Angst vor Gefühlen

Annie

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AW: Angst vor Gefühlen

wie läuft sowas ab?
wo und was muss ich da tun?

Also, eine Psychoanalyse geht ca. 200-300 Therapiestunden, also gut und gerne 2-3 Jahre. Psychologen/ Psychotherapeuten bieten eine solche an. Die Frage ist, ob Du nicht einfach mal zu einer Psychotherapeutin gehst. Ich glaube nicht, dass es dafür eine Psychoanalyse braucht. Eher vielleicht ein paar Stunden mit jemandem, der dich stärkt, dir hilft zu erkennen, woher deine Ängste kommen und wie du damit umgehen kannst.

LG Annie
 

SweetNel

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AW: Angst vor Gefühlen

Ich würde vielleicht auch erstmal einen Pychologen vorschlagen.
Viele Menschen haben da zwar Angst davor denken "ich hab das nicht nötig, ich bin doch nicht gestört" ..
Aber es tut wirklich gut und hilft.
Man kann da auch ganz unverbindlich eine Probesitzung machen, da es ja wichtig ist, dass man mit dem Psychologen klarkommt.
 

cafedelsol

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AW: Angst vor Gefühlen

ich war beim psychologen, aber wegen anderen Sachen.
Ich hatte nicht das Gefühl das der mir helfen konnte, denn ich musste ihm dauernd irgendwelche Sachen versprechen, sonst hätt ich nicht mehr kommen dürfen. Ausserdem hatte ich das Gefühl das der Typ mich anmacht und ich bin jetzt echt keine die alles auf die goldwaage legt.
 

SweetNel

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AW: Angst vor Gefühlen

Und nochmal versuchen möchtest du es nicht?
Mit einem anderen Psychologen natürlich.
Ich war auch mal bei einem. Eigentlich dachte ich es hilft.
Dann hat er mir gesagt, dass ich dumm sei. Sah er wohl als Therapiemaßnahme.
Seitdem bin ich nie mehr hin.
Und habe mich auch nicht getraut es nochmal bei einem anderen zu versuchen... Und das ist denke ich falsch.
Es gibt da wirklich qualifizierte Leute. Und wenn du da wirklich nicht mehr davon loskommst, es immer so bleibt.
Dann solltest du es vielleicht nochmals versuchen.
 

melike83

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AW: Angst vor Gefühlen

ich war beim psychologen, aber wegen anderen Sachen.
Ich hatte nicht das Gefühl das der mir helfen konnte, denn ich musste ihm dauernd irgendwelche Sachen versprechen, sonst hätt ich nicht mehr kommen dürfen. Ausserdem hatte ich das Gefühl das der Typ mich anmacht und ich bin jetzt echt keine die alles auf die goldwaage legt.
Also das ist auch ungewöhnlich, dass du einem Psychologen etwas versprechen musst! Aber schwarze Schafe gibt es überall... Geh doch mal zu einer Frau, vielleicht funktioniert das besser
 

cafedelsol

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AW: Angst vor Gefühlen

naja hab danach versucht mich selbst zu theraphieren indem ich mir 123764762 pychobücher angelegt habe und noch ne menge spiritueller schei**.
Ich glaub das schafft man auch alleine... nur gegen die beziehungsangst müsste man glaube ich ernsthaft was machen.
 

SweetNel

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AW: Angst vor Gefühlen

naja hab danach versucht mich selbst zu theraphieren indem ich mir 123764762 pychobücher angelegt habe und noch ne menge spiritueller schei**.
Ich glaub das schafft man auch alleine... nur gegen die beziehungsangst müsste man glaube ich ernsthaft was machen.
Sich selbst zu therapieren schafft man leider in den meisten Fällen nicht.
Für viele ist das der Grund, warum sie anfangen Medizin zu studieren, weil sie denken, sich dann selbst heilen zu können. Und sie merken, dass das nicht klappt, das ist dann der Grund warum so viele das STudium abbrechen..

Ich weiß es kostet Überwindung.
Aber versuch es einfach nochmal.
Such dir einen Psychologen aus und mach einen Termin. Wenn er dir beim ersten Gepsräch unsympathisch ist, musst du ja nicht wieder hingehen.
Aber wenn es dir helfen würde, wäre das doch wirklich toll.
 

cafedelsol

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AW: Angst vor Gefühlen

Naja vllt. hilft es mich zu verstehen, wenn ich mal die Hosen runterlasse. Nach diesem Text werde ich mich hier aus diesem Forum auch mit niemandem treffen. Das ganze ist mir etwas unangenehm, aber drauf geschi**

Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Meine Eltern sind alles andere als konservativ...ich war ein sehr schwieriges Kind. Hatte keine Lust auf Schule, Regeln etc. War schon sehr wild und hatte immer einen eigenen Kopf. Oft wurde ich von meinem überforderten Vater verprügelt, aber die Schmerzen waren mir egal. Ich habe noch eine Schwester. Sie ist jünger und war immer Papas Liebling. Eigentlich wollte ich ihm immer beweisen das ich auch gut genug bin. Hätte ich diesen Durst nach Papas liebe nicht gehabt, hätte ich nie studiert… Alles was ich schulisch getan habe, habe ich für ihn getan. Und trotzdem bin ich in seinen Augen schlecht… Sie wird immer noch hoch gelobt. Ihr Jura Studium ist eben schwieriger und mehr wert als mein Lehramt… Übrigens hatte ich sogar im Examen ne eins. Die Examensarbeit hat er nicht einmal aufgeschlagen… Naja alles kann ich hier nicht aufzählen… Irgendwann als ich elf war schickten mich meine Eltern in eine Koranschule ( ich sollte ja nicht als ungläubige enden). Dort wurde ich von unserem lieben Hoca missbraucht… Ich erzählte es, aber keiner glaubte mir. Sie behaupteten ich hätte keine Lust auf Gott etc. Naja mit 14 passierte mir sowas wieder. Diesmal war es mein Cousin! Nur erzählte ich es jetzt keinem.. wozu auch???? Mit 16 ist mir dann ein Tumor gewachsen. Zum Glück gutartig. Trotzdem musste ich meine Ferien immer im krankenhaus verbringen. Er wuchs dauernd nach. Ca. 7 mal. Zähle nicht mehr…. Meine Sommerferien waren also auch immer gleich!
Naja dann hatte ich immer die sorte von Männern, die scheisse waren. Das Gefühl geliebt zu werden und zu lieben hatte ich nur einmal. Er ist tot.
Danach konnte ich keinen Mann mehr lieben und probierte es mit Frauen aus. Hatte zwar Beziehungen, aber hätte ich es lieber gelassen. Die eine war kriminell, hat ein Auto geklaut und Bäckerei ausgeraubt. Sie hat mich nur ausgenutzt um von ihrer konservativ strengen Familie los zu kommen. Das ganze erkannte ich erst viel später. Ich wohnte schon allein und sie zog direkt zu mir. Die Geschichte ist böse ausgegangen… Nach ihr hatte ich ne alkoholikerin, die dealte auch noch mit Drogen. Naja da war ich schon kaputt als es aus war. Gefühle hatte ich wohl für sie… Nun hatte ich echt keine Lust mehr. Hab angefangen zu saufen, war nur noch feiern, sex mit Frauen….affäiren….
Für die uni habe ich kaum noch was getan. Nur noch das nötigste… Ein Jahr ging das so. Ich hab viel geschlafen in der Zeit. Auch wenn ich nicht wirklich geschlafen habe, konnte ich die Augen nicht öffnen. War immer müde und im Bett. Meist wusste ich nicht mehr ob ich geschlafen hatte…
Ich habe es irgendwie geschafft anderen Menschen genau das vorzuspielen was sie gerne hätten. Das Schauspiel war perfekt. Niemand wusste wie es mir ging. Komischerweise bin ich ein sehr beliebter Mensch, obwohl ich mich fast nie bei irgendwem gemeldet habe…Heute frage ich mich wie es das alles verheimlichen konnte. Ich erzählte niemandem von meinem verunglückten Freund. Ich erzählte jedem das wir glücklich waren und heiraten wollten, obwohl es ihn nicht mehr gab. Es war ne Fernbeziehung und somit war das total easy. Ich glaubte eigentlich selber an meine Lügen und habe das nie wirklich realisiert. Nachdem er nicht mehr da war, fing ich das erste mal was mit einer Frau an. Seiner cousine. Später merkte ich das ich die Gefühle für ihn irgendwie auf sie übertragen habe...Ich hatte ihn komplett verdrängt. Zu dieser Zeit meldete ich mich auch hier an. Es gibt noch so vieles was ich schreiben könnte, aber das würde den rahmen sprengen.
Ich fühlte nichts mehr für Menschen. Meine Katze ist tot. Darum musste ich viel weinen, aber sonst weine ich nie…Ich habe die Uni so gut wie beendet, aber ich kann mich nicht wirklich freuen. Eigentlich macht es mir eher angst, aber eigentlich ist mir das sogar egal. Schwer zu beschreiben…Ich bin total blockiert, wenn ich angemacht werde dann nehme ich das eh nie ernst, da ich denke das alle mir eh nur an die Wäsche wollen… Ich weiß nicht mal ob ich lesbisch, bi oder hetero bin. Früher war ich stock hetero, dann wieder nicht... was weiss ich.. Ich würde gerne wieder lieben, habe aber angst das ich das nie wieder kann.
Mittlerweile gehts mir wieder gut, ich schlafe wieder regelmässig und oft sogar durch und ich hab spass indem was ich mache.
Nur möchte ich mich einfach wieder fallen lassen können...

jetzt bin ich nackt!
 

SweetNel

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AW: Angst vor Gefühlen

Ich finde, dass die das KEIN BISSCHEN(!) peinlich sein muss.
Denn es ist NICHT deine Schuld!
Ich möchte dazu gar nicht viel sagen, es einfach so stehen lassen.
Ich kann verstehen, wie schwer einen sowas belastet und dass es einen nicht loslässt.
Und es ist schonmal sehr mutig von dir, dass du das hier einfach so offen schreibst.
Und ich bin auch weiterhin der Meinung, dass du nochmal eine Therapie versuchen solltest.
Es wird lange dauern, vielleicht wirst du denken, dass sich nichts ändert.. Weil es eben viel ist, was verarbeitet werden muss.
Man merkt, wie viel dir daran liegt, dass du dich diesem Mann öffnen kannst, dass du vielleicht mit diesem Mann sehr glücklich werden kannst.
Ich wünsche dir viel viel viel Kraft und ich glaube daran, dass du das schaffen kannst. Auch wenn es nicht einfach ist.
 

Annie

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AW: Angst vor Gefühlen

Liebe Cafedelsol,

ich bewundere dich! Ganz ehrlich- ich bewundere dich, dass du dich hier so öffnest und uns an deiner Lebensgeschichte teilhaben lässt. Ich sage einfach mal: Danke für das Vertrauen! Und merkst du: Du kannst dich öffnen- zwar hier noch in einem anonymen Rahmen, aber es zeigt, dass du die Grundfähigkeit dazu hast.
Ganz ehrlich- ich glaube, es ist die logische Konsequenz auf die schlimmen Ereignisse, die du durchleben mußtest, dass du irgendwann nicht mehr wußtest, wo du hingehörst, ob du Männer magst, ob du Frauen magst. Deine "Ausschweifungen" waren sicherlich der Versuch, die Schmerzen auszuschalten, nicht mehr nachdenken zu müssen, sich selbst wieder spüren zu können. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass man dann versucht sich zu betäuben, um nicht mehr nachdenken zu müssen. Traurig, dass du damals niemanden hattest, der erkannt hat, was bei dir los ist und dass du einfach jemanden brauchst, der ehrlich zu dir ist und dich hält.

Weiß dein Freund von deinen ERfahrungen? Ich denke, es ist sicherlich wahnsinnig schwer, ihm davon zu erzählen. Aber dann könnte er sicherlich viele deiner Verhaltensweisen viel viel besser verstehen. Wenn er dich wirklich liebt und wenn er so einfühlsam ist, wie du ihn beschreibst, dann wird das seine Liebe eher noch größer machen. Weil er merken wird, dass du offen bist und weil er für dich da sein möchte.

Gleichwohl würde ich dir (aus persönliche und fachlicher Sicht) dringend anraten, nochmals einen Therapieversuch zu wagen. Denn ich glaube, dass manche Lebenserfahrungen einfach zu heftig sind, um sie selbst verarbeiten zu können. Dass du mit dem 1. Therapeuten so viel Pech hattest, ist natürlich sch.... Aber die sind natürlich nicht alle so!! Vielleicht kann dir auch jemand aus deinem Bekanntenkreis jemand empfehlen? Ich gehe kommende Woche das 1. Mal zu einer Psychologin, bei der meine beste Freundin auch war und freue mich schon richtig darauf. Einfach weil ich glaube, dass es unglaublich erleichternd sein kann, jemanden von außen drauf schauen zu lassen.

Ich bin zwar keine Psychologin, aber auch etwas vom "Fach". Wenn du magst, melde dich gerne per pin.

LG Annie
 
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