AW: Wer bringt wem eine größere Toleranz, Akzeptanz entgegen
...Westlich eingestellte Menschen gegenüber religiösen (Moslems)...
Westlich eingestellte Menschen gegenüber religiösen (Moslems). D.h., diejenigen, die nicht zur Gruppe der Moslems gehören, scheinen dann direkt "westlich" eingestellt zu sein. Bzw. Angehörige der letztgenannten Gruppe (religiös, Moslems) wären "nicht westlich" (im Sinne von: rückwärts gewandt).
Dann müsste man noch Toleranz und Akzeptanz relativ messen können.
Subjektiv sprach ich dieses Thema im Real Life mit Beispielen in der Weise an, dass ich z.B. die Türkei in einer "Weltrangliste" im unteren Drittel (3/3) und Deutschland im oberen Drittel (1/3) sah.
Nur wenn man sich heutzutage Small Talks mit anhört, dann dürfte wohl das Wetter einen ordentlichen Kuchenanteil an "Moslems/Türken" abgegeben haben. Egal ob nun beim Bäcker, Gespräche im Wartezimmer eines Arztes, Verein usw. Zudem wird die geringste Möglichkeit z.B. im Internet (Spiegel, Zeit etc.) dazu genutzt, auch mit völlig am Thema vorbei gehenden Diskussionen seine persönliche "Toleranz"/"Akzeptanz" mitzuteilen.
So musste, um es exemplarisch anzuführen, die Redaktion von der ZEIT ein Thema zu Wein in der Türkei schliessen, weil die Bürger den Thread mit ordentlich Gülle überschüttet haben. Zu einem Wein-Thema! Bevor die ZEIT-Redaktion die armseligen, primitiven Kommentare löschte, konnte ich alle Kommentare lese. Den Startschuss dazu gab wohl eine Stadträdtin aus einer "isvicre"-Stadt. Stellungnahme der Redaktion und Schließung des Thread:
Die (Un-)Möglichkeit einer Debatte
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Bedauern stellen wir fest, dass die Möglichkeit einer Debatte zwischen unseren Lesern hier offenbar verpasst worden ist. Um weitere Verstöße gegen die Netiquette und Beleidigungen gegen die türkische Kultur zu unterbinden, haben wir diesen Kommentarbereich geschlossen. Wir bitten diejenigen Leser um ihr Verständnis, die es bedauern, sich zum eigentlichen Artikelthema hier nicht länger äußern zu können. Hoffentlich haben Sie dazu bald wieder eine gute Gelegenheit.
Mit freundlichen Grüßen...
Die Tükei unter Erdogan würde ich hinsichtlich des Threadthemas unverändert aufs letzte Drittel (3/3) verweisen.
Deutschland mittlerweile ins Mittelfeld bzw. zweite Drittel (2/3). In Deutschland hat man längst das Stadium des Das-darf-man-wohl-nicht-sagen-dürfen verlassen. Da wird bemängelt, dass man etwas nicht sagen darf und tut es jedoch täglich zu Tausenden in Foren und unverblümt im wirklichen Leben. Dazu gibt es auch einen Zeit-Artikel (
Political Correctness: Keine Lizenz zum Abkotzen und die Beschwerden nach Moralpolizei und Zenzur, wenn der eigene
Meinungsnarzissmus kritisiert wird.)
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ich denke gerade an die zeit in der türkei..
2006..als ich dort ankam...
bis 2010, als ich wieder ging..
2006..alles war locker..man durfte lesen was man wollte, sich kleiden wie man lustig war und bekam in jedem market sein bier zu kaufen..
2010...der einfluss der intoleranten muslime hat deutlich zugenommen..
in wohnvierteln war eine andere atmosphäre..die religiösen begannen immer mehr das lebensverhalten der nichtreligiösen zu kontrollieren in form von beobachten was der nachbar macht und gegebenfalls sich zu beschweren.
bier war aus vielen markets verschwunden und es kam sogar vor, wenn man danach fragte das man bitterböse blicke und bemerkungen von den religiösen marketbesitzern bekam.
schon im jahre 2008 wurde ich darauf angesprochen, das es besser sei, den orhan pamuk nicht öffentlich mit mir rumzutragen ( es würde nicht gern gesehen, das man ihn liest)
stellt sich mir die frage..was geht es die religiösen an was ich trinke und lese???
was ich in meiner wohnung "treibe"....
toleranz bei religiösen findet, meiner meinung nach, nur dann statt..wenn sie deutlich in der minderheit sind.
werden sie als gruppe größer hört es recht schnell auf mit toleranzen.
Solche Dinge stör(t)en mich auch in der Türkei.
Während die Türkei dringend daran arbeiten muss, sich diesbezüglich zu verbessern, sollte man in Deutschland in dem Bewußtsein leben, dass man selber daran arbeiten muss, den Status quo eines gesellschaftlich modernen "westlich" eingestellten Landes aufrecht zu erhalten.
Bitterböse Blicke, primitive und armselige Bemerkungen habe ich als auch viele Bekannte erhalten, wenn mal leise auf türkisch gesprochen wurde, eine Zeitung öffentlich unterm Arm gehalten wurde oder bei völlig nichtigen Situationen.
Dies alles auch vor 2006. Sei es auch nur ein Verabschieden von Verwandten mit Küschen geben nach einem Besuch und die darauf folgenden Blicke von ganz normalen Bürgern.
Das menschliche Drama hat Fini gut beschrieben.
Unabhängig von "westlich"/"religiös" oder deutsch/türkisch:
werden sie als gruppe größer hört es recht schnell auf mit toleranzen.
Der Mensch in sozialen Gruppen neigt dazu, selbst die geringste Andersartigkeit einer identifizierten "kleineren Gruppe" - selbst wenn man nur unauffällig im Laden an der Kasse steht - zu bemängeln.
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Dagegen, und u.U. gegen eine indokrinierte Stimmung, sollte man ankämpfen. Das macht nämlich die Grenze zwischen des "westlichen" und der nicht "westlichen" Weltbildes aus. Sonst machen sich am Ende Blinde über Blinde lustig, und keiner merkt es, weil es nicht mehr relevant scheint, das Gesamtbild und
auch sich selbst zu sehen...