Kriegt man so hier nicht zu hören.
Ich weiß das nicht. Ich könnte mich täuschen und falsch die Lage sehen. Aber so sehe ich jetzt die Lage. Das ist meine Schlussfolgerung aus Geschichte Lernen und aus Feststellung über die iranische Gesellschaft.
Obwohl man über "Ayatollahs-Regime" spricht und schreibt, ist das nicht mehr wahr. So war es bis Ahmadinejad (2005 und folgende Jahren). Zu seiner Zeit hat die Armee die Macht übernommen und die Generäle haben die Ajatollahs nur als Puppen beibehalten, als Legitimation für ihre Macht. Ahmadinejad war kein Mullah, der einzige Präsident Irans, der kein Mullah war. Und die eigentliche Übernahme der Macht durch die Armee wurde während der Niederwerfung der grünen Revolution im Jahr 2009 durchgeführt. In August 2009 war ich auf den Straßen Irans und empfand und verstand viel.
Die Mullahs wurden schon auch vor 2005 gehasst. Aber jetzt sind die nur Puppen geblieben. Und Islam ist nur als legitimierende Ideologie für den iranischen Nationalismus (den ich sehr arrogant empfand und empfinde) geblieben. In den iranischen Institutionen gibt es überall Moscheen oder Gebetsräume. Die sind leer, sogar in höheren Kreisen und Institutionen.
Als ich das in Iran hörte (die Leute sprechen sich aus schneller als man denkt; die sprechen sich aus, um mitzuteilen, weil sie satt sind. Das haben wir in der Ceausescu-Diktatur auch gemacht, den Touristen alles gesagt, was auf der Seele lag), machte ich das erste Mal die Konnexion mit dem christlich-orthodoxen russischen Zarenreich. Die Iraner benützen jetzt den Islam, um den schiitischen Halbmond (und jetzt Hamas noch dazu) zu beeinflussen und zu manipulieren (als ob sie aus Islam-Liebe reagieren würden, obwohl die frech nationalistische Ziele haben). Ebenso haben die russischen Zaren das byzantinische Christentum benutzt, um den Balkan zu beeinflussen (mit den Rumänen ging es denen nicht). Als ich von dieser Konnexion bewusst wurde, habe ich mich entschlossen, nicht mehr nach Iran zu fahren.
Jetzt benutzt Putin dieselbe Rhetorik (Hilfe, Kampf um das orthodoxe Christentum), um die Ukraine zu sichern und den Balkan wiederum zu beeinflussen. Da die Russen vorher bei den Rumänen gescheitert sind, versuchten sie nun bei uns mit Verschwörungstheorien über 5G, über Impfung usw. Aber es ist dasselbe Modell, dieselbe Art des Handels.
Nun aber lustige Erinnerung:
Während der grünen Revolution von 2009 konnte ich auf den Straßen von Teheran hören: "Marg bar Russieh" (Tod von Russland). Aber ich erlebte im nächstes Jahr auch eine Demonstration vom Staat organisiert, gegen Israel und für Palästina. Darüber wurde ich von einem Taxifahrer einen Tag vorher aufmerksam gemacht: "Morgen ist der letzte Freitag des Monats Ramadan. Und wieder organisieren DIE (Autoritäten) Demos für Palästina und werden alle Straßen überfüllt und unfahrbar sein. Blabla-Parolen werden die verwenden".
Tatsächlich war es so. Es war eine große Schau. Wie vor 1989 in RO, als Demos von der Regierung organisiert wurden, und zwar jede Fabrik, jede Schule musste eigene Kolonnen bereitstellen, welche in die Demo zum richtigen Zeitpunkt eintreten mussten. Es war wirklich komisch. Traf einen Polen, der auch verblüfft anschaute und wir waren uns einig, dass man nicht nötig sei, eine Zeit Maschine zu erfinden, da wir die Geschichte wieder erleben könnten. Und dann traf ich einige Männer aus der Organisation (sehr beschäftigt und selbstbewusst, man konnte sie gleich erkennen). Es war alles so lustig, dass ich zu denen ging und sagte auf Persisch: "Hallo, gut, gesund? Ich komme aus Rumänien und es gab unter Ceausescu solche Demos . Schwer ist es. Wie ist es bei euch? Sind alle Fabriken und Schulen hier bei der Demo?". Die sind weggelaufen wie die Hasen. Sicher, auf der staatlichen Demo wurde "Marg bar Israel" und "Marg bar Amriko" geschrienen.
In den letzten Tagen konnte ich im TV solche Demos aus Iran wiedersehen. Aber es waren nur lustige Gesichter (weil man eben, das beste aus den Lebensbedingungen mitnehmen müsste) aber auch verarschte Geschichtsmienen, weil deren Freitag (lese Sonntag) verdorben wurde.
Nun zurück.
Bei der Reaktion der Türkei finde ich nichts lustig. Weil die Türkei eine Demokratie sein will.
Aber die einfachen Iraner von der Straße, überschöpft von der islamischen Diktatur, meinten: "die Türken sind wie wir vor der islamischen Revolution. Wir sind nach dieser Revolution. Die Türken haben nichts verstanden. Die müssten sich verarschen, so wie wir verarscht wurden. Bis die nicht verarscht sind, werden die nicht glauben".