Was ärgert Euch gerade (3)

eruvaer

Well-Known Member
Meine wollen ehrlich gesagt, dass ich so einiges machen lasse, wenn sie im Urlaub sind, aber ich sag, nein. :D
meine Mutter hätte gerne, dass ich ihnen das Erdgeschoss behindertengerecht plane.
mein Vater will davon nichts wissen und wird wütend.

mein Vater kommt aus einem Elternhaus wo er stolz darauf ist, dass das Haus schon so ewig lange in Familienbesitz ist und dennoch nie jemand dran gestorben ist.
Muttern schnaubt dann immer und sagt: ja - sobald jemand krank wurde, wurde der in ein Krankenhaus oder Heim abgeschoben und nicht mal besucht.
seine Eltern wurden steinalt und starben ohne körperliche Einschränkungen zu haben.
während meine Mutter jetzt schon manchmal "schlecht in die Gänge kommt".
deswegen kann sie sich mit dem Gedanken so gut anfreunden.
mein Vater empfindet allein das Wort "behindertengerecht" schon als Beleidigung.
ich hab irgendwann mal unabhängig vom Thema erzählt, dass ich immer Häuser behindertengerecht planen würde so weit das finanziell im Rahmen liegt. weil einfach jeder sich mal ein Bein brechen und im Rollstuhl sitzen kann oder ähnliches. dann fängt er an zu lachen und sagt "dazu muss man aber auch schon sehr dumm sein, sich etwas zu brechen! sowas könnte mir nicht passieren!" (mutti hatte ja mal das bein gebrochen :rolleyes: ) leider passiert ihm tatsächlich nie etwas.
ich muss ehrlich sagen, dass ich ihm wirklich mal etwas wünsche. nur mal einen schlimm verstauchten Knöchel oder irgendetwas, was ihn in seiner Lauffähigkeit einschränkt, damit er am eigenen Leib spührt, dass sowas wirklich jedem passieren kann. mag gemein sein, aber es ist auch gemein, dass er meiner Mutter gegenüber so handelt und reagiert. die Vorstellungskraft, ja nur der Wille sich mal in jemand anders hineinzuversetzen, fehlt ihm völlig.
das einzige Argument, das ein bisschen zieht ist, dass behindertengerecht auch bedeutet, dass man großzügiger geplante Flächen und breitere Türen hat. allerdings kommt dann auch gleich wieder der Gedanke das alles mit deckenhohen Regalen zu verbauen, die rundherum durch jeden Raum gehen und auch über den Türen entlang :rolleyes:

man kommt da einfach nicht auf einen grünen Zweig bei diesem besonderen Schlag Mensch...

wenn Mutti irgendwann die Treppe nicht mehr hochkommt oder vom Klo fällt, sich nur noch im Gästebad unten am Waschbecken waschen kann, dann wird er nur eines haben:
Schadenfreude.
 

Almancali

Well-Known Member
Meine wollen ehrlich gesagt, dass ich so einiges machen lasse, wenn sie im Urlaub sind, aber ich sag, nein. :D
Ich sags mal so... Meine Schwester ist Altenpflegerin... Die kennt die Pappenheimer... Tricks und Methoden, wie ältere Menschen anderen die Arbeit aufschwatzen... Man kann sicherlich etwas für die Eltern machen, aber halt nicht alles. Du hast auch ein Leben und musst das Bestmögliche daraus machen. Dazu gehört sicherlich nicht, die Pflege der Eltern (24/7) für die nächsten 20 Jahre. Irgendwann schaut man dann selbst in den Spiegel und fragt sich, wo die eigene Familie (und eigene Kinder) geblieben sind... Das geht natürlich nicht...
 

alteglucke

Moderator

EnRetard

Well-Known Member
Tja! Das wars mit Mutti und Treppensteigen!

Sie kann es nicht! Treppen zu steil. Geländer zu kurz. Schmerzen im Knie. Statt das mein Vater etwas unternimmt, pennt er neuerdings auch im Wohnzimmer und geißelt sich damit selbst.

Ich habe meine Eltern heute mal angesprochen, wie die sich das denn weiter vorstellten. Schlafzimmer und Bad sind in der ersten Etage und im Erdgeschoss fehlt alles. Wohnzimmer ist kein Schlafzimmer und wie es denn weitergehen soll. Mein Vater: "Wir müssen ins Altenheim" (da kamen nur so polemische Antworten).

Was
@lilyofthevalley sagt, kann ich aus meiner Familie nur bestätigen.
Zum Thema Handlauf: Üb mit ihr seitwärts Treppensteigen, wenn die Treppenstufen zu schmal sind, um auf Krücken rauf und runter zu steigen. Am Geländer mit beiden Händen festhalten und rauf das gesunde Bein zuerst und das operierte nachziehen und runter umgekehrt. Falls das Geländer unten zu kurz ist: Hand/Hände reichen. Sie muss doch nur einmal am Tag runter und rauf. Dein Vater wird das nicht mit ihr trainieren können, wenn er ein Paniker evtl auch unsicher zu Fuß ist. Das musst du machen oder ihr lasst eine Physiotherapeutin antanzen. Und schließlich: Sollte das Haus umgebaut werden müssen: Kurzzeitpflege. Das mit der stationären Reha habt ihr ja leider versiebt.
 

ege35

Well-Known Member
Ja so in etwa triffts. Ist ein ganz schwieriger Fall. Ein Mann, der nicht wahrhaben will, dass der Zahn der Zeit nunmal nagt. Sie werden immer älter, machen sich diesbzgl. keine Gedanken, das Haus ist nicht behindertengerecht und auch so denken sie: Sobald die OP rum ist und die Gymnastik auch, wird Mutti wieder wie eine 20 jährige Gazelle herumspringen. Realität ist: Das Mutti ersthafte Probleme mit dem Laufapparat hat.

Eine 20jährige Gazelle dürfte nicht mehr so ganz jung sein!
 

Almancali

Well-Known Member
Nein, aber einen Antrag für einen Pflegegrad besorgen, mit dem Sozialdienst im Krankenhaus sprechen und den MDK bestellen, gehört meiner Ansicht nach schon dazu. Denn offensichtlich ist von deinen Eltern dazu keiner mehr in der Lage.
Das ist vollkommen richtig. Genau das hatte ich vorhin auch thematisiert. Mein Vater hat dichtgemacht und will von all dem nichts wissen. Mit dem Sozialdienst im Krankenhaus habe ich bereits mehrfach gesprochen (persönlich) und einiges kann ich leider nicht umsetzen, weil halt mein Vater im Weg ist. Das mit dem MDK und der Pflegestufe habe ich auch thematisiert (mehrmals jetzt). Nichts von all dem will man wissen.

Stattdessen springt mein Vater auf, meint den Zampalo zu machen und fängt unkoordiniert an im Haus unterschiedliche Dinge zu machen. Staubsaugen, Geschirr waschen.. So als wenn er noch voll vital in seiner Blüte steht.. Vollkommen ignorierend dessen, was ich eigentlich mitteilen wollte (das sie halt älter werden und Hilfe benötigen). Es fallen auch Kommentare wie: "Ich schicke deine Mutter zurück nach Griechenland und hole mir eine neue Frau" oder (wenn es ums installieren eines bekloppten Haltegriffs an der Wand geht) "Ich verkaufe das Haus und gehe ins Altenheim". Ich meine in diesem Zusammenhang schon mehrfach auf hingewiesen zu haben, wie schwierig mein Vater ist.

Ich kann leider nicht über seinen Kopf hinweg entscheiden, da das ja nicht mein Haus ist und ich nur geduldeter "Gast" hier bin. Ich bin letztes Jahr bei einem ähnlichen banalen Thema im Oktober über das Wochenende aus dem Haus geworfen worden. Eine ganz harmlose banale Sache die im Streit endete. Er wollte schon die Polizei rufen (für den Quatsch den er selbst losgetreten hat) und meine Mutter konnte ihn gerade noch bremsen...

Kam dann bei meiner Schwester übers WE unter (ganz ohne Klamotten und Pflegemittel). Das wäre alles einfacher, wenn man vernünftig reden könnte. Allerdings flippt er bei der kleinsten Kleinigkeit vollkommen - und unkontrolliert aus... Und nun kommen wir zum Selbstschutz und sich selbst keiner Gefahr aussetzen. Ich kann Dinge und Sachverhalte ansprechen, bis zu einem gewissen Grad thematisieren, muss aber letztendlich dann an mich selber denken, um mich selbst bei diesen Belangen nicht gefährden.

Da muss ich dann schon der Forentin (die hier vor einiger Zeit wegen Selbstständigkeit einen Thread öffnete und etwas patzig wirkte) recht geben... Alles stehn und liegen lassen und sich um sich selbst kümmern... So langsam dämmerts mir selbst...
 

EnRetard

Well-Known Member
Ich sags mal so... Meine Schwester ist Altenpflegerin... Die kennt die Pappenheimer... Tricks und Methoden, wie ältere Menschen anderen die Arbeit aufschwatzen...
Wie bitte? Und daraus leitet sie dann ab, diese böswilligen Menschenschinder, die sie in ihren Augen ja anscheinend sind, in der Scheiße sitzen zu lassen - und wendet das dann bei ihren eigenen Eltern an? Nimm's mir nicht übel, aber ihre Kundschaft möchte ich nicht ssein.
 

Almancali

Well-Known Member
Wie bitte? Und daraus leitet sie dann ab, diese böswilligen Menschenschinder, die sie in ihren Augen ja anscheinend sind, in der Scheiße sitzen zu lassen - und wendet das dann bei ihren eigenen Eltern an? Nimm's mir nicht übel, aber ihre Kundschaft möchte ich nicht ssein.
Was du da erzählst ist nicht ganz richtig und entspricht auch nicht dem, was ich zum Ausdruck bringen möchte.

Im Altenheim gibt es eine Regel: "Der Erhalt der eigenen Mobilität"

Die alten Menschen die dort sind, sind ja nicht alle todkrank! Viele von denen sind recht fit, bei bester Gesundheit und aus unterschiedlichen Gründen im Altenheim.

Ich schrieb bewusst "nicht alle todkrank", denn es gibt auch Demente und Menschen die bettlägrig sind bzw. auf Hilfe angewiesen sind. Auch diesen Menschen muss geholfen werden. Leider sind die Altenheime personell vollkommen unterbesetzt und die Mitarbeiter gehen selbst bereits am Stock. Da werden unterschiedliche Schichten geschoben und teilweise sogar Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückgerufen, weil es an Personal mangelt. Krankheit, Urlaub, Kündigung (Fluktuation) usw.. Da müssen halt Prioritäten gesetzt werden. Die Bewohner (respektive Menschen), die sich selbst ankleiden können, brauchen dann keinen Babysitter der ihnen beim Ankleiden hilft. Das Gleiche auch bei Körperpflege und Co.... und darum ging es mir. Allerdings versuchen die Bewohner gerne, die Pfleger führ ihre Zwecke einzusetzen - was oftmals aber nicht nötig ist.

Meine Eltern sind nicht todkrank oder so. Mein Vater ist recht fit und mobil. Fährt Auto, geht einkaufen (naja heimliche Zigarettenpausen) usw.. Es geht hier nur um Mutti und ihrer Gebrechen mit dem Laufapparat.

Ich schrieb vor paar Tagen (wenn du meinen Kommentar gelesen hast. Edit: Hast du ja, du hast ja sogar darauf explizit geantwortet), dass ich auch Arbeite. Allerdings wird das von meinen Eltern nicht als Arbeit angesehen und sie meinen, sie könnten mich für all ihre Sorgen einspannen... Und darauf bezog ich mich.. Es geht halt nicht.. Daher auch der Einwand anderer Forenten, dass man ggf. den MDK ins Boot holen sollte, um eine Pflegebedürftigkeit zu ermitteln (was nicht heisst, dass ich sie wegsperren will). Nur würde das immens helfen, den Alltag im Haus zu vereinfachen und zu gestalten. Zumal man ggf. sogar etwas durch die KK bezahlt bekäme.

... und genau diese Kommunikation ... führte ich heute mit meinen Eltern... Wo mein Vater nix von wissen will.. Wenn sie also nicht wollen, dann kann ich leider auch nix ändern... Müssen sie letztendlich damit zurecht kommen...
 

EnRetard

Well-Known Member
Warum reagierst du so angefasst? Deine Aussage über die Berichte deiner Schwester über alte Menschen (Pappenheimer, aufschwatzen) klang sehr nach Verallgemeinerung und auch so, als seien sie auf deine Eltern bzw deine Mutter bezogen.

Das mit dem "Erhalt der eigenen Mobilität" im Altenheim ist nach meinen Beobachtungen ein Witz. Das Gegenteil trifft eher zu. Mobile Bewohner machen mehr Arbeit, vor allem, wenn sie dement sind. Da helfen Neuroleptika, anti-psychotische Medikamente, die stark sedieren. Und damit die Bewohner nicht stürzen, setzt man sie in den Rollstuhl. Die Neuroleptika führen dazu, dass die Bewohner zu träge und zu schlapp sind, um noch aufzustehen, und falls doch, hilft das Amtsgericht mit einer Genehmigung eines festen Sitzgurts.

Altenheimbewohner, die sich selbst allein waschen und an- und ausziehen können, kenne ich nicht. Ich wüsste auch nicht, wie die entsprechenden Minuten für den Pflegegrad ohne diese Hilfestellungen zusammenkommen könnten.
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Den MDK kannst und solltest du ins Boot holen, wenn deine Mutter dauerhaft pflegebedürftig ist, das heißt über 6 Monate, bzw. das absehbar ist. Derzeit ist sie aufgrund der Operation pflegebedürftig, aber es besteht ja noch die Aussicht, dass sich das nach einer erfolgreichen Reha (stationär wäre sicher besser) noch bessert.
Eure Probleme wird der MDK, der einen Pflegegrad feststellen kann, nicht allein lösen. Er kann und wird Umbaumaßnahmen anregen und Pflegegeld bewilligen, das wie du weißt, bei familiärer Pflege eine Beleidigung ist und andernfalls für ein paar Minuten Körperpflege durch einen Pflegedienst draufgeht.
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Almancali

Well-Known Member
@EnRetard
Als direkte Antwort zu dem MDK Part. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht! Alle wollen etwas von mir und starren mich in voller Erwartungshaltung an. Mir wächst die Situation über den Kopf und ich komme damit nicht sonderlich gut zurecht. Das Arbeitspensum im Haushalt übersteigt meine Kräfte. Meine Eltern sind Mitglieder beim SoVD e.V. (ehemals Reichsbund) und mein Vater wird sich kommende Woche mal mit denen Zusammensetzen.

Was den Part mit der Altenpflege betrifft, so kann ich es weder bestätigen noch dementieren. Meine Schwester darf aus vertraglichen Gründen natürlich nicht darüber reden. Du wirst sicherlich verstehen, dass ich darauf nicht antworten kann.
 
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