Ich habe schon den Eindruck, dass in meiner Jugend unterm Strich deutlich mehr philosophiert, politisiert und weltanschaulich oder spirituell/religiös sinniert wurde als heute. Ganz allgemein wurde mehr und weniger oberflächlich komuniziert und problematisiert. Sogar in der Pop- und Rockmusik gab es viel mehr Inhalte, mehr Texte, in denen es nicht nur um Partnerschaft oder Party oder egomanische Selbstverherrlichung via Rap ging. Es wurde mangels Privatfernsehen, Händi und Internetz mehr live miteinander geredet anstatt auf sein tablet zu schauen und gelegentlich coole Sprüche vom Stapel zu lassen oder etwas lustiges/krasses aus dem Netz zu zeigen.
Die Menschen heute sind vordergründiger, zumindest stellen sie sich so dar.
Wer heute ernsthafte Themen ausser Society, Sport oder Sex anspricht riskiert, schräg angesehen zu werden. Problematische Sichtweisen turnen ab, sind nicht cool. Viel mehr als gewisse Lebensumstände, Wohnung, Geld, Arbeit, vielleicht hier und da mal persönlicher Stress- warum auch immer-kommen als ernst zu nehmende Themen selten in Frage. Tiefergehende oder gar existenzielle Aspekte halten die meisten jungen Leute doch für schräg.
Das ist natürlich nur eine verallgemeinerte Bewertung quasi unterm Strich.