Was denkt Ihr gerade? (38)

Burebista

Well-Known Member
Es war zu viel, astronomisch große Portionen. Aber wirklich fein, weich, gewürzt. Sowas feines gibt es hier in RO nicht. Die Kellner haben Pakete fürs Mitnehmen vorbereitet... Auch wenn es komisch anhört.
Die Stadt scheint aber in einer anderen Zeit zu leben. Heruntergefallen.
Vor 30 Jahren meinten die Rumänen in Serbien den Westen zu finden. Sie gingen dort um zu arbeiten und Geld zu verdienen. So groß war die Armut hier bei uns. Jetzt fahren die Rumänen nach Serbien um Parties zu feiern und um zu essen. Die Serben kommen da bei uns, um bei Lidl einzukaufen, weil es billiger hier ist. Auch Diesel ist mit 40 Cent billiger in RO als in Serbien. Und die Löhne viel niedriger in Serbien als in Rumänien.
Was die EU-Mitgliedschaft für Folgen hat!...

PS. Die Kirche am Straßeneck ist die rumänische Kirche, gebaut 1913. Die Kirche im vorletzten Bild die serbische Kirche. Das letzte Bild: die Residenz des serbischen Bischofs.
 

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Burebista

Well-Known Member
Nun in Temeswar/Timișoara.
@Burebista Laß dich nicht irritieren, daß anscheinend so wenige sich deine Bilder ansehen: Der Zähler, der die Aufrufe zählt, ist anscheinend kaputt. Mich jedenfalls zählt er nicht.
@Alubehütet Es gibt viel ernstere Problemen in der Welt, als meine Bilder anzuschauen. Trotzdem poste ich diese Bilder. Aber auf denjenigen Threads über Weltpolitik will ich nicht mehr schauen oder reagieren, da ich bewusst bin, dass ich manchmal zu radikal antworte, was nicht gut ist. Ich schaue mir den Standard.at Livebericht an (noch ohne Bezahlung). Gibt es freie Liveberichte in dt. Internetseiten, die man verfolgen kann?

Bin wieder in RO, in Timisoara. Nun wieder 2 Bilder. Eines davon zeigt, dass wir an das osmanische Erbe (besser ausgedrückt, an die osmanische Geschichte) der Stadt denken und wenigstens auf der Straße zeigen, wo einst Moscheen waren.


PS. Rumänien, Ungarn und das unendliche Problem... Zum Weinen oder zum Heulen. Die Rumänen haben mehr Schulden, die Ungarn haben die Schulden gesenkt.

Hungary’s GDP capita stands at 76.6% of the EU average, while Romania performed slightly better at 76.7%.

Ach, so ein Scheiß-Wettbewerb...
Na ja, aber vorige Woche war Johannis auf Staatsbesuch in Ungarn, das war lange vorher geplant. Hat sich nur mit der Präsidentin Katalin Novak (man ließt Rumänisch Cătălina Novac, so nahe sind wir eigentlich) getroffen. Orban Viktorlein war abwesend, auf Staatsbesuch in... Georgien. Es war denen peinlich sich persönlich zu treffen.
 

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Burebista

Well-Known Member
Bezüglich EU, Rumänien hat sich viel besser in die EU integriert als vermutet, viele waren vor dem Beitritt zur EU skeptisch.
.
Ja, ich weiß, ich lebe hier, aber ich verstehe nicht wie diese so gute Integration passieren konnte. Und versuche mir das zu erklären.
Als in den Jahren 1999/2000 die EU die Aufnahmegespräche mit Rumänien begonnen hat, waren wir skeptisch. Wir fühlten uns damals so gedemütigt, von Westeuropa als ohne Wert und wie Müll angesehen und wir dachten: 1) Rumänien hat im Krieg der NATO gegen Serbien den Luftraum für die Russen gesperrt, und so wurde die EU genötigt, ein Rekompens zu geben; 2) die EU hat gedacht, in diesem Kontext, feststellen zu können/dürfen, im Bezug auf eine mögliche Integration der TK, ob sich RO und BG integrieren könnten. Also, mal mit RO und BG versuchen, um zu sehen, ob es mit der TR später klappen würde.
So haben wir es damals verstanden.
Die romanischen Rumänen überliefen die südlichen romanischen Staaten der EU (Italien, Spanien, Portugal). Haben sich dort wegen der Sprache integriert. Als die Krise nach 2008 kam, gingen die nach D., A, NL., UK. (aber nicht nach Frankreich!!!!!! Wieso?).
Jetzt sind wir in der EU eine Gemeinschaft. Obwohl noch nicht integrierte Rumänen frustriert sind.
 

Burebista

Well-Known Member
Obwohl ich geschrieben habe, dass ich nichts über Weltpolitik schreiben werde, muss ich reagieren:
1. Die Iraner werden nicht direkt reagieren. Die Iraner (ich meine die Führung, nicht mal die Regierung, denn es ist Unterschied) sind listig, pervers, perfid, schlau. Die werden nie in einen direkten Konflikt mit Israel gehen, und das, weil sie Israel respektieren. Iran und Israel sehen sich auf Augenhöhe. Die Araber werden von beiden Seiten als Primitive angesehen.
2. Die Iraner reagieren nicht gemäß Religion, sondern gemäß Ethnie. Iran ist ein geklauter Staat der Generäle und Soldaten, die in den 80ger gegen Iraq gekämpft haben. Iran wird nicht von den Ayatollahs geführt, sondern von den Generäle und der Armee. Diese Generäle der Armee sehen die Mullahs und die Ayatollahs als Primitive an.
3. Iran benutzt Islam (und insbesondere den Schiismus) um die imperialistische Ideologie des Iranismus durchzusetzen. Deswegen die Verbindung zu Russland. Russland hat das orientalisch-orthodoxe-byzantinische Christentum benutzt, um den Balkan zu überzeugen (mit den Rumänen ging es denen nicht). Iran benutzt den Islam, um sich durchzusetzen. Es ist nur Politik, nationale, imperialistische Politik. Keine Religion. Glaubt mir. Ich war dort in Iran und kenne die Leute dort.
4. Es ist tragisch. Wirklich tragisch. Die Araber werden als Primitive von beiden Seiten, Russen und Iraner, als Achse benutzt. Um die Politik der Großherren, Russen und Iraner, zu rechtfertigen.
5. Die Türken wissen das, aber versuchen irgendwo und irgendwie sich in dieser Lage durchzuschleichen und Politik zu machen.
 

Burebista

Well-Known Member
Ich weiß das nicht. Ich könnte mich täuschen und falsch die Lage sehen. Aber so sehe ich jetzt die Lage. Das ist meine Schlussfolgerung aus Geschichte Lernen und aus Feststellung über die iranische Gesellschaft.

Obwohl man über "Ayatollahs-Regime" spricht und schreibt, ist das nicht mehr wahr. So war es bis Ahmadinejad (2005 und folgende Jahren). Zu seiner Zeit hat die Armee die Macht übernommen und die Generäle haben die Ajatollahs nur als Puppen beibehalten, als Legitimation für ihre Macht. Ahmadinejad war kein Mullah, der einzige Präsident Irans, der kein Mullah war. Und die eigentliche Übernahme der Macht durch die Armee wurde während der Niederwerfung der grünen Revolution im Jahr 2009 durchgeführt. In August 2009 war ich auf den Straßen Irans und empfand und verstand viel.

Die Mullahs wurden schon auch vor 2005 gehasst. Aber jetzt sind die nur Puppen geblieben. Und Islam ist nur als legitimierende Ideologie für den iranischen Nationalismus (den ich sehr arrogant empfand und empfinde) geblieben. In den iranischen Institutionen gibt es überall Moscheen oder Gebetsräume. Die sind leer, sogar in höheren Kreisen und Institutionen.

Als ich das in Iran hörte (die Leute sprechen sich aus schneller als man denkt; die sprechen sich aus, um mitzuteilen, weil sie satt sind. Das haben wir in der Ceausescu-Diktatur auch gemacht, den Touristen alles gesagt, was auf der Seele lag), machte ich das erste Mal die Konnexion mit dem christlich-orthodoxen russischen Zarenreich. Die Iraner benützen jetzt den Islam, um den schiitischen Halbmond (und jetzt Hamas noch dazu) zu beeinflussen und zu manipulieren (als ob sie aus Islam-Liebe reagieren würden, obwohl die frech nationalistische Ziele haben). Ebenso haben die russischen Zaren das byzantinische Christentum benutzt, um den Balkan zu beeinflussen (mit den Rumänen ging es denen nicht). Als ich von dieser Konnexion bewusst wurde, habe ich mich entschlossen, nicht mehr nach Iran zu fahren.

Jetzt benutzt Putin dieselbe Rhetorik (Hilfe, Kampf um das orthodoxe Christentum), um die Ukraine zu sichern und den Balkan wiederum zu beeinflussen. Da die Russen vorher bei den Rumänen gescheitert sind, versuchten sie nun bei uns mit Verschwörungstheorien über 5G, über Impfung usw. Aber es ist dasselbe Modell, dieselbe Art des Handels.

Nun aber lustige Erinnerung:
Während der grünen Revolution von 2009 konnte ich auf den Straßen von Teheran hören: "Marg bar Russieh" (Tod von Russland). Aber ich erlebte im nächstes Jahr auch eine Demonstration vom Staat organisiert, gegen Israel und für Palästina. Darüber wurde ich von einem Taxifahrer einen Tag vorher aufmerksam gemacht: "Morgen ist der letzte Freitag des Monats Ramadan. Und wieder organisieren DIE (Autoritäten) Demos für Palästina und werden alle Straßen überfüllt und unfahrbar sein. Blabla-Parolen werden die verwenden".
Tatsächlich war es so. Es war eine große Schau. Wie vor 1989 in RO, als Demos von der Regierung organisiert wurden, und zwar jede Fabrik, jede Schule musste eigene Kolonnen bereitstellen, welche in die Demo zum richtigen Zeitpunkt eintreten mussten. Es war wirklich komisch. Traf einen Polen, der auch verblüfft anschaute und wir waren uns einig, dass man nicht nötig sei, eine Zeit Maschine zu erfinden, da wir die Geschichte wieder erleben könnten. Und dann traf ich einige Männer aus der Organisation (sehr beschäftigt und selbstbewusst, man konnte sie gleich erkennen). Es war alles so lustig, dass ich zu denen ging und sagte auf Persisch: "Hallo, gut, gesund? Ich komme aus Rumänien und es gab unter Ceausescu solche Demos . Schwer ist es. Wie ist es bei euch? Sind alle Fabriken und Schulen hier bei der Demo?". Die sind weggelaufen wie die Hasen. Sicher, auf der staatlichen Demo wurde "Marg bar Israel" und "Marg bar Amriko" geschrienen.
In den letzten Tagen konnte ich im TV solche Demos aus Iran wiedersehen. Aber es waren nur lustige Gesichter (weil man eben, das beste aus den Lebensbedingungen mitnehmen müsste) aber auch verarschte Geschichtsmienen, weil deren Freitag (lese Sonntag) verdorben wurde.

Nun zurück.
Bei der Reaktion der Türkei finde ich nichts lustig. Weil die Türkei eine Demokratie sein will.
Aber die einfachen Iraner von der Straße, überschöpft von der islamischen Diktatur, meinten: "die Türken sind wie wir vor der islamischen Revolution. Wir sind nach dieser Revolution. Die Türken haben nichts verstanden. Die müssten sich verarschen, so wie wir verarscht wurden. Bis die nicht verarscht sind, werden die nicht glauben".
 
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Alubehütet

Well-Known Member
Von diesem Bruch 2009 haben wir hier wenig erfahren. Gerade jetzt wieder bei der Niederschlagung des Aufstandes der Frauen erscheint uns eine üble fundamentalistische Religiosität immer noch als die nach aussen hin herrschende Klasse. Wir wissen sehr wohl, daß es vor allem wohl einen starken Geheimdienst gibt mit einem starken Eigenleben, vielleicht ähnlich dem FSB in Rußland. Und ein starkes Militär, über das wir aber nicht so viel wissen. Eher schon wieder kriegen wir etwas mit von einer reichen, korrupten Elite, die ihre Söhne in Europa und den USA studieren lassen und Leben in Luxus und Sausbun Braus und Weiber und Kokain und allem, was sie ihren eigenen Leuten im Iran verwehren.

Aber von einer eigenständigen Ideologie, einem Iranismus, erfahren wir hier nichts. Während wir sehr wohl mitkriegen, daß ein Putin etwa eine eigene russische Großmachtsideologie hat, wo wir ihn nicht wirklich für religiös halten. Diese russische Russkija Mir-Ideologie eines Patriarchen Kiryll gibt es zwar auch, und dem nehme ich seine Religiosität auch ab. Putin nicht. Der lehnt sich nur an einige Motive – der degenerierte, dekadente Westen – nur an.
 
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