Sie wollen alles – aber keine Kinder

Eine Gesellschaft die ihre Fortpflanzung als nachrangig betrachtet stirbt aus.
Das ist der Preis den wir dafür bezahlen.
Aber vielleicht ist das Aussterben auch der ganz normale Weg den eine freie Gesellschaft geht wenn sie sich dem Ende zuneigt, die Freiheit sich nicht zu fortzupflanzen quasi der finale Ausdruck der totalen Freiheit ist.


.

Ich weiß nicht, ob man dies als den Ausdruck der totalen Freiheit bezeichnen mag... dies wäre mir zu kurz gedacht... wie gesagt, die Entscheidung, keine Kinder zu bekommen hat viele Facetten... und der Aspekt der Freiheit ist nur einer von vielen und für viele nicht der ausschlaggebende...
 
Wenn ich an Kinder denke, dann finde ich den Gedanken, sie ein Stück weit zu begleiten, sie ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören, irgendwann mal, wenn sie heranwachsen, ihnen etwas von den eigenen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben sehr schön... aber dies muss ja nicht unbedingt als Elternteil passieren...

Ich hab Neffen und ein Patenkind. Hab mich auch schon früher ehrenamtlich um Kinder gekümmert. Aber ich hab kein Gen, das jauchzt und fiept, wenn mir ein Kind oder Baby begegnet. In der Regel finden die Kinder den Weg zu mir, statt umgekehrt, weil ich mich nicht darum reiße, ein Kind zu bespaßen - mir fehlt da einfach dieses Bedürfnis, das jeweilige Kind zu "betüdeln". Aber wenn es möchte, bin ich da und das gern. Dachte oft, ich bin dann vielleicht einfach nicht als Mutter gemacht, aber eine Freundin war genauso drauf und ist nun die coolste Mama der Welt (das beruhigte mich irgendwie).
Als die Eltern meines Patenkindes wollten, dass ich unterschreibe, auch wirklich die Fürsorge zu übernehmen, wenn ihnen etwas geschieht, hab ich sie erst einmal gefragt, ob sie echt MICH dafür wollen!? Und ich war wirklich überrascht, als sie einvernehmlich bestätigten, dass ich ihre Wahl bin, falls ihnen etwas geschehen sollte. Aber ich würde es tun.
Ich dachte immer, dass ich eines Tages Kinder haben möchte, war aber nie bereit dazu. War immer theoretische Zukunftsmusik. Erst mit meinem Exfreund wurde es real. Weil es eben nach langer Zeit der Mann war, mit dem ich mir erstmals ein Kind wünschte. So etwas plant man nicht, das Gefühl stellt sich ein oder eben nicht.
Jetzt denke ich, dass es nicht per se meine Entscheidung ist, ob ich Mutter werde. Es hängt davon ab, was die Zeit bringt. Mein Wunsch ist verbunden mit der Liebe zu einem Mann, der Gründung einer Familie und nicht ausschließlich mit dem Bedürfnis Mutter zu werden. Ich will andere Frauen damit nicht verurteilen (oder kritisieren, ich weiß, dass es oft anders kommt, als gedacht), aber für mich kommt es einfach nicht in Frage, um jeden Preis ein Kind in die Welt zu setzen - egal wie sehr mich der Gedanke traurig macht, eventuell niemals Mutter zu werden. Das ist vielleicht auch einfach Teil meiner Selbsterkenntnis, dass dieses Geschenk nur dann auch eines an mein Kind ist, wenn es in Liebe gezeugt und auf die Welt gebracht wird.
Ich hoffe doch sehr, dass mich Murphy nicht abstraft für dieses idealistische Statement.
 
So etwas plant man nicht, das Gefühl stellt sich ein oder eben nicht.

Das ist vielleicht auch einfach Teil meiner Selbsterkenntnis, dass dieses Geschenk nur dann auch eines an mein Kind ist, wenn es in Liebe gezeugt und auf die Welt gebracht wird.

Ich hoffe doch sehr, dass mich Murphy nicht abstraft für dieses idealistische Statement.

Ich versteh Dich :)
 
Aber ich hab kein Gen, das jauchzt und fiept, wenn mir ein Kind oder Baby begegnet. In der Regel finden die Kinder den Weg zu mir, statt umgekehrt, weil ich mich nicht darum reiße, ein Kind zu bespaßen - mir fehlt da einfach dieses Bedürfnis, das jeweilige Kind zu "betüdeln".


So gehts mir auch. Ich schaue nicht automatisch in einen Kinderwagen rein, der meinen Weg kreuzt. Interessiert mich in der Regel überhaupt nicht. Vor vielen Jahren habe ich eine zeitlang viel mit Kindern gearbeitet. Da hat mir auch Spass gemacht und in der Regel fahren Kinder auf mich ab, weil ich ziemlich lustig unterwegs bin. Aber das hat bei mir nie zu weiteren Aktionen geführt.

Ich sehe eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau als etwas sehr Idealistisches, hoch Energetisches. Es muss mich inspirieren auf verschiedenen Ebenen und dabei sind mir äußere Konventionen wie gemeinsam Wohnen, diese ganzen Familienklassiker à la "Es ist Feiertag und ich muss für alle kochen" oder "Morgen sind wir bei den Schwiegereltern" oder "Wir müssen einen Bausparvertrag machen" eher hinderlich bei der Realisierung. Es gibt solche Beziehungen, ich habe sie geführt, sie sind ausserhalb des "Bürgerlichen". Der Punkt "Eltern werden" oder "Mutter werden", also automatisch in eine andere Rolle fallen zu müssen ist nach meinem momentanen Auffassungsstand nicht praktikabel in einem derartigen Beziehungsmodell. Ich war auch nie der Typ Frau, die von weißen Brautkleidern, einer Glamourhochzeit etc. geträumt hat. Für mich entscheidend war immer das energetische Band zwischen zwei Menschen.

Ich bin kompliziert. Ich weiss :)
 
Vor vielen Jahren habe ich eine zeitlang viel mit Kindern gearbeitet. Da hat mir auch Spass gemacht und in der Regel fahren Kinder auf mich ab, weil ich ziemlich lustig unterwegs bin. Aber das hat bei mir nie zu weiteren Aktionen geführt.

Ich sehe eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau als etwas sehr Idealistisches, hoch Energetisches. Es muss mich inspirieren auf verschiedenen Ebenen (...)

War bei mir auch so. Hab früher ja auch viel mit Kindern gearbeitet und sie kamen sehr gut darauf klar, dass ich eben eher "normal" mit ihnen geredet habe, statt mein Vokabular auf "Erwachsener versus Kind" einzustellen.

Und was Deine idealitische Einstellung angeht - da bin ich bei Dir. Braucht aber eine Ebene, die nur durch Reden gelöst werden kann, denn Inspiration ist eine beidseitige Erwartungshaltung, die ich gerechtfertigt finde. Sie führt zu einer guten Partnerschaft und mithin zu einer soliden Basis für mehr. Denn (zum Thema), ein gemeinsames Kind braucht Eltern, die mit einer Stimme sprechen. Und sollte es nicht so bleiben, muss man sich wieder finden können.
 
Eine Gesellschaft die ihre Fortpflanzung als nachrangig betrachtet stirbt aus.
.......................

.
Das meint erdogan auch!
So eine Theorie scheint mir falsch.
Gesellschaften, Völker sind meines Erachtens aus ganz anderen Gründen ausgestorben.

Und eine rückläufige Bevölkerung, das heißt noch nicht aussterben.

Gesellschaften und ihre Kulturen sind meines Erachtens auch untergegangen, obwohl es Nachkommen gab.

Und wenn man die Entwicklung der Weltbevölkerung betrachtet. .......................
 
Ich persönlich bin der totale Familienmensch und möchte später auch gerne selbst eine gründen. Für mich ist es ein Lebenstraum, ich weiß, dass ich mich in der Rolle als Mutter (am liebsten gleich drei- oder vierfache) vollkommen aufgehen würde. Freunde sagen ich werde mit meinem Kinder- und Türkenvettisch irgendwann als Klischeehausfrau mit vielen Kindern enden.
Aber wer weiß schon, was noch alles kommt. Kinder um jeden Preis will ich auch nicht. Da ist diese idealistische Vorstellung diesen einen Mann zu heiraten, ein Haus zu bauen und MIT IHM GEMEINSAM die Kinder groß zu ziehen einfach zu groß. Natürlich ist diese Vorstellung wie bereits von anderen Usern gesagt sehr Idealistisch und die Realität kann einem schneller in das Traumhaus mit Mann kacken als man zusehen kann, aber schön wäre es in meinen Augen trotzdem. :)
Im Gegensatz zu anderen schaue ich in jeden Kinderwagen rein. Sehe ich ein Kleinkind auf der Straße, fange ich automatisch an es anzugrinsen und wenn es mir ein Lächeln zurück schenkt wird es mir ganz warm ums Herz. Betüddeln muss ich sie nicht unbedingt aber die Vorstellung einmal selbst so ein kleines Lebewesen auf die Welt zu bringen, es aufwachsen sehen, für dieses Kind da zu sein, immer, auch wenn es mit Sicherheit mal schlechte Tage gibt, im idealsten Fall mit dem Vater dieses Kindes/dieser Kinder an meiner Seite: da wird es mir soo warm ums Herz. (Bin auch ganz neidisch auf eine Freundin, die in ein paar Tagen so ein kleines Scheißerchen auf die Welt bringen wird...)
Wie gesagt, dass alles sind Träume. Ich bin 17, jetzt ein Kind kommt nicht in Frage aber irgendwann, in 6-10 Jahren vielleicht, wenn ich finanziell gut abgesichert und den richtigen Mann gefunden habe.

Ich habe aber auch nichts gegen Frauen, die in ihrem Lebenziel sich eben als “freie“ Nichtmutter sehen. Ich denke in der heutigen Zeit (zumindest in Ländern wie Deutschland) kann jeder, ob nun Mann oder Frau seine Lebensziele selbst setzen und wenn sich Jemand nunmal nicht in der Rolle als Mutter/Vater sieht, sei es aus dem Gedanken raus, dass man es sich nicht zutraut oder weil einem die Karriere, das ungebundene einfach wichtiger und besser erscheint, dann eben lieber nicht! :)
Jeder sollte so leben, wie er sich das vorstellt.
 
Ich habe eine Tochter, sie ist jetzt 2,5 Jahre alt. Sie ist das beste was mir je passiert ist. Kinder wollte ich schon immer mind. 2. aber mittlerweile bin ich der Meinung, eins ist für uns optimal.

Ich bin eine eher relaxte Mutter, die eine sehr aktives Kind hat und auch arbeitet und ein Haus mit Garten und Ehemann zu versorgen hat. Aber ich fühle mich sehr wohl in dieser Rolle. Wir verbringen sehr sehr viel zeit mit unserer Tochter.
Ein weiteres Kind würde meiner Meinung nach derzeit nur für mehr Stress sorgen.

Obwohl ich bereits 1 Kind geboren habe, werde ich seit 1 Jahr ständig vollgequatscht, wann ich denn das nächste bekomme. Und wenn ich dann mit "garnicht" antworte, ist die Empörung genauso, wie bei Frauen die überhaupt keine Kinder haben wollen.

Ich möchte aber nicht ein weiteres Kind um der Gesellschaft das Bild einer Bilderbuchfamilie zu präsentieren. Ich möchte mein leben mit meinem Mann und unserer Tochter so leben, wie wir es wollen, damit stoße ich vorallem bei der türkischen Gesellschaft auf absolutes Unverständnis. Aber das interessiert mich nicht, schließlich ist es unser leben und wir müssen die Verantwortung für jedes Kind übernehmen, welches wir auf die Welt bringen.

Ich habe auch absolutes Verständnis für jede Frau, die kein Kind haben möchte. Schließlich bedeutet jedes Kind auch, einen Großteil seines Lebens zurück zu stellen (für einige Jahre).
 
Top