Wie haltet ihr es eigentlich mit den sog. alternativen Medien?

Die von TT verlinkte Journalismusforschung Marcus Klöckners und die Eigentumsverhältnisse bei den Medien beweisen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, was selbständig denkenden Menschen eigentlich schon lange klar sein dürfte. Die Information der Bevölkerung durch die "Mainstreammedien" sind zu 100 Prozent lobbyistisch gesteuert. Das heisst natürlich nicht, dass alles gelogen ist aber es bedeutet faktisch, dass die Menschen nach Möglichkeit nur das erfahren, was sie nach Ansicht der herrschenden Elite bedenkenlos erfahren dürfen bzw. was sie erfahren sollen. Manipulative, einseitige Berichterstattung oder unverhohlene Parteinahme sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Für unabhängige Journalisten - Peter Scholl-Latour war ein bekanntes Beispiel- gibt es heute keinen Platz bzw. keinen Markt mehr.
Die lobbyistisch beherrschte Demokratie verkommt nach amerikanischem Vorbild zunehmend zum formalen Gerippe und die vom Privatfernsehen betäubte und verdummte Bevölkerung wird zunehmend unpolitisch.
Der Unterschied zu Ländern wie bspw. Türkei oder Russland liegt neben dem seriöseren Anstrich "nur" noch in der formalen Beachtung der Gewaltenteilung und der immer noch relativ unabhängigen Gerichtsbarkeit. Die Grenzen werden aber auch immer mehr aufgeweicht.
Darüberhinaus sollte man sich darüber im Klaren sein, das fast alle Vertreter aus allen Parteien vom lobbyistisch verknüpften Parteiensystem abhängig sind und die herrschende Lobbypolitik im wesentlichen direkt oder indirekt mittragen. Die Auseinandersetzungen im Parlament oder den Medien sind fürs Publikum.
 
und die vom Privatfernsehen betäubte und verdummte Bevölkerung wird zunehmend unpolitisch.
Ich glaube gar nicht, dass so viele Menschen unpolitisch sind.... Sie haben nur das Gefühl der Machlosigkeit...
Wenn man weiss, dass man eh verarscht wird, kann man auch Fussball oder ne Kochshow gucken.... Die machen doch eh was sie wollen.... NSU, NSA, Edathy, Drohnen, die von Rammstein aus gesteuert werden, etc. pp....
Was ändert es, wenn man über diese Machenschaften Bescheid weiss?
Was solls... Wann kommt SChlag den Raaab?
 
Ich habe schon den Eindruck, dass in meiner Jugend unterm Strich deutlich mehr philosophiert, politisiert und weltanschaulich oder spirituell/religiös sinniert wurde als heute. Ganz allgemein wurde mehr und weniger oberflächlich komuniziert und problematisiert. Sogar in der Pop- und Rockmusik gab es viel mehr Inhalte, mehr Texte, in denen es nicht nur um Partnerschaft oder Party oder egomanische Selbstverherrlichung via Rap ging. Es wurde mangels Privatfernsehen, Händi und Internetz mehr live miteinander geredet anstatt auf sein tablet zu schauen und gelegentlich coole Sprüche vom Stapel zu lassen oder etwas lustiges/krasses aus dem Netz zu zeigen.

Die Menschen heute sind vordergründiger, zumindest stellen sie sich so dar.
Wer heute ernsthafte Themen ausser Society, Sport oder Sex anspricht riskiert, schräg angesehen zu werden. Problematische Sichtweisen turnen ab, sind nicht cool. Viel mehr als gewisse Lebensumstände, Wohnung, Geld, Arbeit, vielleicht hier und da mal persönlicher Stress- warum auch immer-kommen als ernst zu nehmende Themen selten in Frage. Tiefergehende oder gar existenzielle Aspekte halten die meisten jungen Leute doch für schräg.

Das ist natürlich nur eine verallgemeinerte Bewertung quasi unterm Strich.
 
@Pit 63 ich glaube auch, das liegt an den Kreisen in denen du dich bewegst. Ich bin nicht der Meinung, daß die Jugend oder die Gesellschaft an sich unpolitischer ist. Im Gegenteil......durch den Zugang zum Weltnetz kommen jetzt Informationen, welche man früher so nicht und schon gar nicht so schnell bekommen konnte. Die Informationstiefe ist heutzutage ein Vielfaches als noch vor 25 Jahren.
 
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