AW: Warum Übersetzungen?
2 Tage abwesend und schon läuft ein ganzer Thread wieder ins OT... :roll:
Meine Frage war ja nicht: "Ist türkisch zu schwer für Deutsche zu lernen?" oder "Sind Deutsche sprachfaul?" Meine Frage war ja eher, wie die Übersetzungs- Anfragerinnen (und die, die es mal waren) ihre Beziehung sehen (oder rückwirkend).... weil für mich eine gemeinsame Sprache einfach superwichtig ist, auch von Anfang an.
Körpersprache? :lol:
Ich hab ja schon erklärt wie es bei mir war. Übersetzungsbitten bezogen sich bei mir in den meisten Fällen auch eher auf Dinge, die nicht direkt an mich gerichtet waren, öh hoooo, schlimm schlimm, ich weiß, hat mich ja dann eigentlich nichts anzugehen, aber dabei wird dann auch oft vergessen, dass gleichsprachige Paare genauso zum Beispiel die Kommentare auf Pinnwänden ihrer Partner mitlesen, aber eben keine Übersetzungen brauchen. Dort ist das dann ein ganz alltäglicher und normaler Vorgang, wohingehen es bei einer Übersetzung als "Kontrolle" und "nachspionieren" ausgelegt wird.
Aber klar gab es auch in meinem Fall einige Übersetzungswünsche, wo mein Freund mir etwas auf türkisch geschrieben hat. Das waren dann entweder Dinge, wo es ihm wirklich wichtig war, dass er sich so ausdrückt, wie er es meint. Da selbst eine gemeinsame Sprache, wie englisch oder Französisch, eben oft die Gefahr von Missverständnissen bürgt, wenn es eben von beiden nicht die Muttersprache ist. Oder aber es waren lyrische Dinge, für die er in einer anderen Sprache nicht dir richtigen Worte gefunden hätte.
Eure Vorstellung von Liebe oder verliebtsein find ich irgendwie weltfremd. Sicher ist es langfristig wichtig, dass man eine gemeinsame Sprache findet um einen Alltag miteinander bestehen zu können. Aber wenn man sich verliebt, dann kann man auch erst mal eine ganze Weile ohne diese gemeinsame Sprache klar kommen, weil gerade in der Verliebtheitsphase kommte es eben in den seltesten Fällen darauf an, ob man die gleiche politische Meinung vertritt oder sich über Details aus seinem Beurfsleben austauschen kann.
Oft sind es ja gerade die Gegensätze, das Unbekannte, exotische in das man sich verliebt. Ob daraus dann eine jahrelange, glücklicher Beziehung wird, zeigt sich im laufe der Zeit, wenn die gemeinsame Sprache wächst. Ich glaube nicht, dass die Paare, die sich hier "hallo wie geht es dir und wann kommst du?" übersetzen lassen, schon lange zusammen sind.
Und dann wiederum glaube ich nicht, dass alle diese Paare dann keinerlei Gespräche führen und nur sexuelle harmonieren.
Ich habe die Gespräche in der Anfangszeit meiner Beziehung - als die Sprachhürden nocht größer waren - sogar manchmal als intensiver in Erinnerung. Weil gerade der Mangel an gemeinsamer gesprochener Sprache einen viel sensibler macht für Gestik, Mimik, Tonlage...Man nimmt sich auch mehr Zeit für die Kommunikation. Dinge die im Alltag und mit gemeinsamer Sprache verloren gehen. Da wird dann auch schnell mal etwas unüberlegtes gesagt oder falsch aufgenommen, weil man es eben nebenbei macht.