Was tun mit Oma?

boncuklar

Active Member
AW: Was tun mit Oma?

Ich habe mich auch um meinen Vater gekümmert , wir sind immer nach Duisburg zu ihm gefahren , ich habe ihn zu seinen chemos begleitet weil er es alleine nicht mehr konnte , ich musste ihm teilweise beim waschen helfen und ich habe seine aussetzer mitbekommen durch das morphium wenn er nicht mehr wusste wo er war und wirres zeug geredet hat , ich wusste was auf mich zukommen würde und trotz alledem waren ich und mein Mann uns einig das er zu uns kommen wird damit er seine letzten wochen nicht in ein Heim muss um dort zu sterben!

Du weisst gar nicht was ich alles durch gemacht habe , auch war ich an seinem sterbebett und habe ihm im Arm gehalten bis er eingeschlafen ist und das ist alles andere als friedlich gewesen ihm ist die Leber geplatzt weil der Tumor alles dicht gemacht hatte, ich weiss schon wovon ich rede und trotzdem würde ich es immer wieder tun wollen.

Das ist ja auch alles in Ordnung so. Ich plädiere na NICHT FÜR das Heim, wollte lediglich zu denken geben, dass eine Pflege kein Kaffeekränzchen ist und wenn man ganztägig berufstätig ist, stößt man bald an seine Grenzen.

Ich bin täglich bei meinen Eltern. Fahre meinen Vater zu jedem Termin, gehe einkaufen, hole die beiden zu mir, schlage mich mit Anträgen und Versicherungen und medizinischem Dienst und und und... herum.

Ich tue das gerne, bitte nicht falsch verstehen, aber ich brauche auch mal eine Pause um abzuschalten.
Ich bin kein Motor.
Einen schwerkranken und dazu noch verwirrten Menschen zu pflegen kostet alle Kraft und niemand weiß wie lange das noch so weiter geht.

Wäre ich arbeitslos oder nicht berufstätig, dann könnte ich auch besser meine Zeit einteilen. Aber deswegen schmeiß ich nicht meine Arbeit hin.
Kann ich mir gar nicht leisten
 

alteglucke

Moderator
AW: Was tun mit Oma?

Einen Aspekt, der für ein Pflegeheim spricht, habe ich aber erst hier im Örtchen kennengelernt: Eine alte Frau aus der Nachbarschaft, quasi an das Haus gebunden, 1mal am Tag kam der Pflegedienst kurz vorbei, das wars.
Aufgrund gesundheitlicher Probleme kam die Frau in das Seniorenheim in der Kreisstadt. In ihrem Fall ein echter Zugewinn an Lebensqualität. Nicht nur, weil sie keinen Haushalt mehr schmeissen musste, sie traf auch einige der Freunde und Bekannten wieder, die sie zuhause nicht mehr besuchen konnten weil sie selbst Pflegefälle waren und in dem Heim leben.

Von einem Tag auf den anderen hatte sich der Alltag der Frau um 180 Grad gedreht. Die Frau blühte richtig auf und hat keinerlei Sehnsucht danach, wieder allein in ihrem Wohnzimmer zu sitzen und auf den Tod zu warten.

So ähnlich war es auch bei meiner Tante. Das Altenheim war in ihrer Situation das Beste, was ihr passieren konnte. Und ich denke, das lässt sich vermutlich auch auf viele übertragen, die den Tag allein im Haus ihrer Familie verbringen, die gerade die nötige Kohle ranschafft.
 

alteglucke

Moderator
AW: Was tun mit Oma?

es wird schlimmer...so wie ich raus lese hat er nur eine leichte demenz,?

Tja, da waren und sind sich die Ärzte nicht so ganz klar - unter anderem, weil er bei dem ersten Verdacht einen großen Teil der Tests verweigert hat. Und es war auch schon schlimmer. Er ist schon abgehauen, meine Mutter und ich haben schon stunden damit verbracht, den Müll wieder einzusammeln, den er überall verstreut hatte, er hat mir schon mitten im Supermarkt Schläge angedroht, weil ich seine Einkaufspläne durchkreuzt habe.

Insofern sind wir im Moment wirklich dankbar, dass es so gut läuft. Und wir wissen natürlich, dass das nicht immer so bleibt.
 

alkim

Active Member
AW: Was tun mit Oma?

Tja, da waren und sind sich die Ärzte nicht so ganz klar - unter anderem, weil er bei dem ersten Verdacht einen großen Teil der Tests verweigert hat. Und es war auch schon schlimmer. Er ist schon abgehauen, meine Mutter und ich haben schon stunden damit verbracht, den Müll wieder einzusammeln, den er überall verstreut hatte, er hat mir schon mitten im Supermarkt Schläge angedroht, weil ich seine Einkaufspläne durchkreuzt habe.

Insofern sind wir im Moment wirklich dankbar, dass es so gut läuft. Und wir wissen natürlich, dass das nicht immer so bleibt.

oh ja das kenne ich alles....das abhauen war das schlimmste...weil man gar nicht weiß wo man suchen musste...
man stirbt dann fast vor angst
ich war damals mit meiner tochter schwanger und wir haben 12 stunden gesucht,bis die polizei uns dann anrief das sie,sie gefunden haben...
von dann schlossen wir die wohnungstür doppelt zu auch die fenster bekamen schlösser....
 
P

Pit 63

Guest
AW: Was tun mit Oma?

hut ab....
ich könnte es mir jetzt noch nicht vorstellen,vielleicht weil ich noch zu jung bin....

Ich habe den Eindruck, das Phänomen materieller Lebensformen wird in der Vorstellung der Menschen als "Leben" glorifiziert, während das Ende dieser Formen als "Tod" tabuisiert wird.
Deshalb wird der Tod als Vorstellung vom persönlichen Ende negativ besetzt und möglichst fern gehalten, während der Sterbevorgang in unserer Gesellschaft als höchts dramatischer und problematischer Vorgang aufgebauscht wird.
Lebenserhaltungsmassnahmen sind das oberste Gebot. Die Lebensform muss um jeden Preis aufrechterhalten werden. Das führt mE nach zu der paradoxen Situation, dass viele Menschen weder richtig leben noch richtig sterben können.

Ich hänge der -zugegebenermassen recht unbestimmten- Vorstellung nach, dass es "gut" ist, zu leben und zu gehen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Ob die Zeit reif ist, kann natürlich nur jeder für sich selbst entscheiden.
 

sonja.s

New Member
AW: Was tun mit Oma?

Es gibt immer die, die tun und die, die finanzieren ....

wenn es denn mal soweit sein sollte, werde ich diejenige sein, die finanziert .... zum tun bin ich zu weit weg ....

Ich hoffe jedoch, dass es weder für meine Eltern noch für meine Schwiegereltern noch für mich und meinen Mann selbst je soweit kommen wird .... von jetzt auf gleich umfallen und weg sein .... das wäre das Ideale .....
 

sonja.s

New Member
AW: Was tun mit Oma?

Ich habe den Eindruck, das Phänomen materieller Lebensformen wird in der Vorstellung der Menschen als "Leben" glorifiziert, während das Ende dieser Formen als "Tod" tabuisiert wird.
Deshalb wird der Tod als Vorstellung vom persönlichen Ende negativ besetzt und möglichst fern gehalten, während der Sterbevorgang in unserer Gesellschaft als höchts dramatischer und problematischer Vorgang aufgebauscht wird.
Lebenserhaltungsmassnahmen sind das oberste Gebot. Die Lebensform muss um jeden Preis aufrechterhalten werden. Das führt mE nach zu der paradoxen Situation, dass viele Menschen weder richtig leben noch richtig sterben können.

Ich hänge der -zugegebenermassen recht unbestimmten- Vorstellung nach, dass es "gut" ist, zu leben und zu gehen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Ob die Zeit reif ist, kann natürlich nur jeder für sich selbst entscheiden
.

Dann hoffe ich, dass es dir vergönnt ist deinen eigenen Abgang selbständig zu bestimmen .... oft ist es zur eigenständigen Verfügung zu spät .... Sterbehilfe in DE sowieso nicht möglich ....

Ich hatte mal einen Thread zu diesem Thema .... hast du deinen eigenen Abgang in deinem Testament ordentlich verfügt ?????
 
P

Pit 63

Guest
AW: Was tun mit Oma?

evtl ... denn ohne hast du null chance dass es nach deinem Willen geschieht ....

mit ... hast du wenigstens eine geringe chance dass es nach deinem Willen geschieht ....

Hast du Nachkommen .... dann ist die Chance größer, dass es nach deinem Willen geschieht .... aber, du musst deinen Willen natürlich formulieren ....

Vielleicht missverstehen wir uns. Ich denke nicht an Sterbehilfe- ich beabsichtige, dass ggf. selbst in die Hand zu nehmen.
 
Top