Ansicht sind, die alte Dame solle sich mal nicht so haben, sie sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Kundschaft die Sache so klaglos schluckt wie die 627ste Verschärfung der Gepäckbestimmungen.
     
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  6. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Was interessiert den Discounter, wenn Grüne die Dumpingpreise für Fleisch kritisieren, solange die Profitrate stimmt, das Zeugs aus tierquälender Haltung mit gutem Gewinn verkauft werden kann.
    Nicht ein Reisender, der ein billiges Ticket sucht, wird Ryanair wegen dieses Vorfalls meiden, nicht einmal eine "farbige" Rollstuhlfahrerin muslimischen Bekenntnisses aus der Kleinstadt, dem Pendent zum katholischen Arbeitermädchen vom Lande in den sechzigern.
    Die Massenbeförderung durch die Luft kostet ihren Preis, ob Linienflug, Charter oder billig. Der meiste Streit entsteht auf Grund der beengten Verhältnisse, denen man bei einem Flug notgedrungen nicht entkommen kann. Ein Flug ist für alle Beteiligten eine Stresssituation angesichts der außerordentlich beengten Verhältnisse und eines so gut wie nicht vorhandenen Service.
    Am Ende würden natürlich die Tickets teurer bzw. Billigfleisch aus den Kühltheken der Discounter verschwinden. Aber der Weg ist noch weit.
     
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  7. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    In Großbritannien wird dieses Thema ein wenig höher gehängt als bei uns oder in Italien oder in Frankreich, wo man Schwarze und andere Minderheiten ziemlich unbehelligt als Neger oder Affen beleidigen oder mit Bananen bewerfen kann, schließlich sind wir ja freie Länder. Der Pöbler hat wirklich Glück, dass die britische Justiz ihn nicht zu fassen kriegt, wegen sowas kann man in GB im Knast landen. Darüber hinaus war die Szene außerordentlich hässlich, angesichts der offensichtlichen Wehrlosigkeit der alten Dame.

    Bei uns schadet sich Ryanair mehr durch seine Halsstarrigkeit im Arbeitskampf mit Piloten und Flugbegleitern. Dauernde Flugausfälle - oder auch das Risiko, dass diese unerwartet eintreten könnten - verunsichern die Leute. Hat der Laden einmal einen Ruf als unzuverlässig weg, brechen die Buchungen ein.
     
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  8. santiago
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    santiago Well-Known Member

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    Im Grossen und Ganzen kann ich da zustimmen. Wenn man aber weiterhin für geschätzte 20 Euro nach Mallorca fliegen kann um sich dort nur zu "besaufen" brechen die Buchungen kaum ein. Ryanair zieht halt ein einen grossen Teil solcher "Pöbel-Turis" halt an.
     
  9. santiago
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    santiago Well-Known Member

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    Bei Billig-Airlines z.B. EasyJet, Pegasus (auch bei der Ex-Airberlin) u.a, kann man gegen kleinen Aufpreis Sitze buchen mit grösserem Sitzabstand. Bei meinem letzten Langstreckenflug nach Kanada in der teuren Hochsaison buchte ich "Premium Economy". Anstatt 900 Franken bezahlte ich 200 Franken zusätzlich. Keine Stresssituation wegen engen Platzverhältnissen.
     
  10. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Der Witz: Ryanair hat noch immer den Ruf als billigste Fluggesellschaft, ist es aber längst nicht mehr, wenn man die teils happigen Zuschläge mit einkalkuliert, die sie für jeden Handschlag berechnen. Da kommt man gar nicht selten auf den Preis anderer Fluggesellschaften, die ihre Passagiere nicht so offensichtlich wie Lästlinge behandeln.

    Und wenn man bedenkt, dass sie ihre Maschinen aus Kostengründen in der Regel äußerst knapp betanken, so dass es schon eng werden kann, wenn der Pilot z.B. wetterbedingt einen Ausweichflughafen anfliegen muss, kann man sich auch gut & gern für andere Anbieter entscheiden.
    Sofern es die gibt. Das ist ja leider nicht immer der Fall, wie @EnRetard weiter oben schon schrieb.
     
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