Das Interessante ist, sowohl die Gesetzesvorhaben damals in Schweden als auch das in ähnlicher Zeit erlassene Prostitutionsgesetz in Deutschland erfolgten aufgrund von Initiativen, die man gemeinhin denselben oder vergleichbaren politischen, gesellschaftlichen Hintergründen zuordnen würde. ("feministisch", "Sozial"....) Die Motivationen und Hintergründe, auch die Denkweisen darauf sind andere.
Aus schwedischer Sicht scheint es auch wirklich stark mit der Debatte um das Geschlechterverhältnis und das Bemühen um Aufbrechen alter Strukturen allgemein sich zu verbinden. Auch mit dem Thema "Staat und Erziehung". Soweit ich weiß, erfuhr und erfährt das Gesetz dort breithin Zustimmung.
Und ohne, das bitte ich zu glauben, ernsthaft persönlich werden zu wollen, v.a. real für jeden auch hier schreibenden User existierende Partner und Familie zu meinen. Aber von jenen, die das toll finden, dass es solche Frauen gibt, oder es als eine Dienstleistung, Arbeit wie jede andere ansehen. Wird es für sie auch so aussehen, wenn eigene Partnerin oder sonst nahestehende weibliche Person das machen würde? Oder käme für sie eine solche Frau als Partnerin in Frage? (Eigentlich übt sie doch einen ganz normalen Beruf aus). Würden sie es akzeptieren, wenn sie erfahren würden, dass die eigene Partnerin sich "ja nur" sexuelle Dienstleistungen anderswo kauft. Vielleicht erhält es ja das Eheleben/ Beziehung im Grunde....
(Ja, vielleicht steckt genug Polemik dahinter. Es ist aber mitnichten als Totschlagsargument, Keule etc. gemeint und vielleicht gehört das auch mehr aus diesen Debatten. Aber die Gedanken zu letzteren würden mich wirklich mal interessieren.)