schlachtfeld beziehung d-tr

G

Genevieve

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Solche Streits sind wohl irgendwie typisch für Deutsch-Türkische Beziehungen, sehr emotional, stur, stark. Und du hast Recht, man hat danach jedesmal das Gefühl, etwas wirklich wichtiges gelernt zu haben. Wahrscheinlich der einzige Weg, wirklich zu verstehen wie der andere tickt. Aber auch jedes Mal sehr verletzend und eigentlich könnte man darauf verzichten, oder?

schrecklich an die substanz gehend, nerven- und energiefressend.ja, und mit diesem schritt weiter sein. ich denke, das ist es. der nächste streit wird wieder eine andere qualität haben.

manchmal denke ich, dass wir (deutschen) frauen die entwicklung der beziehung viel stärker im visier haben als der männliche part. da wirds gerne einfach mal geschehen lassen...
 

HoneyBunny

New Member
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Also ich kann mich in deinen posts hier gerade sehr gut wiederfinden, Genevieve...
...hatte das selbe Problem mit meinem Freund:Immer muss es gleich knallen, damit man am Ende irgendwann einigermaßen "Normal" über das Geschehene sprechen und Kompromisse schliessen kann - wirklich extrem nervenaufreibend und ich habe oft einfach bloß noch resigniert, eine kleine Mauer um mich herum gezogen und ihn reden lassen, weil ich einfach müde war, meinen Standpunkt immer und immer und immer wieder zu erläutern...!

Mir ist aber in dem Zusammenhang auch oft extrem aufgefallen, dass türkische Männer (zumindest meiner war es eben) sehr störrisch sind, wenn es um ihre Standpunkte geht.
"Das ist eben so!Ich mag das nicht und ich kann deine Ansicht da nicht tollerieren!" waren dann in so nem hitzigen Gefecht schonmal die Kernaussagen, die mich echt haben verzweifeln lassen, mit der selbstkritischen Frage an mich selbst "Ja und nun?Was soll ich daraus schlussfolgern?Bin ich nun mal wieder an der Reihe, meine Ansichten zu verändern oder wie?!"...dabei ging es oft um Kleinigkeiten, in denen ich eben einfach (um das Bsp. von eben mal aufzugreifen) den Himmel blau und er in eher gräulich gesehen hat.Sowas schaukelt sich dann meist gleich so hoch, dass aus der Sache eine Grundsatzdiskussion wird und es wirklich...joa, an die Existenz einer Beziehung geht!

Ich finde es unheimlich schwer, aus so einem Kreislauf dann wieder herauszukommen, denn auch wenn ich kein sehr nachtragender Mensch bin, sondern eher so nach dem Prinzip "Ok, Cut...heute bitte kein Wort mehr!!!Aber morgen können wir gerne nochmal in aller Ruhe darüber reden", kann ich sehr schlecht damit umgehen, wenn mein Gegenüber dann am nächsten Tag schon nach 2 Sätzen wieder ganz oben auf der Temperaments-Wut-Skala angekommen ist und ich mit meinen guten Vorsätzen, ein ruhiges, klärendes Gespräch zu führen fast automatisch, reagierend auf mein Gegenüber, breche und das Ganze schon wieder so ausartet...

Vielleicht hat dafür ja echt jemand ein erfolgversprechendes Rezept zur Lösung parat...dafür würde ich doch glatt was springen lassen! :lol:
 
G

Genevieve

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

...hatte das selbe Problem mit meinem Freund:Immer muss es gleich knallen, damit man am Ende irgendwann einigermaßen "Normal" über das Geschehene sprechen und Kompromisse schliessen kann - wirklich extrem nervenaufreibend und ich habe oft einfach bloß noch resigniert, eine kleine Mauer um mich herum gezogen und ihn reden lassen, weil ich einfach müde war, meinen Standpunkt immer und immer und immer wieder zu erläutern...!

das ist die herausforderung. es muss mehr gesprochen und auch diskutiert werden, weil man einfach aus einem anderen kulturkreis stammt. und das ist harte arbeit. die kunst sehe ich darin, dass sich trotz vieler wortgefechte unter dem strich eine entwicklung abzeichnen muss. vielleicht gehts mal zwei schritte vor und dann wieder einen zurück- aber es muss vorwärts gehen. ist das nicht gegeben, macht die beziehung keinen sinn.

ja, diese sturheit. ist natürlich auch eine frage des individuellen charakters. ich würde nicht sagen "alle türken sind stur". aber vielleicht "im durchschnitt etwas mehr auf ihrem standpunkt beharrend."

manchmal denke ich, hey mann, wenn du mal aus der türkei rausgekommen wärst, würdest du auch manches mit einem weiteren horizont betrachten. aber was kann er dafür? er kann nicht einfach ein ticket kaufen und wohin abzwitschern. das finde ich so unfair.

und dann denke ich oft: was hab ich für ein glück, war auf allen kontinenten, kann in fast alle länder problemlos reisen, hab im ausland gelebt, fahre mal eben so nach frankreich zum einkaufen, arbeite oft in der schweiz- wer so viel fremdes kennt, da ist doch fast logisch, dass man mit dem eigenen ein bisschen reflektierter umgeht.

nun ja, immerhin kann ich diese erfahrungen gewinnbringend für die beziehung einbringen...
 

HoneyBunny

New Member
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Ja sicher...über Probleme sprechen ist mit Sicherheit in jeder Beziehung wichtig!
Aber ich hab halt die Erfahrung gemacht, dass es oftmals mit einem türkischen Partner (im Vergleich zu den deutschen Partnern, die ich davor hatte) oftmals ziemlich müsig ist, alles immer bis in's kleinste Detail zu diskutieren und wieder und wieder...
...noch dazu hatte ich mit meinem Freund damals nicht so viel Glück wie ihr, was das nachtragend sein betrifft...
Der hat gerne mal stunden- und tagelang herumgeschmollt und bei der nächsten Gekegenheit, längst verbuddelte und in Frieden begrabene Leichen wieder aus dem Keller geholt und damit wie wild um sich geschlagen...

Ich kann euch sagen, da fällt es einem wirklich, wirklich schwer, einfach noch ruhig zu zu hören und danach einigermaßen sachlich seine Argumente kund zu tun!!!
 
S

Susi26

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Ach ja, auf diesem Schlachtfeld tummele ich mich mit meinem Mann schon vom ersten Tag an. Komsich aber wirklich gestört hat es mich nie. Selbt in der Woche unseres Kennenlernen - man sollte ja denken, da hängt der Himmel voller Geigen - sind zwischen uns die Fetzen geflogen und das anständig!

Wobei ich noch nicht enmal denke, dass das wirklich mit unseren unterschiedlichen Herkünften zu tun hat, sondern eher weil wir uns im Character eher ähneln, beide emotional sind und doch mal zu Gefühlsausbrüchen und "Kurzschlussreaktionen" neigen! Hinzu kamen bzw. kommen natürlich die sich aufstauenden Probleme einer Fernbeziehung, plus dem Konfliktpotential aufgrund unterschiedlicher Einstellung hinsichtlich bestimmteAlltagssituationen!

Genrell hätte ich mich früher als die "aggresivere" der beiden Partner bezeichnet. Also war meistens ich die, die aus der Wut hinaus den Telefonhörer aufgeschmissen und gebockt habe. Na ja und da sind auch schon mal Gläser geflogen - nicht in seine Richtung - einfach um angestaute Aggressionen loszuwerden (heute tut es dann eher sportliche Betätigung). Leider hat sich mein Mann, was das Schmollen angeht, dann als der mit dem längeren Atem erwiesen, der konnte so ne Aktion auch mal über einige Stunden, einmal auch über Tage hinziehen - zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon wieder komplett abgeregt und dann traten bei mir auch diese von Dir geschilderten "Verlustängste" auf. Aber damit rechnet Mann ja in so einer Situation auch!

Meistens geht es dann gar nicht mehr um dasThema des Streits an sich und wer sich falsch verhalten hat, sondern nur noch ums Steiten und nachgeben, wer springt zuerst über seinen Schatten. Wenn das dann einmal passiert ist, fällt es auch nicht mehr schwer das eigentliche Problem anzugehen und aus der Welt zu schaffen!

Na ja viele solcher Siuationen haben siche infach durchd as Zusammenleben und den Alltag erledigt, da geht man dann einfach anders damit um! Mein Mann weiß, dass es das beste ist mich ein wenig in Ruhe zu lassen, damit mein Temperament sich abkühlt und dann gehen wir gemeinsam aufeinander zu!

Zusammenfassend zu meiner Schreiberei, denke ich einfach, dass eine Fernbeziehung solche Situationen einfach mit sich bringt - erst recht wenn man nur übers Telefon und Netz kommunizieren kann, da schaukeln sich Konflikte einfach manchmal mehr hoch!

LG Susi
 
A

Anouk

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Genrell hätte ich mich früher als die "aggresivere" der beiden Partner bezeichnet. Also war meistens ich die, die aus der Wut hinaus den Telefonhörer aufgeschmissen und gebockt habe. Na ja und da sind auch schon mal Gläser geflogen - nicht in seine Richtung - einfach um angestaute Aggressionen loszuwerden (heute tut es dann eher sportliche Betätigung).

Fliegende Gläser? Aufgeknallte Telefonhörer? 8) Kenne ich alles, aber gemessen daran hab ich inzwischen eine fortgeschrittene Stufe der buddhistischen Erleuchtung erreicht. Jedenfalls kommt's schon seit langem nicht mehr vor, egal was passiert. Es ist ja auch kein Argument - auch wenn man sich danach schlagartig seeeehr erleichtert fühlen kann... :mrgreen:

Was die längst mumifizierten Leichen im Keller betrifft, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder hervorgezerrt werden: ätzend! :icon_eyecrazy: Wenn nicht tatsächlich irgendein unverdauter Konflikt dahintersteckt (was durchaus möglich sein kann, wenn man ansonsten wenig miteinander beredet..), ist das ein absolutes No-Go.
Ich hatte mal einen Partner (den ich als solchen eigentlich gar nicht mehr bezeichnen mag), der wegen jeder Fliege an der Wand cholerisch ausflippte und mir dann sämtliche "Verfehlungen" seit anno Schnee und zurück bis zum Jahr 1831 unter die Nase rieb. Meine Güte, war das schrecklich! Irgendwann, die Beziehung neigte sich dem Ende entgegen, kam ich auf die Idee, ihn zu fragen, warum er das macht!? Verblüffende Antwort: weil's ihm Spaß machen würde, mich auf die Palme zu treiben. Und das meinte er völlig im Ernst. :shock: Kurz darauf hab ich mich verabschiedet. Da half auch nix mehr. Eine Familienberatung bzw. Paartherapie hätte es vielleicht getan, allein unserem gemeinsamen Kind zuliebe, aber als ich mit dem Vorschlag kam (Termine hatte ich schon vereinbart, weil's mir echt unter den Nägeln brannte), blockte und bockte er weiter. Nö, kam nicht in Frage. Sei sowieso alles nur meine Schuld. Und sein Wort und seine Sichtweise war nun mal Gesetz - punktum.
Ich hab's noch 'ne Weile mitgemacht und dann die Beine in die Hand genommen.. seitdem hatte ich aber auch nicht mehr das Bedürfnis, noch mal mit 'nem Mann zusammenzuziehen..

Fazit: ich glaube schon, dass man sich in einer Beziehung, auch in Bezug auf einen gemeinsamen Streitstil oder faire "Streitregeln" (oder wie auch immer man das nennen will) durchaus weiterentwickeln kann - aber dazu gehören immer 2. Und wenn einer statt der Bereitschaft, sich auch mal an die eigene Nase zu fassen, bloß die Grundhaltung mitbringt: ich bin ok, du bist nicht ok, geht's halt gegen die Wand.
 

HoneyBunny

New Member
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Da stimme ich dir zu, Anouk - es geht immer nur, wenn beide an einem Strang ziehen!

Was dier Sache mit der Paarthreapie betrifft:Gott, da hab ich auch schon so einiges hinter mir!
Auch ich war an dem Punkt angelangt, an dem ich dachte:"Ok, du willst diesen Mann auf keinen Fall verlieren, aber so kann es ja nicht weitergehen!Professionelle Hilfe, als letzter Ausweg, muss her!" ...hin und her disskutiert...Termin vereinbart, rasch einen bekommen und ein paar Tage vorher wieder ein Riesen-Streit inkl. anschliessender Funkstille.
Als ich bis zum letzten Tag vor dem Termin immer noch nichts gehört hatte von ihm, hab ich den Termin natürlich abgesagt, denn ich bin kein Mensch, der unentschuldigt fern bleibt.
Am selben Abend noch meldete er sich dann, mit der Frage, ob wir über alles noch einmal sprechen könnten etc. ...als ich ihm klar zu verstehen gab, dass ich nun ja mehrerer Tage gewartet hätte und eigentlich heute einen Schlussstrich unter die Saxhe ziehen wollte, großes Gejammer und der plötzliche, vorher nie da gewesene Wille, selbst Initative für die Beziehung zu egreifen.
Am nächsten Tag wurde, mit meiner Zustimmung, kurzfristig ein neuer Termin vereinbart und wir gingen hin.
Das Fazit aus der ersten Beratungsstunde war, auch nach Ansicht der Therapeutin/Beraterin, dass wir an dieser Stelle falsch wären und es eher darum ginge, dass er seine extrem Eifersucht in den Griff bekomme, als Basis für alles andere.
Gesagt, getan - er ging alleine zu einer Therapeutin!Und das Ganze 4 Mal!!!
Beim nächsten Streit bezüglich seiner Kontrollen verlor er spontan die Lust daran und meinte, wieder rumbocken und darauf bestehen zu müssen, dass das,was er sagt richtig und meine Ansichten falsch sind...und wunderte sich, dass ich noch nicht seine "überdiemsnionalen Fortschritte" nach geschlagenen 4 itzungen im Abstand einer Woche gesehen und enstprechend honoriert hätte...
...quasi das selbe wie bei dir, Anouk, nur in Grün und mit Sahne drauf! :)

Ich kenne das Thema also, weiß Gott, zu genüge!!!*seufz*
 
S

Susi26

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Fazit: ich glaube schon, dass man sich in einer Beziehung, auch in Bezug auf einen gemeinsamen Streitstil oder faire "Streitregeln" (oder wie auch immer man das nennen will) durchaus weiterentwickeln kann - aber dazu gehören immer 2. Und wenn einer statt der Bereitschaft, sich auch mal an die eigene Nase zu fassen, bloß die Grundhaltung mitbringt: ich bin ok, du bist nicht ok, geht's halt gegen die Wand.


Ich hoffe Du meinst jetzt nicht das Glas :wink: !

Ich bin zwar noch weit davon, die buddhistische Erleuchtung zu erreichen, aber das mit der "Weiterentwicklung" kann ich bestätigen. Zu welchem Prozentsatz das mit der Änderung der "äußerlichen Gegebenheiten" zu tun hat, vermag ich selber nicht einzuschätzen aber ich hoffe mal, das es auch zu einem großen Teil an der Persönlihckeitsentwicklung in der Partnerschaft lag und liegt!
 
A

AylinDeniz

Guest
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

Ich hab auch so ein Exemplar:)

Eigentlich können wir uns gut streiten, aber nicht so auf Entfernung. Er versteht oft nicht wie ich mich fühle, was mir durch den Kopf geht, und beharrt dann auf seiner Sichtweise.
Ich bocke entweder oder versinke in Tränen, kriegt er aber beides nicht mit, da wir nicht täglich telefonieren.
Wenns richtig arg ist, melde ich mich auch schon mal die ganze Zeit nicht bis es ihm auffällt. Und dann geht´s meistens richtig los. Ich bin grade dabei das Thema abzuhaken und er will dann alles ganz genau wissen. Dann knallt es richtig, aber spätestens irgendwann nachts kommt eine Gute Nacht SMS.

Fernbeziehung ist absolut nix für mich, dazu noch immer dieses ständige warten müssen und immer neue "nette" Dinge die sich das Gericht mal wieder hat einfallen lassen. Es kotzt mich an...............

Aber ein Streit a la turca kann auch sehr erfrischend sein
 

Lari77

Active Member
AW: schlachtfeld beziehung d-tr

aber wie erlebt ihr streitkultur in binationalen partnerschaften?
wie wird sich gezofft?
wie wird sich vertragen?
wer macht den ersten schritt zur versöhnung?
gibt es gar patentrezepte?:mrgreen:
was sind bei euch no gos und was ist in ordnung?


1) exesiver und explosiver
2) bei uns flog im streit alles durch die Gegend
3) die ersten Jahre mit Blumen auf Knien später durch Kopfnicken oder gar nicht
4) Er, grundsätzlich er auch wenn er im unrecht ist, er konnte nicht lange durchhalten im Streit. Dafür aber richig in dem Moment.
5) Ich weiß keine ausser, Ich bin immer gegenan gegegangen ob nun recht oder unrecht
6) bei uns war es immer an der Grenze zur Gewallt (von beiden Seiten aus) ich denke da hört es auf, aber ich bin eigentlich eine Schlechte Ratgeberin da die Grenzen zur Ordnung schon seit Jahren bzw. von Anfang an überschritten wurden und wir leider erst heute wissen das uns der Respekt und die Distanz am Anfang verloren gingen.

Lieben Gruß und alles Gute


Eigentlich glaub ich das du für solche Auseinandersetzungen wie gemacht bist da du dich sehr gut Ausdrücken kannst und Wortgewandt bist.
 
Top