AW: Vortanzen bei der Verwandschaft in der Türkei
So, heute hab ich mal etwas mehr Zeit und will mal eine ausführlichere Darstellung meines Verwandtenbesuches (Vorstellungstermin) in der Türkei abgeben:
Erstmal waren die zwei Wochen Hotelurlaub als Familie (erster richtig langer Urlaub zusammen) einfach nur toll, wir haben uns richtig gut verstanden, die Kinder haben sich nicht gegenseitig umgebracht (normales Gezanke, sonst nichts), es ist niemand abgesoffen, niemand hat sich schwerer verletzt, ich musste nicht ständig irgendwelche idiotischen Animateure von meiner Tochter wegtreiben, kurz gesagt, es war, wie es sein sollte.
Dann ging es irgendwann in Richtung letzte Woche mit Verwandtenbesuch und "jetzt beginnt der authentische Urlaub."
Die erste Frage: Wie kommen wir da hin? Meine Süße meint, alles kein Problem, Hauptsache günstig. Ich natürlich: Hauptsache bequem :wink:
Ich wollte natürlich ein Auto mieten, damit vom Hotel ins Landesinnere fahren, da ein bisken rumfahren, mit dem Auto nach Izmir zum Flughafen, das dann da abgeben und gut isset. Sie meint, ist alles viel zu teuer, Mutti hat doch ein Auto, wir fahren mit dem Bus bis Izmir, da dann in den Überlandbus bis nach Gediz und von da aus holt Mutti uns ab und bringt uns ins Dorf. Ich hab sie gefagt, ob sie noch ganz unter uns weilt, 3 Kinder, 5 Koffer, 5 Rucksäcke, das alles im Dolmus nach Izmir, dann noch 4 Stunden im Bus.... na ja, ihr könnt ja mal raten, wer sich durchgesetzt hat :wink:
Ich natürlich nicht!! Immerhin sind wir mit dem "irren Mustafa" (so hat er sich selbst genannt) mit dem Taxi zum Busbahnhof nach Izmir gefahren. Ich hatte mal wieder ein Kind auf dem Schoß und wir sind nicht über die "Autobahn" gefahren, weil er da keine "Lizenz" für hatte. Es war ne tolle Fahrt, sehr interessant, fast ne kleine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, allerdings bei knapp über 40 Grad in nem Taxi, das zwar ne Klimaanlage hat, bei dem aber alle Fenster auf waren, das Ganze aber für günstige 55 Euro. egal, mir hat es gefallen, auch wenn ich von dem Wortschwall nicht viel verstanden habe, der Taxifahrer war einfach fürchterlich nett.
Am Busbahnhof haben wir die reservierten Tickets abgeholt, hatten ne knappe Stunde Zeit und haben erstmal wirklich lecker gegessen an nem kleinen Imbiss. War leider immer noch viel zu heiß!
Als der Bus dann kam und wir endlich die Tonnen Gepäck verstaut hatten und los fahren wollten, mussten natürlich erstmal alle noch mal zur Toilette, die dann auch noch 1 TL pro Person gekostet hat (ist in der Türkei wohl normal).
Irgendwann ging es dann doch noch los und es war ne wirklich schöne Fahrt, vollklimatisiert, an jedem Platz ein Bildschirm mit Filmen, Fotoshows, Fernsehen, Spielen, Musik. Leider alles auf Türkisch, aber egal. Die 4 Stunden Fahrt ins Landesinnere gingen echt flott rum. War schon beeindruckend, wie die Landschaft sich langsam veränderte, teilweise glaubte man, man fährt ins Sauerland oder man düst durch Arizona.
Je näher wir nach Gediz kamen, desto nervöser wurden alle und endlich waren wir da.....und wer stand da?? anne-anne mit einem breiten Grinsen, auf die sich alle erst mal stürzten und die sich ohne Ende gefreut hat, dass wir endlich da waren.
Nach überschwenglichen Begrüßungen kam dann die Frage, wie wir alle ins Dorf kommen und wie das mit dem Gepäck klappt. na ja, ganz einfach: Oma nimmt die beiden Jungs schon mal mit und 4 Koffer, Kaddy, meine Tochter und ich warten solange am Busbahnhof von Gediz (nur noch 37 Grad, war ja schon nach 18:00 Uhr) und lassen das Treiben auf uns wirken.
Nach ca. 40 Minuten kommt sie dann wieder und holt uns dann ab. hier die Frage, ob ICH direkt fahren will, was ich erstmal ablehne. Ich will die Fahrt ins Dorf genießen. Unterwegs nach Akcaalan (1970 bei dem großen Erdbeben total zerstört, wie ich jetzt weiß) kriege ich schon ganz viele Eindrücke, bekomme schon ziemlich viel erzählt und wir holen leckere gebratene Hähnchen fürs Abendessen.
Als wir nach Akcaalan reinfahren, das war schon ein ganz tolles Gefühl, ist eben ein typisches kleines Städtchen (Dorf soll ich nicht sagen!!!), wie es da so in den Bergen normal ist. Vor dem Haus meiner SchwieMu erwarten uns schon ein paar Leute, die Jungs sind schon unterwegs und mit den Katzen beschäftigt und meine Vorstellung steht an: den Jungen die Hand geben, Umarmung und Wangenküsschen, den Älteren Knutscher auf die hand und ab zur Stirn, dann werde ich herzlich in die Arme genommen, mein Spruch "ben alman eniste" wird begeistert aufgenommen und ich hab meinen Namen für die nächste Zeit weg. kurz gesagt, es war ein toller Empfang!!!
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Fortsetzung folgt