Bei Leuten wie Bill Maher bin ich zwiegespalten. Einerseits kritisiert er mutig und in lustiger Form, gehört aber als (wenn auch guter) show-Moderator und Unterstützer von Kerry oder Obama leider eben auch zum reichen Establishment. Da finde ich unsere Kabarettisten irgendwie authentischer.
Er nimmt als "linker" Demokrat aktiv an den ideologischen, medienwirksam ausgetragenen Grabenkriegen zwischen Demokraten und Republikanern teil, die aber letztlich nie die wesentlichen Probleme in der amerikanischen Gesellschaft aufgreifen, in aller Deutlichkeit beim Namen nennen und etwas grundlegend zum besseren wenden. Die vom Geld befeuerte Lobbykratie, die sich nur um sich selbst kümmert, wird im Kern von keinem Politiker angestastet, ganz gleich ob Demokrat oder Republikaner. Das ist natürlich auch karriereschädigend und gefährlich. Das gleiche gilt für Presse und Medien- wie er selbst erfahren musste.
Das kapitalistische Finanzsystem und im Zusammenhang damit das kriegerische Weltmachtstreben, der Kampf um Einflussphären und ihre (finanz-)wirtschaftliche Nutzung, all das geht unverdrossen immer weiter und weiter und weiter.
So empört sich Maher bspw. zurecht über feige Bombenwerfer aber sagt er auch, dass die herrschenden 1 Prozent alle Politik und Politiker lobbyistisch steuern und dass fast kein Politiker frei von dieser Einflussnahme ist.
Sagt er, dass die Leute mit sehr viel Geld letztlich alle Spielregeln bestimmen und das die kritisierten Bomben dazu gehören und das Obama und alle Schlüsselspieler in allen Parteien dieses Spiel mitspielen. Als Obama den Friedensnobelpreis für nichts bekommen hat, hätte Maher eigentlich vom Leder ziehen müssen- hat er aber nicht oder?