AW: wie oberflächlich darf man sein?
Die Selbstbeobachtung und Erkenntnis der Oberflächlichkeit entzieht einem auch selber jede Aus
flucht bei Zurückweisung wegen eigener Unzulänglichkeiten.
Wer das Spiel mit anderen spielt - und das soll jetzt nicht unbedingt negativ oder belehrend klingen! - bekommt natürlich selber auch die Auswirkungen des Spiels am eigenen Leib zu spüren.
Davon lebt eine ganze Industrie (u.a. TV/Zeitschriften, Kosmetik, Sport, Nahrung/Genuß, Kleidung/Schuhe, Spielzeuge, Luxusgüter.........) Diese sozialisiert auch die Menschen in diese Richtung und verbündet sich untereinander. Damit das nicht zu nebulös klingt ein Beispiel:
Schuhe mit hohen Absätzen. Die würde ich beim weiblichen Geschlecht als sexy "verkaufen". Denn mit Argumenten des gesunden Menschenverstandes (Fortbewegung und Schutz vor Umwelteinflüssen) könnte man wohl den Kauf kaum rechtfertigen. Irgendwann ist dann auch nicht klar, ob die Frau diese kauft, weil der Mann es sexy findet. Oder die Frau sich damit von der Konkurrenz absetzen möchte und der Mann "erfahren" hat, dass die eine sexy ist und die mit den Latschen weniger. Ist ein wenig wie mit dem Huhn und dem Ei.
Nun führen diese Schuhe im Beispiel zu einer Körpergrößendifferenz. Schuhe an: 10 cm größer! Auf eine (direkte oder indirekte) Weise stimmen dann möglicherweise die Körpergrößen der Männer nicht mehr. Sie sind durch die Schuhe kleiner geworden.
Diese Schuhe, die man wie gesagt mit rationalen Argumenten nicht verkaufen könnte, haben Einfluss auf ein Schönheits
ideal genommen => Männer müssen eine bestimmte Körpergröße besitzen, weil man sich ja mit ihm unter Leuten sehen lassen möchte => Sozialer "Zwang" /
Gesellschaft "Oh, nein. Ich bin 1,73 und mit Schuhen 1,84. Er ist 1,80. Wie werden
die anderen gleich bloß gucken?!" "Ich möchte ihn doch stolz präsentieren, wie einen Pfau, diesem Tier mit dem farbenprächtigen Gefieder!" "Mein Pfau und damit auch ich !! möchten
stolzieren und auf keinen Fall Mit
leid"
Wie oberflächlich darf man denn nun sein? So oberflächlich wie Du lustig ist!
Wenn das Spiel zu hart ist: Entweder dickere Bandagen anziehen und beim Spiel noch intensiver betreiben, oder
bewußt eine "Liga" absteigen. In der weniger hart gespielt wird. In der aber auch der "Ruhm"/Flair/Glanz geringer ist. In der die Zuschauer (Gesellschaft) weniger sind und der Beifall leiser und alles weniger spektakulär...
Man wird das jedoch nicht so einfach können, weil sie schon von Kindesbeinen an "versaut" wurden: Es schauen sich bereits kleine Kinder TV-Formate an, die einem vorgaukeln wer wie aussieht, der "in" ist und wer nicht.
Der "Mensch" in der Gesellschaft braucht wahrscheinlich genau so lange (in Lebensjahren), sich dem ganzen zu entziehen und sich alles abzugewöhnen, wie er anfangs in all den Jahren unter diesem Einfluss stand. Nur dann wird er vielleicht ganz andere Sorgen haben:lol: