Angst

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Mein herzliches Beileid.


Ich kenne das Gefühl, wenn man jeden Tag ins Krankenhaus fährt.

Vor ca. einem Monat lag meine Tante im Krankenhaus und wäre bei einer OP nach einem Zwischenfall fast gestorben. Sie lag danach 10 Tage auf der Intensivstation.
Am ersten Tag war ich mit meinem Mann da, sie bekam gar nichts mit, weil sie in einem Dämmerzustand war. Danach konnte ich nicht mehr hin, weil ich sehr stark erkältet war und sie nicht anstecken wollte, sie hatte bei der OP Lungenprobleme bekommen.:-?
Mein Mann fuhr dann jeden Abend nach der Arbeit um 20 Uhr noch zu ihr, und blieb ein bis zwei Stunden bei ihr.
Nicht, weil ich das wollte, sondern es war ganz alleine seine Entscheidung, er wollte jeden Tag dort hin.

Eigentlich ist er also ganz anders- ich weiss nicht, warum er in dieser Situation so reagiert.:-?


Für dich wünsche ich mir, dass du gut auf dich achtest und in der verständlichen Sorge um deine Mutter, nicht vergißt, nach dir zu schauen.

Vielen Dank- ich werde mich bemühen.
 
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liebe alsahada,

was für ein trauriger anlass zu posten. weißt du, ich sitze hier vor meinem pc und überlege, wie ich irgendwie helfen kann.

also, stück für stück (und sicherlich nicht vollständig): ich denke, die meisten menschen sind durchaus nicht desinteressiert oder lieblos. sie sind hilflos - sie wissen nicht, wie sie dir zur seite stehen sollen.

weißt du, es gibt so eine gewisse geschwätzigkeit, die sprachlosigkeit überbrückt soll. ist es das?
man kann es sich und seinem umfeld einfacher machen (ich weiß nicht, ob dieser weg für dich gangbar ist - mir hat es geholfen): sprich einzelne punkte, für die du hilfe brauchst, direktl an.
frag freundin anna, ob sie für deine mutter einkauft. und freundin belanna, ob sie einmal die woche staubsaugt usw.

die, die helfen wollen, werden darauf eingehen - glaube mir. und wenn eine last auf viele schultern verteilt wird, wird sie doch um einiges leichter.

pflege kranker angehöriger ist psychisch anstrengend - also pass auf dich auf. sei egoistisch. nicht 24 stunden am tag - aber 5 minuten solltest du für etwas, was nur dir spaß macht, abknapsen.
man tankt in den 5 minuten unwahrscheinlich viel kraft auf, die letztendlich auch deiner mutter zu gute kommt.

dein mann - kommt mir so ein bisschen vor wie vogel-strauß-politik. wenn ich so tu, als ob alles normal sei, ist bestimmt auch alles normal ...
kann es sein, dass er sich einfach nur enorm hilflos fühlt? ich weiß es nicht.

mir hilft es, in solchen und ähnlich gelagerten fällen "ich-botschaften" zu versenden.
"ich habe angst - du würdest mir helfen, wenn du dich eine minute neben mich setzt".

ganz wichtig war mir der kontakt zu "geichgesinnten" - in meinem fall war das eine frau, die mir in einer sehr schweren zeit zur freundin wurde.
sie war es, die mich mit ein paar zeilen wieder aufrichtete und der ich unendlich viel verdanke.

ach alsahada, ich glaube, das schimmste, was du jetzt durchstehen musst, ist diese verdammte ungewissheit.

einerseits möchte man diese op so schne wie möglich hinter sich haben und danach nach vorne sehen.
andererseits birgt diese op viele risiken - das ist grund genug, die op nun doch nciht so schnell herbei zu sehnen.
und diese hin- und her geht an die substanz.

ich glaube, das diese op dir und den deinen (und auch uns, die wir ihier deine geschichte lesen) die endlichkeit, die zerbrechlichkeit eines menschenlebens vor augen führt. und diese endlichkeit liegt wie ein drohender schatten über euch, wie eine schwere last auf euch.

gern würde ich dir etwas tröstliches sagen, würde dir sagen: "ach, alles nur ein böser traum". das kann ich nicht . liebe alsahada, ich denke hier ganz doll an euch. he, deine mutter ist da!
du kannst sie umarmen, berühren, ihr etwas erzählen, beziehung leben - und das ist es letztendlich doch, was zählt



alles liebe

manuela
 
AW: Angst

ach alsahada, ich glaube, das schimmste, was du jetzt durchstehen musst, ist diese verdammte ungewissheit.

einerseits möchte man diese op so schne wie möglich hinter sich haben und danach nach vorne sehen.
andererseits birgt diese op viele risiken - das ist grund genug, die op nun doch nciht so schnell herbei zu sehnen.
und diese hin- und her geht an die substanz.

ich glaube, das diese op dir und den deinen (und auch uns, die wir ihier deine geschichte lesen) die endlichkeit, die zerbrechlichkeit eines menschenlebens vor augen führt. und diese endlichkeit liegt wie ein drohender schatten über euch, wie eine schwere last auf euch.

Genauso, wie Du es beschreibst, ist es.

Ich wünsche ihr die OP so sehr, hoffe, dass sie sich danach - irgendwann nach frühestens einem Jahr- wieder einigermassen normal und vor allem schmerzfrei (!) bewegen kann.

Andererseits habe ich riesige Angst vor der OP wegen den Risiken, und weil ich weiss, wieviel sie in den nächsten zwölf Monaten oder länger für ihr Ziel leiden muss.

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Ich danke Dir für Deine Worte und all Deine Tipps.

Ich werde mir ganz sicher alles zu Herzen nehmen!
 
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Liebe alsadaha,

auch ich habe deine 'Geschichte' gelesen und bin nun etwas traurig...
Ich finde es gut, wenn du weiter hier hinein schreibst. Irgendwie muss man das loswerden; und wenn man es aufschreibt ist das wirklich sehr gut für die Psyche

Ich werde diesen Thread auch weiter verfolgen. Ich hoffe natürlich nur das beste für dich und deine Mutter; deine Familie hat schon wirklich sehr viel durchgemacht...Ich glaube fest daran, dass trotzdem alles gut wird. Bitte verfall' jetzt nicht in tiefste Depressionen, deine Mutter ist stark und wird es schaffen!


Ganz liebe Grüße, Melli
 
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Ich danke Euch allen für alle Eure Postings- jedes einzelne hat mir weitergeholfen.

Im Moment fliessen mir wirklich die Tränen, und ich habe das Gefühl, hier mit meinen Sorgen gut aufgehoben zu sein.

Ich habe jetzt schon viele Tipps und Gedankenwege (mir fällt gerade kein geeigneteres Wort dafür ein) aufgezeigt bekommen, die ich sicher zwischendurch immer wieder mal lesen werde und die mir sicher immer wieder hilfreich sein werden- sollte ich wieder ein "tiefes Loch" fallen.
 
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Vielleicht ist es ja von Fall zu Fall verschieden oder es kommt auch darauf an, wieviel man ertragen kann.

Deine Antwort lässt mich jedenfalls hoffen, dass es nicht so schlimm sein wird.

Warum musstest Du das machen?

Ich hatte mir das Becken bei 'nem Unfall angebrochen und danach Probleme mit der Wirbelsäule, weil das linke Bein plötzlich verkürzt und die ganze Statik irgendwie durcheinander war. Aber es hat geholfen. Das plus Schmerzmittel plus Geduld plus Physiotherapie.

Was das Schmerzempfinden betrifft: Deine Mom ist ja mit morphinhaltigen Präparaten schon heftig dran. Das Fiese an chronischen Schmerzen ist, sehr laienhaft ausgedrückt, dass der Körper die Erinnerung daran automatisch speichert und wieder abrufen kann, sprich: er stellt sich darauf ein, dass bestimmte Bewegungen schmerzhaft sind und beantwortet das entsprechend. Ich wage fast gar nicht zu fragen, aber gäb's bei Deiner Mutter auch die Möglichkeit, die Schmerzen begleitend zur übrigen Therapie mal naturheilkundlich und psychotherapeutisch anzugehen?

Was die Prognose der Ärzte in Neustadt betrifft: lass Dich nicht kirre machen! Neustadt hat einen sehr guten Ruf, aber es gibt nun mal Ärzte und Mediziner - letztere achten leider manchmal nicht, wenn sie im Stress sind, auf die psychischen Befindlichkeiten von Patienten und bringen gelegentlich Holzhammer-Sätze an, dass einem die Ohren abfallen. Beispiele dafür kenne ich mehrere, aber die gehören hier nicht hin.
Vielleicht beruhigt es Dich aber zu wissen, dass die Menschen, denen solche Untergangsszenarien völlig unsensibel an die Wand gemalt wurden, trotzdem alle noch leben. Und zwar inzwischen sogar wieder gut! Aber solche Sprüche muss man natürlich erstmal verdauen.. :-?
Trotzdem, Alsadaha: das Glas ist halbvoll! Immer! :wink:
 
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......aber gäb's bei Deiner Mutter auch die Möglichkeit, die Schmerzen begleitend zur übrigen Therapie mal naturheilkundlich und psychotherapeutisch anzugehen?

Wenn alles vorbei ist, und sie immer noch Schmerzen hat, würde ich darüber nachdenken.
Aber zur Zeit sind dies keine eingebildeten oder "erinnerten" (ich habe sowas auch schon oft gehört) Schmerzen.

Sehr selten vergisst sie ihre Morphiumdosis, dann ist alles noch viel schlimmer als sonst, und sie weiss gar nicht, warum, bis es ihr einfällt, dass sie die Tablette vergessen hat.

Die Ärzte fragen sich allesamt immer, wenn sie die Röntgenbilder etc. sehen, wie meine Mutter überhaupt noch laufen kann...sie hat die Schmerzen definitiv.



Und Bad Wildungen hat einen sehr schlechten Ruf.
Das ist auch eine Sache, die meine Mutter sehr nervös macht.
Sie war die vergangenen zwei Jahre auch in einem Skoliose- Forum, wo ihr ständig zu Neustadt geraten wurde und Horrorgeschichten über Bad W. erzählt wurden.
Zum Schluss war sie so verängstigt, dass sie in das Forum lieber gar nicht mehr reingeschaut hat.

Ich denke, jeder Fall ist anders. Für den einen ist das gut, für den anderen wieder was anderes.

Dass sie sich nicht 2 x 12 Stunden operieren lassen möchte, kann ich auch gut nachvollziehen- selbst wenn man ihr gute Überlebenschancen eingerechnet hätte.
 
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