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Nahrungstabu
Sowohl für
´Juden als auch für
Moslems ist
Schweinefleisch tabu. In beiden Religionen ist dieses Speiseverbot schriftlich fixiert. Das
Alte Testament der
Bibel verbietet den Verzehr einer ganzen Reihe von Tieren, darunter auch den des
Schweins. So heißt es im 3. Buch Mose: „ Alles, was gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe hat, und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen. (…) und das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar ganz gespaltene Hufe, aber es wiederkäut nicht: Unrein soll es euch sein. Von ihrem Fleische sollt ihr nicht essen und ihr Aas nicht anrühren: Unrein sollen sie euch sein.“ (3. Buch Mose 11) Der
Koran verbietet dagegen expliziert nur das Schwein als einziges Tier: „Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld (…)“. (Koran 2,173) Allerdings gibt es auch im Islam eine grundsätzliche Einteilung der
Lebensmittel in rein (
halal) und unrein (
haram), die als bindend gilt, auch wenn sie nicht explizit auf dem Korantext basiert.
In beiden Religionen wird das Schweinefleischtabu von anerkannten Autoritäten heute oft damit begründet, dass Schweine eben im wahrsten Sinne des Wortes unsaubere Tiere seien, die sich mit Vorliebe im Dreck wälzten und ihren eigenen
Kot fressen. Außerdem könne man durch den Verzehr von Schweinefleisch an
Trichinose erkranken. Tatsächlich fressen Schweine aber nur dann Kot, wenn sie keine andere Nahrung finden. Da sie keine
Schweißdrüsen haben, wälzen sie sich zur Abkühlung im Schlamm. Reines Wasser würde auf ihrem Fell wesentlich schneller verdunsten und kühlt daher weniger. Und auch Hühner und Ziegen fressen mitunter Kot. Die Trichinose wurde von Wissenschaftlern erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt und kann daher nicht der Grund für die Entstehung dieses Tabus gewesen sein